Die Täler von Aurach und Rauher Ebrach sind entlang der Hauptrouten, der Staatsstraße 2276 und der Bundesstraße 22 mit Radwegen schon recht gut erschlossen. Dennoch haben die Experten vom Büro Topplan bei der Erstellung des Alltagsradverkehrskonzepts für den Landkreis Bamberg noch etliche Lücken entdeckt - vor allem, was die Querverbindungen zu den Nachbartälern betrifft.

Insgesamt sind es 16 Wunschlinien, die in den Datenblättern für die Gebiete der Gemeinden Stegaurach, Walsdorf, Lisberg, Priesendorf, Burgebrach, Burgwindheim, Schönbrunn und Ebrach aufgeführt sind. Im fünften und letzten Teil der FT-Serie "Neue Wege" stellen wir diese teils schon fest geplanten, teils aber auch kaum realisierbaren Strecken vor.

Debring innerorts Eine kaum lösbare Aufgabe stellt sich den Radwegeplanern in Debring. Aufgrund des hohen Verkehrsaufkommens auf der Bundesstraße 22 ist die Ortsdurchfahrt für Radfahrer sehr unangenehm. Eine separate Führung mit Radfahrstreifen oder zumindest Schutzstreifen wäre wünschenswert, ist aber wegen des Straßenquerschnitts kaum möglich. Eine Parallelführung auf wenig befahrenen Nebenstraßen wäre möglich. Allerdings ist der direkteste Weg am sinnvollsten für den Alltagsradverkehr. Streckenlänge: 0,4 Kilometer; Ausbaupriorität: hoch.

Steinsdorf - Walsdorf Derzeit ist die hügelige Strecke durch den Wald schlecht einsehbar und in schlechtem Zustand. Der Radwegebau wird als absolut sinnvoll und wünschenswert erachtet. Der Ausbau der Staatsstraße 2279 ist vom Staatlichen Bauamt auch bereits für 2023 mit Geh- und Radweg geplant. Streckenlänge: 4,3 Kilometer; Ausbaupriorität: hoch.

Schönbrunn - Steinsdorf Die Staatsstraße 2279 ist in diesem Abschnitt schmal, kurvig und ohne Mittelstreifen. Für den Radverkehr wäre es sinnvoll, die gesamte Strecke - und nicht nur den Abschnitt Steinsdorf-Walsdorf (siehe oben) - mit einem straßenbegleitenden Radweg zu versehen. Streckenlänge: 2,6 Kilometer; Ausbaupriorität: mittel.

Trabelsdorf - Feigendorf - Kolmsdorf - Walsdorf Der Radwegebau entlang der Staatsstraße 2276 wäre sinnvoll, wobei zwischen Feigendorf und Kolmsdorf bereits ein gemeinsamer Geh- und Radweg existiert. Zwischen Trabelsdorf und Feigendorf ist die Straße fertig ausgebaut. Vom Staatlichen Bauamt wird daher keine Initiative kommen. Zwischen Kolmsdorf und Walsdorf soll aber in etwa fünf bis zehn Jahren ein Radweg gebaut werden. Es gibt eine Parallelstrecke, die aber abseits verläuft und die Orte nicht direkt anbindet. Der Ausbau an der St 2276 wird dennoch gewünscht, da das übrige Aurachtal bereits mit Radwegen ausgestattet ist und nur hier noch Lücken sind. Streckenlänge: 5,0 Kilometer; Ausbaupriorität: mittel.

Trabelsdorf - Tütschengereuth Zu dem Lückenschluss zwischen Aurachtal und Maintal an der Staatsstraße 2262 heißt es im Konzept: "Grundsätzlich ist der Bau eines Radweges notwendig, um die Strecke sicher befahren zu können. Auch für Schönbrunn und Lisberg wäre es eine wichtige Anbindung." Laut Staatlichem Bauamt hat die Verbindung als wichtiges Stück im Landkreis höchste Priorität. Die Strecke ist im Radwegebauprogramm für Staats- und Bundesstraßen 2020 bis 2024 angemeldet. Streckenlänge: 6,0 Kilometer, Ausbaupriorität: sehr hoch.

Ortseingang Burgebrach an der St 2262 Von Ampferbach kommend ist auf einem sehr kurzen Abschnitt die Wegbreite zu gering und zudem mit einer schwierigen Straßenquerung verbunden. Für die Querung wurden von den Planern Lösungsvorschläge erarbeitet. Insgesamt soll die Überleitung in den Mischverkehr überdacht werden. Alternativen wären die Verbreiterung oder eine andere Führung der Radfahrer. Streckenlänge: 0,1 Kilometer; Ausbaupriorität: hoch.

Burgwindheim - Heuchelheim Ein Radweg an der Kreisstraße BA 20 wäre eine sinnvolle Nord-Süd-Verbindung in Richtung Schlüsselfeld. Die Straße wurde unlängst umgebaut, daher plant der Landkreis derzeit keine Radwege. Streckenlänge: 9,1 Kilometer, Ausbaupriorität: mittel.

