Beim Betreten des Gebäudes an der südlichen Promenade werden bei Oberbürgermeister Andreas Starke (SPD) schnell Erinnerungen wach: "Hier bin ich gemustert worden", erzählt der 61-Jährige während er die Stufen zum alten Eingang in das ehemalige Kreiswehrersatzamt hoch steigt. Die schwere Tür sieht noch aus wie damals. Starke wird die Jahrzehnte alte Erinnerung, wie auch vielen anderen Bürgern, erhalten bleiben, denn der alte soll auch der neue Eingang zum geplanten Bürgerrathaus sein, das im Frühjahr 2019 seine Pforte öffnen wird.


Arbeiten haben 2017 begonnen

Bei einem Rundgang informierten Starke und Finanzreferent Bertram Felix jetzt über das Konzept und den Fortschritt der Arbeiten, die im April 2017 begonnen haben.

So wird das Gebäude bis auf den Eingang äußerlich nicht verändert, dort soll laut Felix künftig ein Aufzug den barrierefreien Zugang ermöglichen. Im Bürgerrathaus sorgt später ein blindengerechtes Leitsystem für Orientierung. Auf den 4635 Quadratmetern kommen über fünf Etagen verteilt 150 Mitarbeiter in 87 Büros unter: Anfang 2019 zieht das Ordnungsamt vom Rathaus am Maxplatz in das Erdgeschoss und das erste Obergeschoss um. Außerdem sollen das Sozial- und Jugendamt aus dem sanierungsbedürftigen Schloss Geyerswörth in die oberen Geschosse verlagert werden.

Allerdings betont Felix: "90 bis 95 Prozent seiner Anliegen wird der Bürger erledigen können, ohne in die oberen Stockwerke zu müssen." So sollen Bürger im Erdgeschoss des Bürgerrathauses kommunale Serviceleistungen an einem Ort gebündelt vorfinden.


Stadtwerke und Stadtbau

Zentrale Anlaufstelle wird dabei die Infothek im hellen Atrium sein, wo an sechs Plätzen zum Beispiel neue Personalausweise beantragt werden können. Daneben kommen auch das Servicezentrum der Stadtwerke und eine Beratungsstelle der Stadtbau im Erdgeschoss unter.

Laut Oberbürgermeister Starke ist das Bürgerrathaus damit Teil des Konzepts der Verwaltungsreform, wonach Dienststellen konzentriert werden sollen. Das Gebäude wird auch energetisch auf den neuesten Stand gebracht und künftig mit Fernwärme versorgt.

Die Gesamtinvestition beträgt 8,15 Millionen Euro. Das Projekt wird mit 2,6 Millionen aus dem Kommunalinvestitionsprogramm des Bundes gefördert.