Ein bärenstarkes Trio aus den Reihen der LG Bamberg nahm die Altenburg regelrecht im Sturm: Die 20. Auflage des Bergsprints endete mit einem Dreifach-Triumph für die Läufer der LGB. Mit der Top-Zeit von 18:50 Minuten siegte Kevin Karrer, gefolgt von seinen Vereinskameraden Marco Sahm und Roland Wild. Und auch bei den Frauen stellte die LG Bamberg die Siegerin: Anna Hirt erreichte das Ziel im Innenhof der Burg nach 22:57 Minuten und hatte damit mehr als zwei Minuten Vorsprung auf die zweitplatzierte Katja Walz (Medsport.eu) sowie Kathrin Schambeck (Team Franconia Vertical) auf Rang 3.
Mehr als 110 Läufer - die jüngsten 14, der älteste 75 Jahre alt - hatten sich bei frühsommerlichem Wetter zum Start im Teufelsgraben am Fuß der Altenburg eingefunden. Der nächtliche Regen hatte die Strecke stellenweise ein wenig rutschig gemacht. Dennoch herrschten ideale Laufbedingungen für diesen Wettkampf, bei dem die Läufer auf einer Strecke von 4,5 Kilometern insgesamt 180 Höhenmeter überwinden. Die Kombination aus relativ kurzer Distanz bei zugleich kräftiger Steigung sorgte dafür, dass sich das Feld durch das von Beginn an hohe Tempo schnell entzerrte. Schon an den ersten Rampen entlang der Altenburger Straße erlief sich die Spitzengruppe einen ansehnlichen Vorsprung.
Schnell zeigte sich, dass Kevin Karrer in diesem Jahr nicht zu stoppen sein würde. Der 25-Jährige präsentierte sich in bestechender Form und lief zu einem souveränen Start-Ziel-Sieg. Er hatte stolze 40 Sekunden Vorsprung auf sein Verfolger-Trio, wobei seine Siegerzeit trotzdem nicht ganz reichte, um einen neuen Streckenrekord aufzustellen. Mit dem Bergsprint-Sieg 2018 sicherte er sich zugleich den Titel des oberfränkischen Meisters im Berglauf.


Spannender Dreikampf

Hinter Karrer entwickelte sich ein spannender Dreikampf um die Plätze: Marco Sahm (LGB) sowie die Bergsprint-Sieger von 2016, Roland Wild (LGB), und 2014, Andreas Sperber (Ifa Nonstop Bamberg), blieben auf der welligen Runde unterhalb der Burg auf Tuchfühlung und belauerten sich. Die Entscheidung fiel - einmal mehr - an der steilen Rampe, dem Schlussanstieg zur Altenburg. Das ist genau die Stelle, an der viele Läufer an die Grenze ihrer Leistungskraft gebracht werden. In diesem Fall setzten sich Sahm und Wild auf den steilen letzten Metern ab, Sperber hatte das Nachsehen. Trotz starker Leistung reichten seine 19:41 Minuten nur für Platz 4, die Phalanx der drei LGB-Athleten auf den ersten drei Plätzen konnte auch er nicht durchbrechen.
Routinier Wild war rundum zufrieden mit der Mannschaftsleistung und keineswegs traurig, dass er selbst diesmal auf seiner "Hausstrecke" nicht siegte. Dazu meinte er nur lapidar: "Ich werd' bald 50, und da muss man nicht mehr alles gewinnen ..."


Titelverteidigerin fehlte

Eine talentierte Nachwuchsläuferin komplettierte den Erfolg der LG Bamberg: Auch die 17-jährige Anna Hirt lief ungefährdet ihrem Sieg entgegen und ließ ihre Konkurrentinnen schnell hinter sich - wobei sie vielleicht davon profitierte, dass weder Titelverteidigerin Hanna Krauß (SV Bamberg) noch die mehrmalige Bergsprint-Siegerin Carmen Schlichting-Förtsch (SC Kemmern) am Start waren. Dabei hatte sich Anna Hirt erst am Morgen des Wettkampftages spontan entschlossen, teilzunehmen. "Ich wollte mich eigentlich nur ein bisschen ablenken vom Lernen auf das Abitur", sagte die Gymnasiastin nach der Siegerehrung - und war dabei offenkundig selbst überrascht, dass sie sich nach ihrer ersten Bergsprint-Teilnahme nun auch oberfränkische Berglauf-Meisterin nennen darf. Talentierter Nachwuchs war auch bei den Männern zu sehen, wenngleich es dort (noch?) nicht für die Top-Plätze in der Gesamtwertung reichte. Aber der 16-jährige Jonathan Vogels (LG Bamberg) schaffte es in 21:07 Minuten auf Platz 8 in der Männerwertung. Fabian Reinwand (18) lief in 21:35 Minuten auf Platz 12. Und nur eine Minute später kam Hendrik Herrmann (TSV Mönchröden) ins Ziel: 14 Jahre jung und schon auf Platz 21 in der Männerwertung.


Kemmerner Frauen vorne

Die Mannschaftswertung gewann bei den Männern die LG Bamberg I mit Kevin Karrer, Marco Sahm und Roland Wild in 0:57:55 Std. Bei den Frauen lag das Team des SC Kemmern vorne mit Martina Eigner-Loch, Christine Geuß und Sibylle Vogler (1:26:58 Std). Die teilnehmerstärksten Vereine waren der SV Bamberg und der ETSV 1930 Bamberg Boxen mit jeweils zehn Läuferinnen und Läufern.
Unter den Zuschauern beim Zieleinlauf im Burghof war auch Bambergs Oberbürgermeister Andreas Starke. "Wenn man das sieht, dann bekommt man direkt Lust, beim nächsten Mal selber mitzulaufen", sagte das Stadtoberhaupt mit Blick auf das prächtige Panorama, das Sportler wie Zuschauer auf der Altenburg genossen.
Bei der Siegerehrung erinnerte der OB an ein paar runde Jahrestage: 25 Jahre sei es her, als der Bergsprint zum ersten Mal ausgetragen wurde. Zum 20. Mal fand er in diesem Jahr statt. Schließlich das große Jubiläum des Gastgebers: 200 Jahre alt wird heuer der Altenburgverein, der gemeinsam mit der Laufgruppe des Schwimmvereins (SV Bamberg) den auch "Willy-Heckel-Gedächtnislauf" genannten Bergsprint alle zwei Jahre ausrichtet - im Wechsel mit dem Weltkulturerbelauf. Alle Ergebnisse unter www.wkm-iad.de/wk_ergebnisse.php. cri