Katharina Habersack und Aline Dietz schaffen Eimer mit Blüten vors Schloss. Es ist Donnerstag kurz nach 4 Uhr. Bis viertel neun sollte "Glaube, Liebe Hoffnung" fertig sein. Das ist das Motto des Blumenteppichs, den die jungen Frauen vor dem vierten Altar legen. Jeder Handgriff sitzt. Kein Wunder. Seit Generationen ist Burgwindheim bei seinem Blutsfest, dem Fest zum Heiligen Blut, so die offizielle Bezeichnung, eingespielt. Das wird im Steigerwaldort zum 549. Mal begangen. Die 740 Einwohner feiern es mit Tausenden von Gläubigen aus dem westlichen Landkreis und darüber hinaus.

Dieser Feiertag hat in Burgwindheim größere Bedeutung erlangt als Weihnachten und Ostern oder sogar beide zusammen. Schüler bekommen schulfrei und Erwachsene nehmen sich Urlaub. Seit Jahren verleiht der Erzbischof dem Blutsfest zusätzliche Bedeutung. In diesem Jahr kam er sogar gemeinsam mit Bischof Jorge Carrion aus Peru.