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Es klingt wie ein Märchen – und tatsächlich spielt ein Märchenwald die Hauptrolle: Das legendäre Fränkische Wunderland in Plech kehrt zurück, allerdings in völlig neuem Gewand. Karls Erlebnis-Dorf, das norddeutsche Kult-Phänomen mit Erdbeerraupenbahn, Kartoffelsackrutsche und kostenlosem Eintritt, wagt den Sprung nach Bayern. Für rund 30 Millionen Euro entsteht in Oberfranken der erste Standort südlich der Mainlinie – ein Freizeitpark, der traditionelles Handwerk in gläsernen Manufakturen mit modernen Attraktionen verbindet.

Inhaber Robert Dahl hat große Pläne für Plech: Der Märchenwald des alten Fränkischen Wunderlands wird liebevoll restauriert, eine Western-Mainstreet im Stil von "Tribute to Wunderland" entsteht, und natürlich dürfen Klassiker wie die Traktorbahn nicht fehlen. Seit dem Kaufvertrag im März 2022 hat sich einiges getan – vor allem Zauneidechsen und Ameisenbläulinge mussten umgesiedelt werden. Jetzt, 2026, starten endlich die Bauarbeiten. Und wer weiß: Vielleicht schafft es sogar der knallrote Erdbeer-Döner nach Franken.

Fränkisches Wunderland wird Karls: Baubeginn 2026 in Plech

Der Inhaber Robert Dahl plant mit "Karls Erlebnis-Dorf Plech in Oberfranken" den ersten Standort in Bayern. Bereits im März 2022 unterzeichneten das Unternehmen und die Gemeinde Plech den Kaufvertrag, doch die Arbeiten an dem Gelände verzögerten sich. Ursprünglich sollten die Bauarbeiten 2023 starten. Auf Nachfrage von inFranken.de verrät er aktuelle Informationen zu dem Stand des Projekts, das auf dem Gelände des ehemaligen Fränkischen Wunderlands in Plech entstehen soll.


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"So ganz langsam starten wir in den nächsten Wochen mit den Bauarbeiten", so Dahl. Wobei es laut dem Unternehmer "eigentlich noch nicht so richtig Bauarbeiten" seien. Als sie das Grundstück gekauft hatten, hätte er gedacht, alles ginge dort "schneller, weil dort schon mal ein Freizeitpark war". Aber die vielen Jahre, in denen er stillgelegt war, hätten dafür gesorgt, dass sich "viele kleine Bewohner auf dem Grundstück" angesammelt hätten. Als Beispiel nennt er Zauneidechsen und Ameisenbläulinge, also eine besondere Schmetterlingsart. Es habe viel Zeit in Anspruch genommen, Ersatzhabitate für diese Tiere herzustellen und die Umsiedlung zu organisieren.

Er sei "mit zwei Künstlerinnen" etwa vier Stunden lang auf dem Grundstück vor Ort gewesen und habe "alle Märchen im Märchenwald besichtigt", heißt es von Dahl über den Fortschritt. Diese sollen jetzt aufwändig renoviert werden. Das brauche laut Dahl "Zeit und viel Liebe".

Erdbeerraupenbahn und Kartoffelsackrutsche: Geplante Attraktionen für neuen Park in Plech

Das Tolle sei, dass "die Enkeltochter von dem Gründer des Fränkischen Wunderlands, Ernst Schuster, eine der beiden Künstlerinnen ist". Sie habe in ihrer Kindheit fast jeden Sommer im Fränkischen Wunderland verbracht, erzählt er - so konnte sie "tolle Geschichten über die Zeit damals erzählen".

Auch, welche Attraktionen für das neue Gelände geplant sind, verrät das Team um Robert Dahl auf Nachfrage von inFranken.de. Mit dabei sind "Karls Klassiker" wie die Erdbeerraupenbahn, die Traktorbahn oder auch die Kartoffelsackrutsche. Außerdem sei als regionale Besonderheit noch ein spezieller Themenbereich geplant, den sie "Tribute to Wunderland" nennen. Dort soll es eine "waschechte Western Mainstreet" - mit vielen "Erinnerungsstücken von damals" und einer "wunderschönen Märchenfahrt durch den Wald" geben. Die Kosten belaufen sich laut Dahl auf insgesamt rund 30 Millionen Euro.

