Auf den ersten Blick mag die Kombination gewagt erscheinen, doch sie ging ganz wunderbar auf, auch wenn die Mischung aus Comedy und A capella-Kunst am Sonnabend weit weniger Menschen auf den Domberg lockte als Hubert von Goisern tags zuvor, dem 3500 Zuhörer gelauscht hatten. Zum Abschluss ihrer siebenfach geballten "Frankenpower"-Tournee waren das in Ansbach verwurzelte Vokalensemble Viva Voce und das Komikerduo Rassau und Heißmann alias Waltraud und Mariechen auf dem Bamberger Domberg angekommen.


"Billiger als der Babysitter"



Gelungen war schon der klamaukreiche Einstieg der beiden Fürther, bei dem sich vor allem Rassau im spontanen Dialog mit dem Publikum hervortat, beispielsweise mit einer Siebenjährigen, die zum Open Air hatte mitkommen müssen, weil die "Karte billiger ist als der Babysitter". Und den Rat, beim Gehen bergan doch die Hände zu bewegen - "dann geht‘s leichter" - wollte "Luis Trenker" nicht befolgen. Für Lacher sorgten auch Sketche wie der um den "hellen Herrenhalbschuh in Schwarz" oder Szenen aus dem Leben, das für die Witwen Waltraud und Mariechen alles andere als ein "Fleischsalat" ist.

Sogar singen können die schönen Frauen aus Fürth, zumal Volker Heißmann, was dieser in "New York, New York" stimmkräftig bewies. Was nicht nur daran lag, dass ihm die muntere Fünferbande Viva Voce zur Seite stand. Das Ansbacher "A capella-Kommando" sang sich sofort in die Herzen der Frauen und gewiss mancher Männer. Ein Bass, ein Kontrabass, ein E-Bass, Heiko Benjes nämlich, sorgte für sattes stimmlich-instrumentales Fundament, Jörg Schwarzmanns vermochte die Schlagzeugvielfalt von der kleinen bis zur großen Trommel allein mit seinem Bartion täuschend echt zu imitieren. Quicklebendig war, auch tanzend, Bastian Hupfers Tenor, Mateusz Phouthawong betrieb als "Kartoffelheld" Landwirtschaft mit viel Elan. Ganz großartig war David Lugert, der Charmeur und Sunnyboy von Viva Voce, die nicht nur mit älteren Liedern wie "Volare" und aktuellen Hits wie "Somebody That I Used to Know" begeisterten. Was die nordenglische Band Walk off the Earth zu fünft an einer Gitarre schafft, gelingt den Ansbachern, von denen einige dem Windsbacher Knabenchor entstammen, schon seit bald eineinhalb Dekaden - gute, begeisternde Musik zu machen. Famos!