• Bayreuth: Klima-Protestgruppe blockiert am Dienstag (15. Februar 2022) zweimal Straßen
  • "Aufstand der letzten Generation": Aktion richtetet sich gegen Lebensmittelverschwendung
  • "Von der Straße getragen": Hände auf Asphalt festgeklebt 
  • Polizei spricht von "Strafanzeige wegen Nötigung"

In Bayreuth hat es am Dienstag (15. Februar 2022) zwei Protestaktionen von Klima-Aktivisten und -Aktivistinnen in Form von Straßenblockaden gegeben. Wie das Polizeipräsidium Oberfranken berichtet, sollen die "zwei Männer und zwei Frauen im Alter von 15 bis 20 Jahren" zu der Gruppe "Aufstand der letzten Generation" gehören. Diese macht seit einigen Monaten bundesweit Schlagzeilen, weil Mitglieder vor der Bundestagswahl einen Hungerstreik angetreten waren, um für schärfere Klimaschutzmaßnahmen einzutreten. In Berlin hatten sich Protestierende in jüngster Zeit mehrfach auf Autobahnen festgeklebt und so für riesige Staus gesorgt. 

Klima-Aktivisten blockieren Straßen in Bayreuth - "Verkehrsstau"

Zweimal hätten die jungen Menschen am Dienstag Straßen in der Bayreuther Innenstadt blockiert, schreibt die Polizei. "Am frühen Morgen stellten sie sich mit ihren Plakaten auf die Bismarckstraße. Im Feierabendverkehr setzten sie sich auf den Wittelsbacherring, zwei von ihnen klebten sogar auf dem Asphalt", heißt es in der Mitteilung.

Die erste Nachricht habe die Polizei gegen 8.25 Uhr erhalten, als ein Linienbus der Bayreuther Stadtwerke in der Bismarckstraße behindert worden sei. "Eine Kleingruppe der Aktivisten stand zu diesem Zeitpunkt mitten auf der Straße und hielt Transparente in die Luft. Weitere Fahrzeuge mussten in der Folge wenden und über Seitenstraßen ausweichen. Nach kurzer Zeit war die Protestaktion beendet", so das Präsidium.

Warum die Aktion nicht länger lief, könne man nicht sagen, erklärt ein Präsidiumssprecher gegenüber inFranken.de. "Sie war schon vorbei, bevor die Polizei vor Ort war." Zu "weitreichenderen Einschränkungen im Straßenverkehr" sei es in den Abendstunden gekommen. "Um 18.30 Uhr blockierte die Personengruppe erneut eine wichtige Bayreuther Verkehrsader", berichtet die Polizei. "Im Bereich der Fußgängerfurt Wittelsbacherring/Friedrichstraße setzten sich die Demonstranten auf die Fahrbahn und sorgten dafür, dass stadteinwärts kein Durchkommen mehr war", heißt es weiter. Zudem hätten zwei der Protestierenden "ihre Hände mit Klebstoff an der Straße" festgeklebt. Der Verkehr, der sich in Richtung Universität aufgestaut habe, sei abgeleitet worden.

Protest

"Die polizeiliche Einsatzleiterin forderte die Aktivisten auf, deren nicht angemeldete Versammlung auf der Fahrbahn zu beenden", so die Polizei. Dieser Aufforderung sei die Gruppe aber nicht nachgekommen. Zwei von ihnen seien daraufhin "von der Straße getragen" worden. Rettungskräfte hätten den Klebstoff der anderen beiden Personen gelöst. "Da eine Vielzahl von Verkehrsteilnehmern aufgrund der zirka einstündigen Protestaktion im Verkehrsstau feststeckte, erwartet jeden der Aktivisten eine Strafanzeige wegen Nötigung. Sie wurden nach den getroffenen Maßnahmen des Platzes verwiesen", kündigt das Polizeipräsidium in Bayreuth an. Eine der Grundforderungen der Gruppe ist laut Selbstbeschreibung, dass "die Bundesregierung ein Essen-Retten-Gesetz nach dem Vorbild Frankreichs" erlassen solle.