Eine 81-jährige Hospizpatientin bekam ihren letzten Wunsch erfüllt: Durch die BRK Bereitschaft Bad Berneck konnte die todkranke Frau noch einmal die Gräber ihres verstorbenen Ehemannes und ihrer Eltern besuchen. "Wir haben am Telefon schon rausgehört, dass es ziemlich dringlich ist", erklärt Sven Judas vom BRK. Man habe alles dran gesetzt, "und schon innerhalb einer Stunde konnten wir im Hospiz die Fahrt zusagen."

Und noch am selben Tag ging es los: "Bei so einer Fahrt geht man das immer mit gemischten Gefühlen an, weil man um die Erkrankung der Patienten weiß." Die Dame habe den Bann aber ganz schnell gebrochen. Gerührt erzählt Judas von der Begegnung am Dienstag (30. März 2021): "Als sie mich gesehen hat, meinte sie nur: 'Oh Gott, der Judas! Und das vor Karfreitag!' Dann hat alles gelacht und die Atmosphäre war sofort sehr wohlig."

Besuch der Gräber: Dann kam heraus, dass sie noch einen Bruder hat

Mit dem Hospizmobil wurde die 81-Jährige dann nach Sulzbach gebracht. Dort konnte die todkranke Frau ein letztes Mal die Gräber ihres verstorbenen Ehemannes und ihrer Eltern besuchen. "Das ging schon ans Herz", beschreibt Judas die Situation. "Und während des Besuchs kam dann heraus, dass die Dame noch einen Bruder hat, der in einem Seniorenheim in Sulzbach untergebracht ist", so Judas, "und dass sie da gerne hin möchte."

"Gesagt, getan - gerade für Corona-Zeiten konnte das im Heim ganz schnell abgewickelt werden." Also fuhr das Hospizmobil spontan noch zum Seniorenheim, in dem der Bruder der Frau untergebracht ist. "Sie haben uns den Bruder rausgebracht und die beiden konnten sich dann nochmal sehen." Auf dem Heimweg sei die 81-Jährige ziemlich fertig gewesen, aber anscheinend recht glücklich. "Die Freude war schon groß."

Zwei Tage später, am Karfreitag, war die Frau schon verstorben. "Eigentlich wäre die Fahrt für diesen Tag geplant gewesen", so Judas. "Da kann man schon von Glück reden, dass das am selben Tag des Anrufs noch geklappt hat." Bei jeder einzelnen Fahrt habe der BRKler Bauchkribbeln. "Das zeigt einem immer wieder, warum man das macht", erzählt Judas. "Wir machen das wirklich komplett ehrenamtlich." Das Hospizmobil finanziert sich ausschließlich durch Spendengelder. Auf der Website des BRK kann man sich über das Projekt "Herzenswunsch" informieren und das Hospizmobil unterstützen.