Im Herbst sollen laut Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) die ersten Pilot-Rückführungszentren für Flüchtlinge an mehreren Standorten in Betrieb gehen. Seehofer kündigte bei seinem Antrittsbesuch im Bundesamt für Migration und Flüchtlinge am Freitag in Nürnberg an, man wolle diese sogenannten Ankerzentren nach der parlamentarischen Sommerpause im September oder Oktober "in enger Kooperation mit den Ländern" einrichten.

Man gehe den Weg der Pilot-Zentren, weil es für deren Einrichtung "erst einmal keine Gesetzesänderungen braucht". Man wolle im Pilotbetrieb austesten, welche Rechtsänderungen überhaupt nötig seien.
Man erhoffe sich von diesen Ankerzentren "eine weitere Verbesserung bei der Dauer und der Qualität der Verfahren", sagte Seehofer. Derzeit dauere ein Asylverfahren von der Antragsstellung bis zur Entscheidung beim Bundesamt für Migration und Flüchtlinge etwa drei Monate. Würde man erst alle möglichen nötigen Rechtsänderungen angehen, "würde sich die Einrichtung dieser Zentren bis zum Sankt-Nimmerleinstag verschieben". Anker stehe für Ankunft, Entscheidung, Rückführung, erläuterte der Bundesinnenminister und CSU-Chef. Er betonte, bis zur Sommerpause seinen angekündigten "Masterplan für Migration" dem Bundeskabinett vorzulegen.

Die Leiterin des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge, Jutta Cordt, sagte, sie habe mit ihren Mitarbeitern dem Bundesinnenminister ein "Lagebild über die Aufgabenerledigung" ihrer Behörde gegeben: "Wir haben natürlich auch ein Augenmerk darauf gelegt, was unsere Beiträge für kommende Herausforderungen sein können. "Man habe die großen Rückstände der Asylverfahren aus den vergangenen Jahren komplett abgearbeitet. Zum Thema Ankerzentren sagte Cordt, das Bundesamt habe immer von der "engen Zusammenarbeit mit den Ländern in den einzelnen Bereichen" profitiert. Seehofer sagte, es soll "möglichst vor der Sommerpause" eine Standortplanung vorliegen.