Ab dem 15. Dezember sollen alle Impfzentren in Deutschland einsatzbereit sein. Gesundheitsministerin Melanie Huml hat für Bayern "sehr positive Signale" erhalten, dass die Vorbereitungen im Freistaat gut vorankommen. Bundesgesundheitsminister Spahn rechnet noch dieses Jahr mit den ersten Impfstoff-Lieferungen. Bis es soweit ist, laufen die Vorbereitungen in den Landkreisen auf Hochtouren. Die wichtigsten Fragen und Antworten zum bevorstehenden Impfstart:

Warum gibt es die Impfzentren?

"Die Impfzentren werden eingerichtet, um mehr Menschen in kürzerer Zeit impfen zu können", informiert die Bundesregierung (www.zusammengegencorona.de). Zudem werde so die Verteilung des Impfstoffs an Personen, die priorisiert geimpft werden, erleichtert. Ein weiterer Aspekt sei die Lagerung des Impfstoffs: Nicht in jeder Praxis und jeder Apotheke seien die nötigen Voraussetzungen für eine temperatur- und mengengerechte Lagerung vorhanden - denn einer der möglichen Impfstoffe benötige beispielsweise eine Kühlung von minus 70 Grad. Auch deshalb sollen die Impfstoffe direkt bedarfsgerecht an die kommunalen Impfzentren ausgeliefert, statt in Apotheken gelagert werden. Darüber hinaus kommen mobile Impfteams zum Einsatz, die weniger mobile Menschen aufsuchen können.

Muss man sich impfen lassen - und kann sich jeder impfen lassen?

Es handelt sich um ein freiwillig wahrzunehmendes Impfangebot. Trotzdem sind die Impfzentren vorerst nicht für jeden vorgesehen: Die Impfungen würden in der ersten Phase insbesondere bei besonders gefährdeten Personengruppen erfolgen, sagt ein Ministeriumssprecher des Bayerischen Staatsministeriums für Gesundheit und Pflege (StMGP). Dazu würden beispielsweise Bewohner von Pflegeheimen und Pflegepersonal zählen. Erst wenn der Impfstoff großflächig verfügbar ist, wird es für jeden möglich sein, sich impfen zu lassen. Dafür sollen statt den Testzentren dann regulär ärztliche Einrichtungen dienen, sofern die Lagerbedingungen für den Impfstoff erfüllt werden können.

Sind die Impfungen kostenlos und wie werden Impfstoffe und Impfzentren finanziert?

In der nationalen Impfstrategie ist aktuell eine Finanzierung der Impfstoffe durch den Bund und der Impfstellen durch Bund und Länder vorgesehen. Die Impfung wird deshalb für alle Bürgerinnen und Bürger kostenlos sein.

Wer wird in den Impfzentren arbeiten?

"Ausschließlich qualifizierte Ärztinnen und Ärzte sowie medizinisches Fachpersonal werden die Impfungen durchführen", erklärt das StMGP. Bereits Mitte November hätten sich in einer ersten Abfrage über 2 800 Vertragsärztinnen und -ärzte bereiterklärt, sich an der Durchführung der Impfungen zu beteiligen. Darüber hinaus sind Organisationen wie das Rote Kreuz, das Technische Hilfswerk und der Arbeiter Samariter Bund beteiligt.

Wie viele Menschen kann das Personal impfen? Das StMGP geht davon aus, dass zwei jeweils fünfköpfige Teams mit je einem Arzt oder einer Ärztin binnen vier Stunden 100 Menschen impfen können. Wie lange es allerdings dauern werde, alle Impfwilligen zu impfen, sei laut Ministerin Huml nicht seriös abschätzbar. Besonders, da derzeit noch nicht klar sei, wie viele Menschen sich überhaupt impfen lassen wollen.

Wird die Impfung in den Impfpass eingetragen?

Ja, denn gemäß dem Infektionsschutzgesetz ("Impfdokumentation") ist die Durchführung einer Impfung unverzüglich in einem entsprechenden Ausweis, also den Impfpass, einzutragen oder als Bescheinigung auszuhändigen.

Nach welchen Kriterien wurden die Standorte ausgewählt?

Das Impfangebot soll möglichst vielen Personen zugänglich gemacht werden, so dass jeder Landkreis (oder die entsprechende kreisfreie Stadt) mindestens ein Impfzentrum einrichtet - die konkrete Standortauswahl unterliegt dann der jeweiligen Kreisverwaltungsbehörde. Im Idealfall verfügt die Örtlichkeit über Barrierefreiheit, genügend Parkmöglichkeiten, gute Erreichbarkeit mit öffentlichen Verkehrsmitteln und eine Eignung für Sommer- und Winterbetrieb. Natürlich spielen auch die Lagervoraussetzungen und die Nähe zum nächsten Krankenhaus eine große Rolle. Diese und weitere Empfehlungen für den Aufbau und Betrieb hatte das StMGP im Vorfeld in einem Schreiben an die zuständigen Behörden formuliert.

Unter www.stmgp.de sind weitere Informationen zu finden. Die Landratsämter informieren über die jeweiligen Impfzentren der Landkreise.