Mit einer besonderen kulinarischen Spezialität hatte Karls in Berlin und Elstal Aufsehen erregt: einem "knallroten Döner mit Erdbeer-Twist". Der Erdbeer-Döner hat vor allem in den sozialen Netzwerken für Furore gesorgt. Den Erdbeer-Döner gibt es in drei verschiedenen Varianten. Auf unsere Nachfrage, ob es den Erdbeer-Döner auch in Zukunft an Karls fränkischem Standort geben werde, hieß es von Robert Dahl, dass man das bis jetzt noch nicht vorgesehen habe. Aber der Döner sei "nach wie vor sehr erfolgreich" und man plane aktuell, ihn "im Sommer auf die Insel Usedom in Karls Erlebnis-Dorf" zu bringen und "auch in das neue Erlebnis-Dorf im Ruhrgebiet". Dahls finale Aussage lässt für alle, die den besonderen Döner gerne mal probieren würden, auf jeden Fall Wege offen: "Wer weiß, vielleicht schafft er es ja auch noch nach Plech?"

Freizeitpark-Spaß ohne Eintrittskosten: Das besondere Konzept von Karls

Was Karls von vielen anderen Freizeitparks unterscheidet, ist ein ungewöhnliches Geschäftsmodell: Der Eintritt in alle Erlebnis-Dörfer ist grundsätzlich kostenlos, wie das Unternehmen auf seiner Website mitteilt. Auch in Plech wird dieses Konzept beibehalten: Besucher können den Park betreten, ohne an der Kasse zahlen zu müssen – ein echtes Alleinstellungsmerkmal in der deutschen Freizeitpark-Landschaft.

Viele Attraktionen wie Indoor-Spielplätze, Riesenrutschen, Hüpfburgen oder moderierte Bonbonshows können komplett kostenfrei genutzt werden, so Karls. Nur für bestimmte Fahrgeschäfte wie die Erdbeerraupenbahn oder die Traktorbahn wird ein kleiner Obolus fällig. Wer mehrere Attraktionen nutzen möchte, kann sich eine Tageskarte oder Jahreskarte kaufen, die sich bei häufigeren Besuchen lohnt. Die Jahreskarte gilt sogar standortübergreifend für alle Karls Erlebnis-Dörfer in Deutschland.

Das Konzept funktioniert, weil Karls auf eine Mischung aus Bauernmarkt, gläserner Manufaktur und Gastronomie setzt. Während der Eintritt frei ist, verdient das Unternehmen an selbst hergestellten Produkten, Keramik, Spielzeug und kulinarischen Spezialitäten. So können Familien selbst entscheiden, wie viel sie ausgeben möchten – und niemand wird gezwungen, tief in die Tasche zu greifen.

Gläserne Manufakturen: Wo Erdbeeren zu Kunstwerken werden

Was Karls Erlebnis-Dorf von gewöhnlichen Freizeitparks unterscheidet, ist die Verbindung von Unterhaltung und traditionellem Handwerk. In den gläsernen Manufakturen können Besucher echten Handwerkern bei der Arbeit über die Schulter schauen – ein Konzept, das Transparenz wörtlich nimmt. Hinter großen Glasscheiben entstehen hausgemachte Köstlichkeiten wie Erdbeermarmelade, frisch gebackenes Brot, handgesiedete Seifen oder kunstvoll gezogene Bonbons, wie auf der Website von Karls Bremerhaven beschrieben wird.

Die Manufakturen sind mehr als nur Schauproduktion – sie sind das Herzstück der Karls-Philosophie. Hier wird deutlich, woher die Produkte im angeschlossenen Bauernmarkt kommen und wie viel Liebe zum Detail in jedem einzelnen Glas Marmelade steckt.

Besonders für Kinder ist es faszinierend zu sehen, wie aus einfachen Zutaten leckere Produkte entstehen. Die Erdbeere steht dabei natürlich im Mittelpunkt, schließlich begann alles mit einem Erdbeerhof der Familie Dahl.

