Angesichts des 15. Tabellenplatzes in der Bayernliga Nord haben die Fußballer der DJK Don Bosco Bamberg keine sorgenfreien Weihnachten erlebt. Zum Ende der Saison 2017/18 kehrte wieder eitel Sonnenschein am Fuße der Altenburg in Wildensorg ein. Die Nr. 1 im Bamberger Fußball schaffte aus eigener Kraft den Klassenerhalt.
Erleichterung herrschte auf der abermals um ein Spielfeld vergrößerten Rudi-Ziegler-Sportanlage, als der Abpfiff des letzten Heimspiels gegen das Spitzenteam SC Eltersdorf ertönte und mit dem 1:1 der noch fehlende Zähler auf der Habenseite verbucht war. Das Wildensorger Konto wies 40 Punkte auf, die den sicheren Rang 13 und ein weiteres Jahr Bayernligafußball brachten.


Tränen waren nicht zu verbergen

Zur Winterpause hatte der Sportliche Leiter Holger Denzler kritisch analysiert, zeigte sich unzufrieden, verschwieg nicht, welch großer Erfolg ein erneuter Ligaerhalt sein würde, zumal er seinen Klub zu den Außenseitern zähle und die Grenzen des Machbaren stets im Blick habe. Umso euphorischer blickt er auf das nunmehr Geleistete zurück. "Unser klar ausgerufenes Ziel, den Klassenerhalt, realisierten wir vor heimischer Kulisse. Ein immenser Druck und eine tonnenschwere Last fielen nach dem Schlusspfiff gegen Eltersdorf von unseren Schultern. Emotionen und so manche Tränen waren nicht zu verbergen."
Denzlers Dank gilt "Coach Mario Bail, seinem scheidenden ,Co‘ Taner Binbir, der die U17 übernimmt, Torwarttrainer Dieter Mark, Teamleiter Chris Musik, unseren Physios. Und vor allem den Jungs auf dem Feld gebührt ein aufrichtiges Kompliment. Wir haben alle stets daran geglaubt und mit Leidenschaft, Willen und Herzblut unser Vorhaben verfolgt."


"Keinesfalls schlechteres Team"

Abgestellt werden konnten nach der Winterpause vor allem die zahlreichen in den ersten Punktspielen erhaltenen Platzverweise, die sich wegen vieler verletzungsbedingter Ausfälle noch schlimmer auswirkten. "Wir konnten nie richtig in die Gänge kommen und uns Automatismen erarbeiten", blickt Denzler zurück. Doch die vehement eingeforderte Disziplin und verbesserte Fitness sorgten ab März für deutlich erhöhte Konkurrenzfähigkeit. Da auch die Offensivqualitäten wieder mehr griffen und die Torflaute aus der Vorrunde (13 Begegnungen ohne Torerfolg) endete, steigerten sich die Leistungen aller Akteure im Saisonendspurt. Die Reduzierung der individuellen Fehler, die bis November trotz ansprechender Leistungen noch für zahlreiche Niederlagen sorgten, führte zu einer Kettenreaktion: mehr Punktgewinne und so gesteigertes Selbstvertrauen.
"Wir waren in vielen Begegnungen keinesfalls das schlechtere Team, brachten uns aber selbst wiederholt um den verdienten Lohn. Diese Nuancen und dazu die enorme Qualität unserer Gegner sorgten zweifelsfrei für Unruhe zur Winterpause, was ich als normale Begebenheit im Fußball einordne", so Denzler, der bedingungslos zu seinem Chefcoach stand. "Die Botschaft lautete: Mario Bail ist und bleibt unser Trainer, egal was passiert, sowohl für die restliche Runde als auch für die neue Saison 2018/19." Diese Entscheidung aller Verantwortlichen im DJK-Lager ließ mehr Konzentration einkehren und fand mit dem Klassenerhalt die volle Bestätigung.


Die Studenten fehlen der DJK

Die Teilnahme von fünf Akteuren an der Südamerikareise der Bamberger Uni-Fußballerauswahl im März ließ eine Schwächung erwarten. Jedoch fehlten die Studenten wegen wetterbedingter Spielausfälle nur zweimal. "Für die Zukunft wünsche ich mir mehr Austausch mit den Verantwortlichen der Universität Bamberg", sagt Denzler.


Auf Platz 5 nach der Winterpause

Vor allem als der Frühjahrsrundenauftakt mit der 1:2-Niederlage in Schweinfurt misslang, rückte Platz 13 weiter in die Ferne. Das folgende 1:1 in Erlenbach stuften viele Fachleute als zu wenig ein. Neue Hoffnung kam durch das 3:0 gegen Weiden auf. Am Aufwärtstrend änderten auch die Pleiten in Gebenbach und Hof nichts, da fünf Siege gegen Amberg, Würzburger Kickers, Erlangen-Bruck, Großbardorf und Sand ein Klettern auf den Platz "über dem Strich" ermöglichten. Die Bamberger hatten enorm an Stabilität und Qualität gewonnen. Mit dem 3:0-Erfolg gegen Weiden am Samstag vor Ostern leitete die Bail-Truppe endgültig den erfolgversprechenden Saisonendspurt ein. Bails Forderung, den Schalter im Angriff umzulegen, entpuppte sich als richtige Motivationsspritze.
Platz 5 in der gesonderten Tabelle nach der Winterpause, sechs Siege und zwei Unentschieden in den zwölf Begegnungen, dazu 22 Treffer bei nur 17 Gegentoren untermauern die Leistungssteigerung im Frühjahr. Der Sportliche Leiter: "Die Mannschaft hat mit dem Trainerteam eine unglaubliche Serie hingelegt und einen super Charakter gezeigt. Durch die Akribie von Mario Bail war sie immer top vorbereitet. Wir stehen verdientermaßen über dem Strich." Denzler hofft "auf eine entspannendere kommende Spielzeit" und bleibt bodenständig. "Sie wird nicht einfacher, das ist uns sehr bewusst. Das alleinige Ziel lautet wieder Klassenerhalt."


