Gerne darf es zur regelmäßigen Übung des Litzendorfer Gemeinderates werden, dass das Ratsgremium sich vor Sitzungsbeginn am Ort und in den Ortsteilen einzelne Projekt besieht, die vom Rat beschlossen und vorbildlich realisiert wurden. Das war die einhellige Meinung der Gemeinderatsmitglieder nach dem Ortstermin bei den frisch sanierten Gemeindewohnungen in der Pödeldorfer Kunigundenruhstraße.

Die im Rahmen des Programms "Leerstand nutzen - Lebensraum schaffen" der Regierung von Oberfranken ertüchtigten sechs Wohneinheiten wurden von Architekt Clemens Keller und Bürgermeister Möhrlein vorgestellt. Erfreulich sei es, dass das Förderprogramm etwa 82 Prozent der förderungsfähigen Kosten abdecke und man zudem trotz der boomenden Baukonjunktur um die 20 000 Euro unter dem vorab veranschlagten Kostensatz geblieben sei.

Aufgrund der sieben Jahre fortdauernden Sozialbindung für diese Wohnungen fänden sechs Haushalte nun zu einem recht kostengünstigen Mietzins eine attraktive Wohnung in einer attraktiven Wohngemeinde des Bamberger Umlandes, so Möhrlein. Der Bürgermeister verwies auch gleich noch auf die immer bedeutender werdende Anbindung der Landkreisgemeinden an den ÖPNV.

En passant auf dem Weg in die Ratssitzung konnten die Gemeinderäte auch gleich noch die von Architekt Johannes Sieben sanierte und barrierefrei gestaltete Friedhofsanlage besichtigen. Die Erneuerungsmaßnahme hätte ursprünglich bis Ende 2017 fertiggestellt sein sollen, so Sieben, aber die Denkmalpflege habe bei einem so bedeutenden kunst- und kulturhistorischen Objekt, wie es eine historische Friedhofsanlage im Kirchenumgriff nun mal sei, zu Recht strenge Anforderungen.


Barrierefreier Friedhof

In Absprache mit der Denkmalpflege seien dann auch die farblich an den historischen Mauerbestand angepassten Betonelemente eingebracht worden. Der Sturz über dem Kirchhoftor musste ebenfalls mit Genehmigung der Denkmalbehörde vorsichtig angehoben werden, um die wegen der Barrierefreiheit erforderliche, rollstuhlgerechte Auffahrt zum Friedhof realisieren zu können. Zugleich seien die Stufen durch eine Rampe ersetzt worden, um möglichst allen Friedhofs- und Kirchenbesuchern einen weniger beschwerlichen Zugang zum Friedhof, zur Kirche und zum Pfarrheim zu ermöglichen. Die Elektroinstallation für die Platzanlage beim Rathaus, der Kirche und dem Kirchhof wurde im Zuge der Sanierungsmaßnahme und Neugestaltung ebenfalls auf den neuesten Stand der Technik gebracht.

So werde die Maßnahme insgesamt wohl um die 15.000 Euro teurer, als ursprünglich geplant, erklärte Sieben abschließend. Das Ratsgremium signalisierte Verständnis.


Einweihung zum Pfarrfest?

Die Einweihung der Gesamtanlage, formulierte Bürgermeister Möhrlein schließlich einen vorsichtigen Wunsch, könne ja vielleicht anlässlich des Pfarrfestes im Juli gelingen. Besonders wichtig sei ihm aber der Hinweis darauf, dass Litzendorf Modellkommune für Barrierefreiheit sei, was ja gerade hinsichtlich der Gemeindetopografie eine größere Herausforderung darstelle. Um so erfreulicher, dass die Herausforderungen im Bereich von Rathaus, Kirche, Kirchhof und Pfarrheim gemeistert worden seien, denn es handele sich dabei um ein Leuchtturmprojekt des Modellvorhabens "die barrierefrei Gemeinde".

Der dritte Tagesordnungspunkt wurde von Ingenieur Leonhard Valier bestritten. Er hat im Auftrag des Gemeinderates und der Verwaltungsspitze die siebte Änderung des Flächennutzungsplanes für die Gemeinde vorgenommen. Es gehe in erster Linie darum, Baulücken zu schließen und die Ortsränder zu arrondieren und zu konsolidieren. Dem Ausfransen der Ortsränder müsse man wehren, so Valier, der dem Rat von Litzendorf einmal mehr Weitsicht und Angemessenheit in Sache bescheinigen wollte.

Selbstverständlich bleibe der Wunsch der kleineren Ortsteile, mit Baurechten versehen zu werden, nicht ungehört beim Rat und bei den Planern, so Bürgermeister Möhrlein und Planer Valier. Dennoch sei es aber ein Gebot der nachhaltigen Flächennutzung, den Zentralort mit seiner Infrastruktur zu stärken, um das gesamte Gemeindegebiet für Neuansiedlungen attraktiv zu erhalten, betonte Valier, ehe er die einzelnen Planänderungsvorschläge aufrief. "Nichts davon ist auf immer und ewig in Stein gemeißelt", fügte Valier hinzu, und sogleich machte sich ein wenig Entspannung breit im Ratsgremium.

Kämmerer Andreas Peter fiel abschließend die unangenehme Aufgabe zu, dem Ratsgremium von Kostensteigerungen bei den Kindertageseinrichtungen auf dem Gemeindegebiet zu berichten. Vorbildlich hatte der Kämmerer einmal mehr die Zahlen aufbereitet, so dass dem Rat rasch deutlich wurde, dass die in bescheidenem Umfang aufgelaufenen Mehrkosten bestens angelegtes Geld sind und auch nicht zur Regel werden. Die Einrichtungen der Kommune befänden sich allesamt in einem baulichen Topzustand und das Personal finde sehr gute Arbeitsbedingungen vor, so Peter.

Tatsächlich, so Bürgermeister Möhrlein mit einigem Stolz, seien die Arbeitsplätze in den Einrichtungen der Kommune begehrt. Und das, obwohl man vielerorts händeringend nach Personal für Kindertagesstätten suche. Dem Lob für das Personal in den einzelnen Einrichtungen für die Kinder Litzendorfs, das Möhrlein anfügte, schloss sich der Rat deutlich hörbar an.