Demnächst weht ein Hauch von Champions League durch Röbersdorf. Die "Falken" des FCR haben sich beim großen FC Bayern München bedient. Hinter der Aktion steht eine beeindruckende Bemühung des Fußballvereins.
Die Allianz-Arena gilt als eines der schönsten Fußballstadien und ist international bekannt für Weltklasse-Fußball. Kürzlich wurden dort nicht nur die größten Videowände Europas installiert, sondern auch neue LED-Flutlichter. Das Stadion wurde zudem im FC-Bayern-Stil umdekoriert. Maler strichen die Stufen zwischen den Rängen rot. Sämtliche Sitze auf dem Mittelrang mussten neuen, roten Sitzschalen weichen.
Auf dem Ober- und Unterrang wurden nur einzelne Sitze ausgetauscht, sodass von oben die Schriftzüge "FC Bayern München" und "Mia san Mia" zu sehen sind. Insgesamt wurden 25 000 Schalen ausgetauscht. Und genau diesen Umstand hat sich der FC Röbersdorf zunutze gemacht.


Brief an Uli Hoeneß

"Unser sportlicher Leiter Wolfgang Höhne, zugleich Mitglied in einem FC-Bayern-Fanclub, hat mitbekommen, dass die Stühle im Stadion ausgetauscht werden sollen", erklärt der erste Vorsitzende Jürgen Gailus. Also hat er kurzerhand einen Brief aufgesetzt und direkt an den Präsidenten Uli Hoeneß adressiert. Vorzuweisen hatten die "Falken" schließlich einiges. Sie warben unter anderem mit dem Röbersdorfer Jonas Hofmann, einem Ex-Clubberer, der erst kürzlich für 150 000 Euro zum Drittligisten Sportfreunde Lotte gewechselt ist. Außerdem skizzierten sie sich als rührigen Amateurverein und weckten damit wohl das Interesse der Bayern. Denn auf einmal kam ein Anruf aus der Marketingabteilung des Bundesligisten. Man sicherte zu, die Röbersdorfer bei der Vergabe der alten Stühle berücksichtigen zu wollen. Eigentlich würde man nur mit Vereinen aus dem Münchner Umland solche Geschäfte machen. Auf die Frage, wie viele Stühle man denn zu nehmen gedenke, zeigten sich die Röbersdorfer forsch und schlugen eine Stückzahl von 150 vor. Trotz der guten Aussichten kamen die "Falken" dennoch nur deshalb zum Zug, weil ein anderer Verein kurzfristig die Abnahme von Stühlen abgesagt hatte. Und somit war der FC Röbersdorf als einziger Amateurverein außerhalb von München im Rennen.


Vierköpfige Delegation

So fuhr eine vierköpfige Delegation in die Landeshauptstadt und lud die bereits ausgebauten und bereitgestellten Stühle in einen angemieteten Transporter. Für den Ausbau der Stühle musste ein Unkostenbeitrag bezahlt werden, dann bekamen die Röbersdorfer noch eine Führung durch das Areal und waren schließlich stolze Besitzer von original FC-Bayern-Sitzen. Diese sollen im Laufe der Saison in Röbersdorf in der Tribüne verbaut werden. Entsprechende Planungen laufen bereits. Daher werden die Zuschauer in im nächsten Kalenderjahr wahrscheinlich einen Hauch von Champions League in Röbersdorf erleben können.