Bayreuth
Hilfe für Bedürftige

"Bayreuther Schutzengel" eröffnet Sozialladen: Hilfe für Tierheime und Obdachlose

In Bayreuth hat der "Bayreuther Schutzengel" einen gemeinnützigen Sozialladen eröffnet. Damit will der Verein Bedürftige unterstützen. Gemeinnützige Organisationen - vom Tierheim bis hin zum Frauenhaus - werden mit dem Erlös unterstützt. Dem Vorsitzenden Detlef Dehnert liegen derzeit besonders die Obdachlosen am Herzen.
Der "Bayreuther Schutzengel e.V." will mit seinem gemeinnützigen Laden in der Maximilianstraße Bedürftige unterstützen. Bayreuther Schutzengel e.V.

Der Verein "Bayreuther Schutzengel" hat mit seinem Sozialladen in der Maximilianstraße in Bayreuth einen Weg gefunden, Bedürftigen aller Art zu helfen. Der Vorsitzende Detlef Dehnert erklärt im Gespräch mit inFranken.de das Konzept. Kurz und Knapp: "Gemeinnützig".

Im Januar 2020 gründete Dehnert mit anderen Interessierten den Verein "Bayreuther Schutzengel e.V". Das Ziel: Bedürftige unterstützen. "Wir helfen quasi sämtlichen gemeinnützigen Institutionen - wie zum Beispiel Tierheimen, Mutter-Kind-Häusern und Frauenhäusern oder Obdachlosen", sagt der Vereinsvorsitzende.

"Wir alle arbeiten ehrenamtlich" - Spenden für gemeinnützige Organisationen

"Wir sind kein wirtschaftlicher Verein, sondern komplett gemeinnützig. Vom ersten Vorstand bis zum Mitglied - wir alle arbeiten ehrenamtlich." Das Geld, das der Laden einbringt, wird abzüglich der Miete und Nebenkosten direkt an verschiedene Gemeinnützige Organisationen gespendet.

Die Idee kommt ursprünglich aus Hannover: "Dort hatte jemand gemeint: 'Komm, wir machen Schutzengel deutschlandweit!' - Das ging mit der Satzung so allerdings nicht. Dann haben wir eben gesagt. wir machen das selbst in Bayreuth. Und im Januar fand dann die Gründungsversammlung statt", erzählt Dehnert.

Die Corona-Pandemie bereitete während der Planung weniger Probleme. Dafür allerdings der "Bürokram", erinnert sich der 65-Jährige: "Das große Problem mit der Satzung. Das war wirklich der Horror!" Mittlerweile ist aber alles in trockenen Tüchern. Der Sozialladen öffnete am Samstag, dem 15. August, das erste Mal für Kundschaft und Interessierte.

Vorbereitungen für den Winter: "Wir brauchen Schlafsäcke, Isomatten und Decken"

Im Geschäft gibt es allerhand zu durchstöbern: "Für Kinder haben wir von A bis Z wirklich alles da. Über Textilien, Spiele und Spielzeug sogar noch Babysachen", erklärt Dehnert. "Für Erwachsene natürlich auch von Kleidung über Schuhe und Spiele - zum Teil auch neue Sachen, die wir gesponsert bekommen und hier zu sozialen Preisen weggeben. Zwei oder drei, mal fünf Euro für etwas. Und die Leute geben ja auch gerne mal ein bisschen mehr, wenn man fair bleibt."

Spenden nimmt der Laden gerne an  - Geldspenden, vor allem aber auch Sachspenden. Zurzeit liegt der Fokus besonders auf den Vorbereitungen für den Winter: "Mir liegt es für die kommende kältere Jahreszeit besonders am Herzen, dass wir für die Obdachlosen Schlafsäcke, Isomatten und Decken herbekommen", meint der erste Vorsitzende des Vereins. "Von denen wird am wenigsten gesprochen derzeit. Die Spenden sind während Corona auch weniger geworden. Und wir haben hier schon eine hohe Zahl an Obdachlosen."

Jedoch freut sich der Verein auch über andere Spenden: Kleidung, besonders Kinder- und Babysachen, Textilwaren und Hausrat aller Art. Angenommen werden Spenden direkt im Laden am Ende der Maximilianstraße 87, direkt neben "Memos Berlin Döner" in Bayreuth. Montag ist Ruhetag - den Rest der Woche ist der Sozialladen von Dienstag bis Samstag jeweils von 9.30 Uhr bis 17 Uhr geöffnet. Bis jetzt läuft es gut: "Für die kurze Zeit ist die Resonanz echt super. Die Nachfrage ist sehr groß. Und wir haben auch schon Stammkunden", freut sich Dehnert.

"Wir haben wirklich großes Glück, hier geboren worden zu sein"

Dehnert arbeitet ebenfalls ehrenamtlich als Sanitäter beim Bayrischen Roten Kreuz. Er war schon als Sterbehelfer und Altenpfleger aktiv und außerdem als Streetworker. Der Laden steht für ihn vor allem für Menschlichkeit: "Hier kann wirklich jeder einkaufen oder was abgeben. Ich vermisse manchmal das Aufeinander-Zugehen untereinander."

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Als Kind hatte es Dehnert selbst nicht leicht. Er wisse schon, wie sich das anfühlt, mit schlechten Voraussetzungen oder einer prägenden Geschichte zu leben. "Wir haben wirklich großes Glück, hier geboren worden zu sein. Andere haben es nicht so gut - aber letzten Endes sind wir doch alle nur Menschen. Und ich wünsche mir, dass man sich auch wieder wie ein Mensch verhält."

Vor Kurzem brachen Unbekannte ins Tierheim Bayreuth ein. Schatzmeister Oliver Pichl ist entsetzt: "Wir sind eh auf jeden Cent angewiesen!" Die Polizei bittet die Bevölkerung um Hinweise.