Immer einen Schritt hinten dran. So muss sich der Amateursport in Zeiten der Pandemie vorkommen. Erst wenn die Regierung Lockerungen zulässt, können die Sportverbände auf Training und Wettkämpfe hoffen. Langsam läuft ihnen die Zeit jedoch davon, weshalb teilweise bereits Entscheidungen gefallen sind.

Fußball

Bis Sommer dieses Jahres soll die laufende Saison im bayerischen Herrenfußball zu Ende gespielt werden, so der Plan des Bayerischen Fußballverbands (BFV). Für Manfred Neumeister, Spielleiter im Fußballkreis Bamberg/Bayreuth/Kulmbach, hat das Priorität: "Die Saison begann vor zwei Jahren, es wird Zeit, dass wir sie abschließen. Wir sind im Kreis recht weit, in vielen Ligen fehlen nur fünf, sechs Spieltage." Zwar sind nicht alle Spielkreise so weit fortgeschritten, doch die Herangehensweise ist dieselbe.

Wann wieder gespielt werden kann, entscheide die Pandemie, sagt Neumeister. "Ich hoffe, nach Ostern. Dann würden wir die Saison mitsamt der Relegation problemlos bis Ende Juni durchbringen." Eine Verlängerung über den Sommer hinaus schließt Neumeister aus, diesbezüglich sei man sich im Bezirk einig. "Stattdessen wollen wir im Spätsommer die neue Saison starten und dann wieder im normalen Rhythmus sein", sagt Neumeister.

Unwahrscheinlich ist derweil, dass der Ligapokal auf Kreisebene stattfindet: "Der Ligapokal als zusätzlicher Anreiz für die Teams steht hinten an. Die Austragung in der geplanten Form ist sehr unwahrscheinlich."kow

Eishockey

Die Eishockey-Saison ab der Bayernliga abwärts ist seit Beginn des zweiten Lockdowns unterbrochen. Der Bayerische Eissportverband hat gestern entschieden, die Spielpause bis 31. Januar zu verlängern. Obmann Frank Butz erklärt: "Wohlwissend, dass es immer unwahrscheinlicher wird, einen geordneten Spielbetrieb für alle unsere Ligen durchzuführen, erachten wir einen endgültigen Saisonabbruch zum jetzigen Zeitpunkt als das falsche Signal. Viele Eisstadien wurden bereits dauerhaft für diese Saison geschlossen. Ein kompletter Abbruch hätte aller Voraussicht nach zur Folge, dass weitere Kommunen/Betreiber diesem Schritt folgen." Butz hofft, dass in dieser Saison wenigstens noch Training möglich ist. "Für unsere Nachwuchsathleten wäre dies sehr wichtig." In den drei höchsten deutschen Ligen (DEL, DEL 2, Oberliga), in denen professionelle Strukturen herrschen, läuft die Saison weiter.cs

Tischtennis

Seit Ende Oktober geht auch auf bayerischer Tischtennis-Ebene nichts mehr. Während die Bundesliga mit dem fränkischen Vertreter TTC Bad Königshofen weiterläuft, werden auf den niederklassigen Platten keine Bälle geschlagen. Die Hoffnung des Bayerischen Tischtennis-Verbands ist es, die Saison ab dem 1. März als Einfachrunde zu Ende zu bringen, Vizepräsident Gunther Czepera aus Altenkunstadt ist aber skeptisch: "Der Lockdown wird bestimmt nochmal verlängert. Sport ist wohl frühestens im April wieder erlaubt." Einige Turniere sind bereits gestrichen, andere Meisterschaften verlegt. Nach der nächsten planmäßigen Konferenz der Ministerpräsidenten Ende Januar wollen sich Czepera und seine Kollegen wieder besprechen.rup

Kegeln

Der Deutsche Keglerbund Classic (DKBC) hat die Saison in den Bundesligen und 2. Ligen bereits abgebrochen. Die über 120 Wurf spielenden Vereine der beiden höchsten Spielklassen gehen im September mit selber Ligeneinteilung in die neue Runde.

Zwar hat der Bayerische Sportkegler- und Bowlingverband (BSKV) noch nicht über einen Abbruch entschieden, doch werden auf oberfränkischer Ebene die Mannschaftswettbewerbe nicht mehr aufgenommen. Der Sportausschuss des BSKV-Bezirks Oberfranken entschied am vergangenen Wochenende, den Spielbetrieb in den Erwachsenen- und Jugendklassen des Bezirks sowie in den Kreisen abzubrechen. Die absolvierten Spiele werden nicht gewertet, die Saison 2021/22 wird bei gleicher Ligeneinteilung im September (wenn möglich) neu gestartet. "Sollte die Pandemie-Lage einen Spielbetrieb in den Monaten Mai bis Juli erlauben, wird der BSKV-Bezirk in Abstimmung mit den Kreisen über Ersatzveranstaltungen beraten und diese wenn möglich anbieten", teilte der Bezirksvorsitzende Partrick Lindthaler (Bayreuth) mit.

