Heiko Pfister (32) beschreibt es als einen seiner größten Erfolge, sich vor drei Jahren als Physiotherapeut selbstständig gemacht zu haben. Wenige Tage dauerte es nach der entsprechenden Nachfrage von Mannschaftsarzt Dr. Dr. Andreas Först, dann war Pfister fest angestellter Physiotherapeut bei den Brose Baskets. Seine Tätigkeit in einer Praxisgemeinschaft ruht größtenteils, seit August 2014 betreut er die Bamberger Basketballprofis, und das ist mehr als ein Job von 9 bis 17 Uhr. Der gebürtige Bamberger bringt Erfahrung als Sportphysiotherapeut mit: an der Seite der Baunacher Basketballer in der Regionalliga, der Bamberger FCE-Fußballer zu Regionalligazeiten, bei Fußball-Bayernauswahlen und Basketball-Nationalteams - jeweils Jugend. Pfister beschreibt seine Tätigkeit.

Hampelmann-Hüpfen zum Aufwärmen und eine Hallenrunde auf Sportsocken zum Auslaufen - nicht mehr so ganz zeitgemäß?
Heiko Pfister: Nehmen wir als Beispiel ein ganz normales zweistündiges Training unter der Woche im Strullendorfer Basketball Center Hauptsmoor. Eineinhalb Stunden zuvor bereite ich den Behandlungsraum vor, lege das nötige Material zurecht. In den 60 Minuten bis zum offiziellen Trainingsbeginn unter Headcoach Andrea Trinchieri lassen sich die Spieler von uns tapen, bevor sie mit Stefan Weissenböck Individualtraining oder eigene spezielle Übungsprogramme absolvieren. Dies geschieht in Absprache mit Athletiktrainer Sandro Bencardino und uns. Es gibt ungeheuer viele Trainingskonzepte und -lehren. Aus dieser Vielfalt schafft es Sandro mit seinem großen Erfahrungsreichtum, den er sich bei Vereinen wie Montepaschi Siena oder Kasan erworben hat, ein sehr differenziertes Programm für jeden einzelnen Spieler zusammenzustellen. Die Nachbereitung nach dem Training ist für mich zu Ende, wenn der letzte Spieler gegangen ist. Dann sind in der Regel fünf bis sechs Stunden vorbei. Hier sind auch meine Kollegen Thorsten Heyd und Kilian Flierl gefordert. Neuerdings arbeiten wir auch mit einer Ganzkörperkältesauna.

Geht es in Ihrem Dienst für die Brose Baskets allein um die Sorge um heile Muskeln, Gelenke und Bänder der Profis?
Mein Handy ist immer an, ich bin ständig erreichbar. Alle bei den Brose Baskets, die um das Team herum arbeiten, haben immer ein offenes Ohr für die Anliegen der Spieler und ihrer Familien. Es ist ein großes Netzwerk entstanden. Das sorgt dafür, dass sich die Sportler auf ihren Beruf konzentrieren können. Ob Behördengänge oder Kinderarzt, wir unterstützen, wo wir können.

Beschreiben Sie Ihre Motivation, als Physiotherapeut für die Brose Baskets zu arbeiten.
Basketball ist meine Sportart. Ich bin Bamberger und darf auf höchstem Niveau für die Brose Baskets arbeiten. Was will man mehr? Wir alle arbeiten auch in diesem Jahr auf ein großes Ziel hin, die deutsche Meisterschaft.

Die Fragen stellte
Michael Schwital.