Die Bamberger Brose-Basketballer sicherten sich am Gründonnerstag mit einer in der ersten Halbzeit bärenstarken und nach der Pause soliden Leistung in Tübingen einen verdienten 87:75 (56:40)-Erfolg. Jetzt ist der deutsche Meister am Sonntag (20.30 Uhr/Sport1 live) in der Frankenhölle gegen Alba Berlin gefordert nachzulegen, um den zweiten Tabellenplatz in der Basketball-Bundesliga gegen die Bayern abzusichern. Die Münchner setzten sich am Donnerstag mit 84:72 gegen Bonn durch und sind am Sonntag beim designierten Absteiger in Vechta hoher Favorit.
Mit Darius Miller, Nikos Zisis und Leon Radosevic schonte Bambergs Coach Andrea Trinchieri gleich drei Starter - außerdem musste er auf die verletzten Elias Harris und Lucca Staiger verzichten. Trotzdem ließ der deutsche Meister dem Tabellen-15., der den Klassenerhalt bereits sicher hat und somit locker aufspielen konnte, nicht den Hauch einer Chance.
Vor allem Fabien Causeur dominierte die ersten 20 Minuten. Mit 16 Punkten (ohne Fehlwurf) und vier Assists glänzte der Franzose in den ersten 20 Minuten. Mit einer aggressiven Verteidigung und guter Ballbewegung im Angriff bauten die Gäste ihre Führung Mitte des ersten Viertels mit einem 19:5-Lauf bis auf 27:12 aus. Immer wieder attackierten die Bamberger den Korb und standen nach den zahlreichen Fouls der Tübinger in den ersten zehn Minuten (33:21) 16 Mal (14 Treffer) an der Freiwurflinie.
Zu Beginn des zweiten Viertels kamen die Tigers zwar auf 26:35 heran, doch nach 17 Minuten führten die Brose-Jungs, die in der ersten Halbzeit 71 Prozent ihrer Würfe aus dem Feld trafen, erstmals mit 20 Punkten (51:31).
Nach nur fünf Turnovers in Halbzeit 1 gingen die Gäste nach der Pause sehr leichtsinnig mit dem Spielgerät um (12 Ballverluste). Das bestraften die Tübinger Washburn (2) und Kidd mit drei Dreiern eiskalt (51:61). Trotz einiger Konzentrationsmängel zog der Meister aber wieder auf 75:59 davon.
Zu Beginn des letzten Viertels blies der starke Kidd zur Aufholjagd (67:75). Doch der sicher treffende Janis Strelnieks (15 Punkte/4 von 5 Dreiern/5 Assists), der unermüdlich rackernde Daniel Theis (14 Punkte bei nur einem Fehlwurf/7 Rebounds) und Nicolo Melli (9/6/4 Assists) sorgten schließlich dafür, dass der Erfolg gegen die munter aufspielenden Schwaben nie in Gefahr geriet. Dafür verantwortlich war nicht nur die Trefferquote aus dem Feld (Bamberg 63 Prozent/Tübingen 45), sondern auch die deutliche Reboundüberlegenheit (35:19).
Andrea Trinchieri zog Bilanz: "Die Partie heute war wie ein Jo-Jo-Spiel. Wir waren vorne, Tübingen kam ran, wir zogen wieder davon - und das wiederholte sich immer wieder. Letztendlich sind wir nach Tübingen gekommen, um das Spiel zu gewinnen. Das haben wir geschafft, insofern haben wir unseren Job gemacht. Einige Spieler sind verletzt, viele andere haben große Belastungen in ihren Knochen. Trotzdem sind wir professionell aufgetreten und gewannen ohne große Gefahr."
Jetzt muss der Tabellenzweite am Sonntag gegen Alba Berlin noch einmal alle Kräfte bündeln, um vor der 13-tägigen Spielpause Rang 2 abzusichern. Die Hauptstädter trafen zuletzt ebenfalls auf Tübingen und setzten sich trotz 22 Ballverlusten vor eigenem Publikum ungefährdet mit 89:72 durch. Für den Tabellensechsten geht es darum, die punktgleichen Bonner von Rang 5 zu verdrängen, um im Viertelfinale den Münchnern aus dem Weg zu gehen.


Alba auswärts zuletzt schwach

Auswärts kassierte die Mannschaft von Trainer Ahmet Caki allerdings zuletzt in Bonn (72:95), in München (70:78), in Göttingen (76:81), in Ulm (76:82) und in Oldenburg (81:93) fünf Niederlagen in Folge. Allerdings holten die Albatrosse mit Gerald Robinson einen Aufbauspieler für den verletzten Peyton Siva, der gegen Tübingen mit 16 Punkten, drei Rebounds und vier Assists seine Klasse unterstrich.
"Auswärts gegen einen starken Europaligisten zu spielen, wird aufschlussreich sein, denn auch in den Play-offs werden starke Gegner auf uns warten. Die Stärke der Bamberger ist, dass sie nur wenige Fehler machen. Eine Chance werden wir dort nur haben, wenn es uns gelingt, sie zu mehr Fehlern zu verleiten", betont Alba-Coach Caki vor dem Auftritt in der Frankenhölle.


Die Statistik

Walter Tigers Tübingen - Brose Bamberg 75:87
(21:33, 19:23, 22:19, 13:12)
Tübingen Washburn (15 Punkte/ 3 Dreier), Kidd (13/2), Stewart (13/3), Jordan (10), Munoz (6/1), Berry (6), Kolo (5/1), McGhee (4), Philmore (2), Georg (1), Marin
Bamberg Causeur (16/2), Strelnieks (15/4), Theis (14), Melli (9/1), Heckmann (9/1), Nikolic (8/1), Veremeenko (7), McNeal (7), Lo (2), Olinde, Kratzer
SR Panther, Bittner, Bejaoui
Zuschauer 2850
Gesamtwurfquote Tübingen 45 Prozent (28 Treffer/62 Versuche), Bamberg 63 (27/43)
Dreierquote Tübingen 37 Prozent (10/27), Bamberg 56 (9/16)
Freiwurfquote Tübingen 69 Prozent (9/13), Bamberg 89 (24/27)
Rebounds Tübingen 19 (13 defensiv/6 offensiv), Bamberg 35 (31/4)
Ballgewinne/-verluste Tübingen 10/7, Bamberg 3/17
Assists Tübingen 16 / Bamberg 21
Fouls Tübingen 25 / Bamberg 21