Die Deutsche Classic-Kegler-Union (DCU), in der die über 200 Wurf spielenden Vereine organisiert sind, hat die Runde noch nicht für beendet erklärt. Morgen trifft sich die Bundesligakommission mit dem Präsidium und den Ländervertretern. "An diesem Abend werden die Entscheidungen über den Bundesligaspielbetrieb gefällt und dann auch zeitnah ein Statement veröffentlicht", teilte Jörg Böckle, Sport-Vizepräsident in der DCU, mit. ps

Volleyball

Landesspielwartin Petra Stumpf (Hof) hofft darauf, die Volleyballsaison in einer Einfachrunde beenden zu können. Konkrete Beschlüsse will man beim Bayerischen Volleyball-Verband zeitnah erarbeiten. "Dafür werden wir uns in den nächsten Tagen in den verschiedenen Gremien zusammenschalten", sagt Stumpf. Zumindest kehren am Samstag die zweiten Bundesligen in den Spielbetrieb zurück, nachdem dieser Mitte Dezember zunächst unterbrochen worden ist.reu

Handball

In den Bezirken soll der Spielbetrieb in Form einer Einfachrunde bis spätestens 28. Februar aufgenommen werden. Ist das nicht möglich, wird die Saison abgebrochen und alle bisher absolvierten Spiele annulliert. Auf- und Absteiger würde es nicht geben. In den Landes- und Bayernligen soll die Einfachrunde bis zum 27. Februar beginnen. Klappt das nicht, soll die Saison in Turnierform an vier Wochenenden durchgeführt werden. Ist bis 9. Mai kein Spielbetrieb möglich, wird abgebrochen.

In den 3. Ligen und in den Jugendbundesligen wird die Runde bis zum 28. Februar ausgesetzt. Bereits abgesagt sind die Jugendsaisons, da der eigentliche Starttermin (31. Januar) aufgrund der Verlängerung des Lockdowns nicht gehalten werden kann. Zwei Ausnahmen gibt es: die männlichen und weiblichen Bayernligen der B-Jugend, da es hier um die Teilnahme an der Deutschen Meisterschaft geht. the

Basketball

Die Bundesligen der Männer und Frauen sowie die Pro-A- und die Pro-B-Staffeln laufen weiter. Die 2. Liga der Frauen will den Spielbetrieb am kommenden Wochenende wieder aufnehmen. Nach der erneuten Verlängerung des Lockdowns durch die bayerische Staatsregierung hat der Bayerische Basketballverband (BBV) für seine Ligen einen Re-Start zum 20. Februar aufgegeben. Nächster angepeilter Termin ist der 20. März für Nachholspiele und der 27. März für den Rest-Spielplan. Wenn gespielt werden kann, sollen die BBV-Ligen in einer Halbrunde ausgetragen werden, also jede Partie fände nur einmal statt. Bereits ausgetragene Ergebnisse würden gewertet.

Im Bezirk Oberfranken werden dagegen keine Aufstiegsrechte für die Saison 2021/22 ausgespielt. Die Runde wird als organisierter Spielbetrieb mit Freundschaftsspielcharakter beendet. Das heißt, dass die Ansetzungen ab dem 20. Februar vorerst erhalten bleiben. Vereine, die keine Partien mehr austragen möchten, können ihre Mannschaften zurückziehen - ohne Strafen.us

Sportschießen

Die Sportschützen schießen seit Monaten nicht mehr scharf und die Gewehre und Pistolen bleiben noch länger verschlossen im Schrank. "Ein geordneter Wettkampf- und Trainingsbetrieb ist aufgrund der aktuellen Auflagen nicht denkbar", sagt Alexander Heidel, Geschäftsführer des Bayerischen Sportschützenverbands. Gesonderte Regelungen gebe es in Ausnahmefällen lediglich für Berufs- und Leistungssportler der Bundes- und Landeskader.

Aber an eine Fortsetzung der im Oktober mit vereinzelten Vergleichskämpfen begonnen Punktrunde sei nicht zu denken. "Die Saison endet in der Regel bei uns ja schon wieder Mitte März, so dass wir hoffen, im Herbst wieder von Neuem starten zu können", schätzt Heidel die Situation realistisch ein. oph

Schwimmen

Die Hallenbäder sind für die Öffentlichkeit weiterhin geschlossen. Nur Kader-Athleten dürfen trainieren.pia

Leichtathletik

Während die klassische Leichtathletik auf eine einigermaßen normale Saison hofft, sieht es für die in der ersten Jahreshälfte geplanten Laufveranstaltungen nicht gut aus. "Aktuell ist es schwer vorstellbar, dass 500 Leute nebeneinander an der Startlinie stehen. Aber das liegt am jeweiligen Konzept vor Ort", sagt Martin Kallmeyer, stellvertretender Geschäftsführer des Bayerischen Leichtathletik-Verbands, und verantwortlich für die Wettkampforganisation. "Für die Stadion-Leichtathletik, die ihren Höhepunkt im August, September und Oktober erlebt, sind wir aber optimistisch. 2020 haben wir bereits gute Erfahrungen gemacht, zum Beispiel mit der Bayerischen Meisterschaft vor 500 Zuschauern. Darauf hoffen wir 2021 auch. Die Terminpläne sind gemacht." Ziel sei, dass alle sieben Bezirke zeitgleich zu einem geregelten Wettkampfbetrieb zurückkehren. "Das wurde aber noch nicht diskutiert und wäre gegenwärtig auch nur Kaffeesatzleserei", sagt Kallmeyer.tsc