Vor 25 Jahren wurde der Stadt Bamberg der Titel "Weltkulturerbestadt" von der Unesco bei einer Sitzung in Cartagena in Kolumbien verliehen. Diese Auszeichnung umfasst die historisch gewachsene Berg-, die Insel- und die Gärtnerstadt und hat die Stadt seitdem entscheidend geprägt.
Bamberg stand am letzten Wochenende ganz im Zeichen des Weltkulturerbes. Patricia Albert, Leiterin des Zentrums Welterbe Bamberg (ZWB) und ihr Team haben sich einiges einfallen lassen, um diesen Anlass gebührend zu feiern.

Das Welterbefest, nur eine von vielen Veranstaltungen in diesem Jahr, hatte am Samstag mit einem großen Fest für die ganze Familie auf dem Maxplatz begonnen.

Der Sonntag, der Unesco-Welterbetag, ermöglichte es im Rahmen von 25 unterschiedlichen Themenführungen die Stadt neu zu entdecken. In enger Zusammenarbeit des Zentrums Welterbe Bamberg mit dem museumspädagogischen Verein Agil waren Führungen erarbeitet worden, die ganz unterschiedliche Aspekte der Weltkulturerbestadt Bamberg vorstellen sollen.

Die Angebotspalette reichte von Führungen u.a. zum Thema "Hopfen und Malz", über die "Bamberger Bierkeller-Kultur", bis hin zu "Historischen Gasthäusern" und "Gelungene Beispiele des Denkmalschutzes". Daneben konnte man sich über "Jüdisches Leben in Bamberg", über das "Bamberger Bäckerhandwerk", die "Bamberger Gesundheitsgeschichte" oder über "E.T.A.-Hoffmanns Wirken in Bamberg" informieren. Dazu kamen Führung zu Bambergs repräsentativen Plätzen, zum Michelsberg, zum Dom und zu den Museen am Domberg. Für Menschen mit Gehbeeinträchtigung wurden zwei Bustouren angeboten. Rund 250 Interessierte nahmen die Gelegenheit war, um ihr Wissen über Bamberg zu vertiefen bzw. vielleicht einmal auch etwas Neues über das "fränkische Rom" zu erfahren.

Christine Panzer führte eine Gruppe zum Thema "Kunst im öffentlichen Raum" durch Bamberg. Ein Thema, über das man trefflich streiten kann, das haben die Diskussionen um die großen Skulpturenausstellungen von Fernando Botero bis Rui Chafes in diesem Jahr gezeigt.

Begonnen hat die Führung mit einem kurzen Einblick in das Künstlerhaus Villa Concordia und dann ging es weiter zur Skulptur "Air-Earth" von Jaume Plensa, gefolgt von Joannis Avramidis' "Große Figur 1982" am Pfahlplätzchen und den beiden Skulpturen von Rui Chafes am Alten Rathaus. Ein Blick auf "Centurione I" von Igor Mitoraj durfte genauso wenig fehlen, wie auf die "Liegende mit Frucht" von Fernando Botero, die einige in Bamberg doch mit wenig schmeichelnden Bezeichnungen bedacht haben. "Kunst soll aber ruhig auch provozieren", meinte eine Teilnehmerin, "gerade in einer Stadt wie Bamberg, sonst wird sie zu einem langweiligen Museum."

Die Tatsache, dass immer wieder ein Großskulptur für Bamberg angekauft wird, wurde einhellig gelobt. Am Schluss der Führung konnte noch kurz die "Ankerfigur" von Bernhard Luginbühl am Schiffbauplatz erläutert werden. Erwin Wortelkamps "Stimmgabel", ursprünglich eine Holzskulptur, die 2002 in Bronze gegossen wurde, bildete den Abschluss der Führung.

Trotz der hochsommerlichen Temperaturen hätte man gerne mehr Zeit gehabt und dadurch vielleicht noch etwas mehr über das eine oder andere Kunstwerk erfahren, doch an solchen Tagen müssen auch Ablaufpläne eingehalten werden. Alle Führungen, zu denen sich knapp 250 Personen angemeldet hatten, endeten am Ziegelbau neben der Konzerthalle.


Mit Süßholz-Aperitif empfangen

Dort wurden die Gruppen mit einem leckeren Süßholz-Aperitif empfangen. Für die Stadtspitze begrüßte der Dritte Bürgermeister Wolfgang Metzner (SPD) die Gäste und auch die zahlreichen Sponsoren, die die Veranstaltung erst ermöglicht hatten. Wolfgang Metzner erinnerte daran, dass der Titel "Weltkulturerbe" auch eine Auszeichnung ist, die es gilt zu würdigen und zu bewahren. Es bedarf daher das Engagements vieler, das Erbe zu schützen, zu erhalten und an die nächste Generation weiter zu geben.

Patricia Albert sprach in ihrer Begrüßung davon, dass das Weltkulturerbe Bamberg nicht nur in Fachvorträgen, Interviews und Konferenzen erfahrbar ist, sondern auch Freude und Genuss bereiten soll.

Anschließend gab es ein fränkisches Buffet. Für den Blumenschmuck sorgten acht verschiedene Bamberger Gärtnerei-Betriebe. Musikalisch umrahmte die Gruppe "Boxgalopp" die Veranstaltung und Heiner Gremer vom Bayerischen Rundfunk moderierte den kurzweiligen Abend.