Die Basketballer von Brose Bamberg haben das erste Pflichtspiel der Saison gewonnen. Das neuformierte Team des neuen Trainers Johan Roijakkers gewann zum Auftakt des Pokalwettbewerbs am Samstagnachmittag in Weißenfels gegen Ratiopharm Ulm mit 74:65 (34:29). Damit hat es die Chance auf die angestrebte Teilnahme am Top-Four-Turnier in München gewahrt. Weitere Gegner der Bamberger in der Vorrundengruppe C sind am kommenden Wochenende - dann in Ulm - s.Oliver Würzburg (Samstag, 15 Uhr) und die MHP Riesen Ludwigsburg (Sonntag, 20.30 Uhr).

Corona-bedingt waren in der Weißenfelser Stadthalle nur 500 Zuschauer zugelassen. Diese sahen einen verdienten Bamberger Sieg, denn das Brose-Team präsentierte sich in diesem Duell der beiden Bundesligisten mannschaftlich geschlossener. 20 Assists standen für die Oberfranken zu Buche, nur elf für die Schwaben. Mit Tyler Larson (16 Punkte), Michele Vitali (15/davon 11 durch Freiwürfe), David Kravish (13) und Kenneth Ogbe punkteten vier Spieler der Oberfranken, die nur das erste Viertel (15:17) verloren und im zweiten (20:12) die Weichen auf Sieg stellten, zweistellig. Beide Mannschaften haben offensiv noch Luft nach oben, was die Trefferquoten von nur 41 (Ulm) und 42 Prozent (Bamberg) unterstreichen. Die Oberfranken waren aber in der Defensive aggressiver und hielten ihren Gegner bei 65 Punkten.

"Ich bin sehr zufrieden mit dem Sieg. Es war enorm wichtig, mit einem Erfolg in diese Pokalgruppe zu starten, um weiterhin die Chance auf das Top Four zu haben. Es war heute sicherlich nicht immer der schönste Basketball, den wir gespielt haben. Aber wir waren offensiv cleverer und defensiv stark, vor allem physisch stark. Jetzt fahren wir mit einem guten Gefühl nächstes Wochenende nach Ulm.", sagte Roijakkers.

Im Vorfeld hatte Roijakkers den Ulmer Dylan Osetkowski als Gefahrenherd Nr. 1 ausgemacht, und der Center der Schwaben stellte die Bamberger zu Beginn auch gleich vor große Probleme. Weder der überraschend in der Startformation stehende Norense Odiase noch David Kravish konnten den Kalifornier, der schnell auf sieben Punkte kam, stoppen. Osetkowski bekamen die Oberfranken im Lauf der Spielzeit aber besser in den Griff. Nur zwei weitere Punkte sollten dem US-Amerikaner im weiteren Verlauf der Partie noch gelingen.

Nach mäßigem Beginn mit vier Ballverlusten im ersten Viertel kämpften sich die Bamberger nach einem 8:15-Rückstand (7. Minute) mit einem 7:0-Lauf in die Partie. Dank des eingewechselten Bennet Hundt kam mehr Ballbewegung ins bis dahin statische Spiel.

Zu Beginn des zweiten Abschnitts gelang den Oberfranken abermals ein 7:0-Lauf, mit dem sie sich die erste Führung der Partie erkämpften. Großen Anteil daran hatte Kenneth Ogbe mit fünf Punkten und einem Ballgewinn. Der Ex-Berliner zog immer wieder beherzt zum Korb und hängte dem besten Ulmer Verteidigung, John Petrucelli, drei Fouls an. Die Bamberger hätten zur Pause höher führen können als 34:29, doch Michele Vitali traf viermal nicht aus der Distanz. Ulms Aufbauspieler Troy Caupin war in dieser Phase der einzige Ulmer, von dem Korbgefahr ausging. Das aggressivere Team waren die Bamberger, die zur Pause schon elf Freiwürfe (bei elf Versuchen) getroffen hatten, während die Ulmer nur zweimal an der Linie standen. Kurz vor der Pausensirene sorgte Chase Fieler mit einem einhändigen Dunking nach Offensivrebound für ein spektakuläres Highlight.

Fünf Ulmer Ballverluste zu Beginn des dritten Viertels spielten den Bambergern in die Karten. Sie bauten ihre Führung bis auf 13 Punkte aus (46:33). Mit drei Dreiern brachte Andi Obst die Ulmer aber wieder heran. Der Ex-Bamberger war insgesamt viermal von der Drei-Punkte-Linie erfolgreich, wurde aber bei vier Korblegerversuchen viermal geblockt: zweimal von Fieler, zweimal von Kravish.

Mit einem Sechs-Punkte-Rückstand gingen die Ulmer in den Schlussabschnitt. Näher als auf vier Zähler kamen sie aber nicht mehr an den Gegner heran, weil das neuformierte Bamberger Team jeden Fehler des Gegners bestrafte. Der nach der Pause stark verbesserte Aufbauspieler Tyler Larson deckte die Schwächen in der Ulmer Verteidigung jetzt schonungslos auf und bediente mehrmals Kravish und Vitali, die unter dem Korb völlig frei standen. "Wir haben keine Stopps mehr bekommen und uns damit das Leben selbst schwer gemacht", sagte Obst nach der Partie bei Magentasport. Der Bamberger Larson hakte den Sieg schnell ab und richtete den Blick bereits auf das nächste Wochenende: "Der Job ist noch nicht beendet."

Die Statistik

Ratiopharm Ulm - Brose Bamberg 65:74

(17:15, 12:20, 20:20, 16:19) Ulm: Caupain (14 Punkte/2 Dreier), Obst (13/4), Osetkowski (9/1), Petrucelli (8/1), Diallo (6), Günther (6), Heckmann (4), Philipps (3), Holman (2), Milicic Bamberg: Larson (16/4), Vitali (15), Kravish (13), Ogbe (10/1), Fieler (8/2), Lasisi (6/2), Odiase (2), Hundt (2), Sengfelder (2), Lockhart Schiedsrichter: Lottermoser, Bittner, Krause Gesamtwurfquote: Ulm 41 Prozent (25 Treffer /61 Versuche), Bamberg 42 (24/57)

Dreierquote: Ulm 30 (8/27), Bamberg 39 (9/23) Freiwurfquote: Ulm 88 Prozent (7/8), Bamberg 94 (17/18) Rebounds: Ulm 33 (23 defensiv/10 offensiv), Bamberg 34 (24/10) Ballgewinne/-verluste: Ulm 9/14, Bamberg 8/14

Assists: Ulm 11 / Bamberg 20 Fouls: Ulm 21 / Bamberg 16