Auch in Plech könnten die gläsernen Manufakturen eine zentrale Rolle spielen. Die wichtigsten Manufaktur-Bereiche bei Karls umfassen laut der offiziellen Karls-Website:

  • Marmeladenküche mit frisch gekochten Fruchtaufstrichen
  • Backstube mit traditionellem Brotbacken
  • Bonbon-Manufaktur mit handgezogenen Süßigkeiten
  • Seifensiederei mit natürlichen Produkten
  • Schokoladenwerkstatt mit süßen Kreationen

Diese Kombination aus Erlebnis, Bildung und Shopping macht den Besuch zu einem rundum sinnlichen Erlebnis, bei dem man nicht nur zusieht, sondern auch probieren und einkaufen kann.

Deutschlandweite Expansion: Karls plant weitere Standorte im Ruhrgebiet und darüber hinaus

Plech ist längst nicht das einzige neue Projekt in der Expansionsstrategie von Karls. Aktuell betreibt das Familienunternehmen bereits sieben Erlebnis-Dörfer in Deutschland – von Rövershagen bei Rostock über Rügen, Usedom, Berlin-Elstal, Warnsdorf in Schleswig-Holstein bis nach Döbeln in Sachsen und seit Mai 2025 auch Loxstedt bei Bremerhaven. Doch damit ist das Erdbeer-Imperium noch lange nicht am Ziel.

Inhaber Robert Dahl hat einen ehrgeizigen Plan: Bis 2035 soll jeder Bürger in Deutschland in weniger als 60 Minuten zum nächstgelegenen Erlebnis-Dorf gelangen können, so die Bild-Zeitung. Um dieses Ziel zu erreichen, sind mehrere neue Standorte in Planung. Neben Plech in Oberfranken entsteht auch ein Erlebnis-Dorf in Oberhausen im Ruhrgebiet, das voraussichtlich im Juni 2026 eröffnen soll, wie T-Online meldet. Ein weiterer Standort ist für Bispingen in Niedersachsen geplant, mit einer voraussichtlichen Eröffnung im Jahr 2027.

Die Expansion zeigt, wie erfolgreich das Karls-Konzept ist. Von den ursprünglichen Wurzeln als Erdbeerhof in Norddeutschland hat sich das Unternehmen zu einer deutschlandweiten Freizeitpark-Kette entwickelt. Jeweils im Frühjahr soll in den kommenden Jahren ein neuer Standort eröffnet werden – ein straffer Zeitplan. Für Franken bedeutet das: Bald können auch Familien aus der Region das Erdbeer-Erlebnis genießen, das im Norden längst Kultstatus hat.

Vom Märchenwald zur Westernstadt: Die bewegte Geschichte des Fränkischen Wunderlands

Bevor Karls nach Plech kommt, hatte das Gelände bereits eine lange und bewegte Geschichte als Freizeitpark. Im Jahr 1973 begann Ernst Schuster Senior mit dem Bau des Fränkischen Wunderlands. Das Fränkische Wunderland eröffnete 1976 zu Pfingsten mit dem ersten Bauabschnitt, dem "Märchenland". Direkt an der A9 zwischen Bayreuth und Nürnberg gelegen, entwickelte sich der Park über Jahrzehnte zu einem beliebten Ausflugsziel für Familien.

Im Laufe der Jahre wuchs das Fränkische Wunderland stetig und bot schließlich drei große Themenbereiche: den Märchenwald, eine Westernstadt und ein Aktionsareal. Elf liebevoll gestaltete Märchenszenen, die Ernst Schuster gemeinsam mit seiner Familie aufgebaut hatte, prägten den Park. Doch nach dem Tod des Gründers ging es bergab – Besucher berichteten, dass von Jahr zu Jahr weniger für den Park getan wurde.

Nach der Saison 2013 wurde der Freizeitpark schließlich geschlossen. Das Gelände lag über zehn Jahre im Dornröschenschlaf, alle Fahrgeschäfte wurden abgebaut und verkauft, blickt der Marktspiegel zurück