Eine ausgeglichene Bilanz weist Brose Bamberg am Ende seiner spanischen Woche in der Basketball-Euroleague auf. Zwei Tage nach der klaren 79:103-Niederlage in Vitoria präsentierte sich der deutsche Meister am Freitagabend in eigener Halle beim 93:88 (55:42)-Erfolg gegen Unicaja Malaga stark verbessert und zeigte die richtige Einstellung. Mit dem dritten Heimerfolg in der Königsklasse hintereinander haben die Bamberger, die am Sonntag (19.30 Uhr) in der Bundesliga in Göttingen gefordert sind, ihre Erfolgsbilanz (elf Siege) gegenüber dem Vorjahr (zehn) schon zwei Spieltage vor Saisonende verbessert. Die Play-offs sind aber nicht mehr zu schaffen.


Eine ganz andere Körpersprache

Der Mann des ersten Viertels- und letztlich auch Matchwinner - war Ricky Hickman. Exakt die Hälfte der 28 Punkte der Gastgeber gingen auf das Konto des in dieser Saison so wechselhaft spielenden Flügelspielers, der wie seine Mitstreiter diesmal aber von Beginn an hellwach war. Die Körpersprache der Bamberger war eine ganz andere als noch vor zwei Tagen in Vitoria.
Sie drückten aufs Tempo und fanden immer wieder den besser postierten Mitspieler. Obwohl die Andalusier, von denen zu Beginn nur der serbische Nationalspieler Nemanja Nedovic Korbgefahr ausstrahlte, fünf Offensivrebound holten, gerieten sie immer weiter in Rückstand. Mit einem viertelübergreifenden 10:0-Lauf schraubten die Gastgeber ihren Vorsprung auf 17 Punkte in die Höhe (39:22, 13. Min.). Da nun auch Malaga offensiv besser in Schwung kam, sahen die Zuschauer viele Körbe, die vor allem auf Bamberger Seite teils schön herausgespielt waren. Dank der bärenstarken Trefferquote von 68 Prozent (Malaga 50) lag der deutsche Meister zur Pause mit 55:42 auch in der Höhe verdient vorne. Die Verantwortung bei den Bambergern wurde auf viele Schultern verteilt, der in Vitoria wegen einer Erkältung fehlende Daniel Hackett steuerte wie Hickman und Dorell Wright zwei von acht Brose-Dreiern bei.


Nur durch Fouls zu stoppen

Der Offensivmotor der Hausherren geriet nach der Halbzeit ein wenig ins Stottern. Malaga drückte den Rückstand erstmals seit dem ersten Viertel wieder in den einstelligen Bereich. Als Dejan Musli vom Feld genommen wurde, bekam die Bamberger Abwehr ihren Gegner aber wieder besser in den Griff, und im Angriff war Hickman oft nur mit Fouls zu stoppen. Mit acht Freiwurfpunkten schraubte er seine Ausbeute weiter in die Höhe. Entschieden war die Partie vor dem Schlussdurchgang beim Stand von 77:68 aber noch nicht.


Nedovic bringt Malaga heran

Nedovic brachte die Gäste im Alleingang immer näher heran. 30 Sekunden vor Spielende stand es nur noch 87:86, doch Wright erlöste die Fans mit seinem Dreier 13 Sekunden vor Schluss scheinbar. Dennoch wurde es nochmals spannend, da Malaga mit dem letzten Angriff die Chance auf eine Verlängerung hatte. Aber ein Ballverlust von Adam Waczynski raubte den Gästen jede Chance.
"Das war ein wichtiger Sieg 48 Stunden nach der schlechten Leistung in Vitoria. Meine Mannschaft ist mit der richtigen Einstellung in dieses Spiel gegangen. Das zu sehen, ist wichtig für die Zukunft. In Göttingen erwartet uns ein schweres Spiel. Dort eine Lösung zu finden, wird nicht einfach. Aber wird wollen ein Statement abgeben", meinte der Bamberger Trainer Luca Banchi.
Die Statistik
Brose Bamberg - Unicaja Malaga 93:88
(28:19, 27:23, 22:26, 16:20)

Bamberg Hickman (28 Punkte/3 Dreier), Wright (12/3), Radosevic (10), Rubit (9/1), Hackett (9/2), Zisis (7/1), Mitrovic (7/1), Musli (6), Lo (3/1), Staiger (2), Nikolic
Malaga Nedovic (26/5), McCallum (13/2), Suarez (9/1), Brooks (8), Salin (7/2), Diaz (6/2), Okouo (6), Waczynski (5/1), Augustine (4), Milosavlevic (4), Diez
SR Pukl (Slowenien), Koromilas (Griechenland), Geller (Belgien)
Zuschauer 6150
Gesamtwurfquote Bamberg 56 Prozent (31 Treffer/55 Versuche), Malaga 48 (31/64)
Dreier Bamberg 44 Prozent (12/27), Malaga 39 (13/33)
Freiwurfquote Bamberg 82 Prozent (19/23), Malaga 68 (13/19)
Rebounds Bamberg 25 (20 defensiv/5 offensiv), Malaga 37 (21/16)
Ballgewinne/-verluste Bamberg 8/12, Malaga 6/13
Assists Bamberg 21/ Malaga 17
Fouls Bamberg 21/ Malaga 20