Reichmannsdorf - Treppendorf Für den Alltagsradweg an der Staatsstraße 2262 aus Richtung Schlüsselfeld haben die Konzeptersteller vor allem das Musikhaus Thomann als großen Arbeitgeber im Blick. Das Alltagsradverkehrskonzept betrachtet ihn als "absolut wünschenswert". Streckenlänge: 1,6 Kilometer, Ausbaupriorität: mittel.

Burgwindheim - Oberweiler über Wirtschaftsweg Die Strecke soll ausgebaut werden, um den aktuell schlechten Zustand zu beseitigen. Da von einem zeitnahen Ausbau ausgegangen wird, sind keine akuten Maßnahmen notwendig. Streckenlänge: 3,3 Kilometer; Ausbaupriorität: mittel.

Umfahrung Priesendorf Die Umfahrung des stark befahrenen Ortskerns soll über die Verbindung entlang der Teiche beim Rastplatz erfolgen. Der bestehende gute Geh- und Radweg südlich von Priesendorf endet aber am Rastplatz. Eine Fortführung wäre sinnvoll, erfordert aber Sanierung und Ausbau. Nur auf einem kurzen Stück ist tatsächlich Wegebau notwendig. Der Rest könnte schnell instandgesetzt werden. Teile des potenziellen Weges sind jedoch in Privatbesitz. Wenn der rechtliche Aspekt geklärt wird, kann hier mit wenig Aufwand eine große Verbesserung erreicht werden. Streckenlänge: 0,8 Kilometer; Ausbaupriorität: mittel.

Ebrach - Großgressingen Die Verbindung in Richtung Geiselwind und Autobahn brächte die Erschließung einer Nord-Süd-Achse. Der nördliche Teil der Strecke bis kurz vor Großgressingen ist im Kernwegekonzept enthalten und wird entsprechend ausgebaut. Da der Ausbau aber noch Zeit in Anspruch nehmen wird, empfehlen die Radexperten, die besonders schlechten Abschnitte kurzfristig zu sanieren. Das kurze Stück südlich von Großgressingen wäre die direkte Weiterführung ohne Umweg durch den Ort. Hier scheint ein neuer Verbindungsweg sinnvoll. Streckenlänge: 3,1 Kilometer; Ausbaupriorität: mittel.

Buch - Großbirkach - Füttersee Die Erschließung dieser Nord-Süd-Achse mit Anschluss an den Nachbarlandkreis ist vor allem mit Blick auf die Arbeitswege in Richtung Geiselwind wichtig. Da die Straße kurvig und hügelig teils durch den Wald führt, wäre ein Radweg sinnvoll. Streckenlänge: 5,5 Kilometer; Ausbaupriorität: mittel.

Ebrach - Untersteinbach Die Strecke an der Staatsstraße 2258 dient als Anschluss an den Landkreis Haßberge. Dort ist bereits ein gemeinsamer Geh- und Radweg vorhanden. Auf Bamberger Seite wird die kurvige Straße durch den Wald zwar nur mäßig stark, aber oft mit hoher Geschwindigkeit befahren. Um die Strecke radfahrtauglicher zu machen, wäre eine separate Radverkehrsführung sinnvoll. Streckenlänge: 6,8 Kilometer; Ausbaupriorität: niedrig.

Mühlendorf - Kreuzschuh - Grasmannsdorf Die Verbindung bedarf abschnittsweise der Sanierung. Gewünscht wird eine Asphaltierung, um eine ganzjährige Befahrbarkeit zu sichern. Sollte das nicht möglich sein, weil es sich um Forstwege handelt, sollten die wassergebundenen Decken regelmäßig geprüft und instandgesetzt werden. Planungen für einen straßenbegleitenden Radweg zwischen Mühlendorf und Kreuzschuh haben sich zerschlagen. Streckenlänge: 2,3 Kilometer; Ausbaupriorität: niedrig.

Wirtschaftsweg von Schönbrunn nach Grub Wassergebundene Decken sind für den Alltagsradverkehr grundsätzlich nicht geeignet, da die ganzjährige Befahrbarkeit zumeist nicht sichergestellt ist. Der als mäßig eingestufte Teil ist aber in recht gutem Zustand. Der als schlecht eingestufte Abschnitt, ein Spurweg mit Grünstreifen in der Mitte, sollte saniert werden. Bei regelmäßiger Instandhaltung erscheint den Experten eine Asphaltierung nicht zwingend notwendig. Streckenlänge: 1,6 Kilometer; Ausbaupriorität: keine.

Westlicher Ortseingang Grub Ein kurzer Streckenabschnitt muss im Mischverkehr befahren werden, bevor man den westlichen Ortseingang von Grub erreicht. "Der Bau eines Radweges wäre schön, ist aber nicht zwangsweise notwendig", heißt es dazu im Radverkehrskonzept. Streckenlänge: 0,2 Kilometer; Ausbaupriorität: keine.und