Nach sechs Jahren Tätigkeit als Stadtheimatpfleger wurde Ekkehard Arnetzl im Rahmen eines Festaktes im Rokokosaal von seinem Ehrenamt entbunden. 2009 hatte Arnetzl die Nachfolge von Karin Dengler-Schreiber angetreten. Er war damals ihr "absoluter Wunschkandidat", weil Arnetzl sich in seiner Rolle als "Nachtwächter" seit vielen Jahren schon mit großem Engagement für das Erbe Bambergs eingesetzt hatte, teilt die Stadt Bamberg mit.

Sechs Jahre lang war Ekkehard Arnetzl als Stadtheimatpfleger für Bamberg tätig, im Juni dieses Jahres hatte er angekündigt, sein Ehrenamt nicht verlängern zu wollen. Oberbürgermeister Andreas Starke bedauerte den Schritt, nutze bei dem Festakt aber die Gelegenheit, Arnetzl für seine langjährig geleistete Arbeit von Herzen zu danken.


Gegen die Überfrachtung

"Sie waren in Ihrem Amt stets ein Überzeugungstäter im besten Sinne", so Starke der Mitteilung zufolge. So sei ihm die Gestaltung und Nutzung des öffentlichen Raumes immer eine Herzensangelegenheit gewesen. Stets habe Arnetzl sich gegen eine Überfrachtung öffentlicher Plätze durch Straßenmöblierung ausgesprochen und sich für den strikten Vollzug der Werbeanlagensatzung eingesetzt.

Das Amt des Stadtheimatpflegers habe er mit großem Einsatz ausgeübt und sich nicht davor gescheut, auch einmal den "Finger in die Wunde" zu legen, wenn es um den Erhalt der von Baudenkmälern ging, sagt Starke: 2010 hat Ekkehard Arnetzl etwa einen "Abreiß-Kalender" herausgegeben, um einen Teil jener Verluste vor Augen zu führen, die die Stadt Bamberg durch Gebäudeabrisse erlitten hat. Auch gegen die seinerzeit geplante Schließung des Hain bades habe er sich vehement gestemmt.

Was Arnetzl den Worten Starkes zufolge besonders auszeichnet, ist sein Verständnis für Stadtheimatpflege, die ihm immer eine Herzenangelegenheit gewesen ist. "Ging es um den Vollzug des Bayerischen Denkmalschutzes, dann haben Sie aus tiefster ideeller Überzeugung Position bezogen und die Stadt fachkundig zu überzeugen gewusst", so Starke weiter. Heimatpflege erfordere immer einen außerordentlich großen Einsatz und den habe Arnetzl unermüdlich eingebracht.

Nachfolger von Ekkehard Arnetzl ist der gebürtige Würzburger Professor Andreas Dornheim. Starke zeigte sich überzeugt davon, "mit Ihnen einen guten Griff" getan zu haben. "Neben Ihrer hervorragenden Qualifikation zeichnen Sie Ihr hoher Identifikationsgrad mit der Stadt Bamberg und Ihr großes Interesse an dem breitgefächerten Ehrenamt des Stadtheimatpflegers besonders aus."


Bereits mit Ausstellung geglänzt

Ein großes Publikum weit über die Grenzen Bambergs hinaus hat Dornheim bereits mit der Ausstellung "Erba - verwobene Geschichte" im Rahmen der Landesgartenschau Bamberg 2012 auf dem Erba-Gelände beeindruckt: Im geschichtsträchtigen Ort der ehemaligen Batteurshalle der Erba-Baumwollspinnerei haben er und sein Team die Entwicklung von der "Mechanischen Baumwollspinnerei und Weberei" zur "Baumwollindustrie Erlangen-Bamberg" gezeigt.

Dornheim hat in Tübingen Geschichte und Politikwissenschaften studiert und dort auch promoviert. Im Anschluss daran arbeitete er als wissenschaftlicher Assistent am Institut für Geschichte der Pädagogischen Hochschule Erfurt. Nach seiner Habilitation im Jahr 2001 lehrte Dornheim als Privatdozent für Neuere Geschichte und Landesgeschichte an der Universität Erfurt. Zum Oktober 2007 wechselte er schließlich an das Institut für Geschichte der Otto-Friedrich-Universität in Bamberg, wo er als Außerplanmäßiger Professor den Lehrstuhl für Neuere und Neueste Geschichte unter Einbeziehung der Landesgeschichte vertritt.

Dornheim wurde zum 1.August zum ehrenamtlichen Stadtheimatpfleger der Stadt Bamberg bestellt. "Als Historiker sind Sie die ideale Ergänzung von Ihrem Pendant, Stadtheimatpflegerin Stephanie Eißing, die ihren Schwerpunkt in der Denkmalpflege hat", so Starke abschließend.