Hausaufgaben sind gemacht

Die Hausaufgaben in Sachen Kaderplanung sind erledigt, es galt, Daniel Schäffler (Spielertrainer TSV Hirschaid), Calvin Sengül (zum SC Eltersdorf), Alassane Kane, Niklas Möhrlein (beide Ziel unbekannt) und Keeper Christoph Trunk zu ersetzen. Der pausierende Trunk soll laut Denzler in den Verein eingebunden bleiben.
Als Neuzugänge stehen mit dem Defensivstrategen Manuel Müller (vom FC Sand) und dem zwei Meter großen Torhüter Michael Edemodu (VfL Frohnlach) gestandene Akteure fest. Dazu gesellen sich mit den Offensivkräften Patrick Hoffmann (Baiersdorfer SV) und Marco Haaf (SV Friesen) veranlagte Nachwuchskicker. Einen Platz im Bayernligakader bekommt auch der 18-jährige U-19-Stürmer Moritz Straub, der in der im Bezirksligateam bei drei Einsätzen für Furore sorgte und sich dort bereits als Torschütze hervortat. Denzler: "Wir halten Augen und Ohren offen, wenngleich der Kader steht. Sollte sich etwas auftun, werden wir Überlegungen anstellen, aber es muss nicht unbedingt sein, noch jemanden zu holen."


Trainer Bail ist detailverliebt

Als Macher in Sachen Klassenerhalt ist ohne Zweifel Trainer Mario Bail anzusehen, der, nachdem er in der vorherigen Saison nach Amtsübernahme für 14 Spiele verantwortlich war und die DJK-Elf zum Ligaerhalt geführt hatte, seine erste gesamte Spielzeit als Chefcoach mit krönendem Endresultat bewältigte. Mit seiner Umtriebigkeit, Detailliebe und Unnachgiebigkeit riss er seine Schützlinge mit und lebte "seine Professionalität" vor, so Denzler.


Die Statistik 2017/18

Tabelle 40 Punkte hat die DJK Bamberg in 34 Saisonspielen eingefahren (-3 gegenüber Vorjahr), bei elf Siegen (-1), sieben Unentschieden (+-0) und 16 Niederlagen (+1). Zu Hause gelangen sechs Siege (-2, Platz 13 der Heimtabelle), auswärts fünf (+1, Platz 11 der Auswärtstabelle).
Die beste Platzierung war Rang 12 (zweimal), die schlechteste Platz 17 (dreimal). 16 Mal nahm die DJK Rang 13 ein, der den sicheren Ligaerhalt bedeutete. Die letzten Fünf der Abschlusstabelle ordnen sich auch unter den letzten Fünf der Heim- und Auswärtstabelle ein.
Tore 44 Treffer haben die Bamberger erzielt (+1 gegenüber Vorjahr), 50 steckten sie ein (+2). Weniger Tore gelangen nur den Teams aus Sand, Schweinfurt, Erlenbach und Amberg. Weniger Gegentore kassierten nur die besten vier Teams der Liga (Aschaffenburg, Aubstadt, Würzburger FV und Eltersdorf) und der TSV Großbardorf. Die treffsichersten DJK-Akteure waren Daniel Schäffler (9), Alassane Kane (8) und Azizou Zoumbare (6).
Gefährlichste Teams waren Meister Aschaffenburg mit 91 Toren (davon entfallen auf den Bayernliga-Torschützenkönig Björn Schnitzer 33) und Jahn Forchheim (78). Das Kompliment, "abwehrstärkste Elf" zu sein, sammelte ebenfalls der Regionalligaaufsteiger Viktoria Aschaffenburg ein, dessen Keeper nur 29 Mal hinter sich greifen musste und gegen den die Bamberger zweimal chancenlos waren.
Höchste Siege/Niederlagen Die höchsten Heimsiege gelangen gegen den SV Erlenbach (5:0), TSV Großbardorf (4:1) und die SpVgg SV Weiden (3:0), die höchsten Auswärtssiege stehen in Weiden (5:0) sowie in Forchheim und Amberg (je 3:1) zu Buche. Die schlimmsten Auswärtsniederlagen quittierte die DJK in Aschaffenburg (0:4), Hof (1:4), Ammerthal und Gebenbach (je 0:3). Zu Hause setzte es gegen Aschaffenburg, Ansbach und Sand 0:3-Niederlagen. Einen Tiefschlag musste die DJK in Ansbach verdauen, als sie bis zur 87. Minute mit 3:0 in Front lag, sich aber mit einem 3:3 zufriedengeben musste.
Kader 28 verschiedene Spieler setzte die DJK ein. Als einziger stand der älteste Feldspieler, der 31 Jahre alte Nico Wunder, in allen 34 Partien auf dem Feld. Calvin Sengül brachte es auf 31, Keeper Julian Gros und Ulrich Spies verbuchten je 30 Einsätze.