Nur 30 Jahre liegen zwischen den Aufnahmen und dennoch zeigen sie, wie viel in der Zwischenzeit geschehen ist. Der Waldgürtel rund um die Altenburg hat den Mauerring verschluckt und den Pallas größtenteils überwuchert. Fehlt nur, dass auch noch die Dächer verschwinden.


Nur noch die Dächer sind sichtbar


Dieses Szenario ist eines, das sich vom Balkon des 77-jährigen Bambergers Adelbert Fleischmann präsentiert. Seit 25 Jahren wohnt Fleischmann in dem Haus in der Valentin-Becker-Straße im Bamberger Südwesten, und in dieser Zeit hat er zugesehen, wie das Bamberger Wahrzeichen Stück für Stück weniger wurde.
So kann das nicht weiter gehen, findet Fleischmann. Er appelliert an die Verantwortlichen der Stadt und des Altenburgvereins, den Wald rund um die Altenburg so zurückzuschneiden, dass das historische Gemäuer von der Stadt aus noch als Burg erkennbar ist.


"Jede Baumfällung rechtfertigen"


Doch auch der unversehrte Wald hat seine Anhänger: "Ich muss mich für jeden Baum rechtfertigen, den ich hier rausnehme", sagt Dieter Bierlein, zuständig bei der Stadt für die Bewirtschaftung des Altenburgwalds. Er weist auf die hohe Bedeutung des aus dem Niedergang der historischen Nutzung von Obstgärten entstandenen Waldes als Naherholungsgebiet, als Naturparadies und Landschaftsschutzgebiet hin.

Doch Bierlein ist ebenso bewusst, wie wichtig die Sichtachsen in der Stadt Bamberg sind. Ein Altenburgberg ohne sichtbare Burg - das wäre auf Dauer wohl kaum möglich.

Ein Vorschlag von Bierlein ist es auch, die historische Nutzung als Streuobstwiesen unterhalb der Altenburg wieder aufleben zu lassen. Welche Chancen eine solche Initiative hat und weitere Meinungen zum Thema finden Sie hierim Premiumbereich von infranken.de (für Abonnenten kostenlos).

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