Wann der Ball in Bayern wieder rollt, ist nicht absehbar. Nach der Verlängerung des Lockdowns bis 14. Februar wird der Re-Start aber nicht vor Mitte März erfolgen, da den Vereinen vier Wochen Vorbereitung zustehen soll. Die Verantwortlichen des Bayerischen Fußball-Verbands machen sich Gedanken. Verbandsspielleiter Josef Janker (64) aus der Oberpfalz sagt, der Ligapokal sei Verfügungsmasse und die Saison könne in den Sommer hinein verlängert werden.

Bis mindestens Mitte Februar ruht der Ball. Was bedeutet das für den Amateurfußball?

Josef Janker: Wir haben mit der Fortsetzungsentscheidung Zeit gewonnen, stehen noch nicht unter Druck. Aber mit jedem Tag, den wir später loslegen können, wächst die Herausforderung. Stand heute bin ich optimistisch, dass wir selbst dann zu einem ordentlichen Ende kommen, wenn wir erst Ende März wieder loslegen können.

Kann der Ligapokal zeitlich noch gespielt werden?

Auch da bin ich guter Dinge, sollten wir Ende März/Anfang April wieder spielen dürfen. Wir hatten immer klar kommuniziert, dass der Modus des Ligapokals angepasst werden kann, sollte es die Pandemielage erfordern. Sollte er in einzelnen Ligen nicht durchzuführen sein, wird er abgebrochen. Denn es gilt weiterhin: Die Meisterschaft genießt oberste Priorität. Mit den Bezirksspielleitern ist abgesprochen, dass wir alle am Ligapokal teilnehmenden Klubs befragen. Jeder muss und kann für sich entscheiden, ob er weiterhin mitspielt. Es gibt Vereine, für die nach der Lockdown-Verlängerung bereits feststeht, dass sie sich diese Strapazen nicht antun und deshalb aus dem Wettbewerb aussteigen. Die Vereine hatten übrigens seit dem Beginn des Ligapokals die Möglichkeit des freiwilligen Rückzugs. Fest steht, dass wir bei einer Reduzierung der Mannschaften durch freiwillige Rückzüge Zeit gewinnen würden.

Eine Deadline gibt es also nicht?

Die Deadline setzt die Pandemie. Corona legt uns allen Fesseln an. Gerade deshalb braucht es jetzt ein Zusammenrücken und gegenseitiges Verständnis. Corona hat sich niemand ausgesucht.

Sollten die staatlichen Verbote länger dauern, könnte dann länger als geplant in den Frühsommer hinein gespielt werden?

Ja, grundsätzlich schon. In manchen Bezirken wird das ohnehin schon seit vielen Jahren praktiziert, da lassen wir ganz bewusst viel Raum bei der Spielplangestaltung. Einigen müssen wir uns bei den Schnittstellen zur und auf Verbandsebene sowie zur 3. Liga. Im Übergang von den Kreisen zum Bezirk sind die Saisonenden auch vor der Corona-Zeit schon unterschiedlich gewesen - das funktioniert auch jetzt.