FC Bayern im Finale der Champions League - holen die Bayern das Triple? Großes Finale, Paris und deutscher Triumph: der Coburger Tennisprofi Kevin Krawietz kann da aus Erfahrung sprechen. Im Juni des vergangenen Jahres gewann Krawietz mit seinem deutschen Doppelpartner Andreas Mies das Finale der French Open in Paris - gegen zwei Franzosen. "Ein Finale ist etwas Besonderes und hat seine eigenen Regeln, da spreche ich aus Erfahrung. Auch wenn es ohne Zuschauer stattfindet", sagt der 28-Jährige.

Ohne Zuschauer finden auch die diesjährigen US Open in New York statt, wo sich Krawietz mit seinen Kollegen in einer von der Außenwelt abgeschotteten "Blase" vorbereitet. Bereits das Halbfinale gegen Lyon hat sich der Bayern-Fan in der "Players Lounge" auf der Tennisanlage in Flushing Meadows gemeinsam mit anderen deutschen Tennisprofis angesehen. "Ich habe schon ein paar Franzosen getroffen, die Paris-Fans sind. Das Finale am Sonntag schaue ich unter anderem mit Nicolas Mahut, mit dem ich bereits zusammen Doppel gespielt habe."

FC Bayern oder Paris St.-Germain? Fränkische Profi-Sportler zum Champions-League-Finale

Etwas mehr als die Hälfte seines bisherigen Lebens verbrachte François Gaborieau in der Nähe von Nantes, wo er selbst kickte. Seit 25 Jahren lebt der 58-Jährige in Eggolsheim (Landkreis Forchheim). Ungefähr im selben Verhältnis schlägt sein Herz am Sonntag für Paris St.-Germain. "Es ist kein Traditionsverein, aber sein Fußball ist zur Zeit gut anzuschauen", sagt Gaborieau, der gerade ungefähr in der Mitte zwischen alter und neuer Heimat Urlaub macht.

Das Finale live im TV zu sehen, hat für ihn aufgrund des Beisammenseins mit Bekannten keine Priorität. Die bisherigen Auftritte der Pariser hat er sich zumindest in der Zusammenfassung angeschaut. "Ich schätze die Bayern etwas stärker ein. Ihr Pressing könnte ihnen aber zum Verhängnis werden, weil PSG schnelle Stürmer hat. Die Tagesform entscheidet."

Nicht einmal fünf Jahre lebte Ben Bourebaba in Paris, dafür seit 62 Jahren in Neustadt bei Coburg. Dennoch schlägt sein Herz am Sonntag für St.-Germain. Franken ist Frankreich in diesem Fall nicht nur buchstäblich näher als Bayern. "Ich habe lange selbst Fußball gespielt, bin aber kein Fan einer Mannschaft", sagt der 83-Jährige, der sich im Städtepartnerschaftsverein seines Wohnortes mit Villeneuve-sur-Lot im Südwesten des Landes engagiert.

Geboren wurde Bourebaba im Osten Algeriens, damals französische Kolonie. Kurz danach zog er mit seiner Familie in die Hauptstadt Algier. Zwischen 1953 und 1958 ging er in Paris zur Schule, ehe er aus politischen Gründen nach Neustadt auswanderte. "Ich habe hier Fußball gespielt und war Trainer", erzählt Bourebaba. Das Endspiel kann er - im Gegensatz zu den bisherigen Partien - im Free-TV anschauen. "Entweder in einer Wirtschaft oder zu Hause", sagt er.

Das Champions-League-Finale live im Fernsehen: So können Sie das Spiel am Sonntagabend (22.08.2020) mitverfolgen.

Die Tipps der fränkischen Sportprofis zum Champions-League-Finale finden Sie in der Bildergalerie zum Durchklicken.

mg/rup