Vor gut einer Woche fiel vor dem Landgericht Bamberg das Urteil gegen sieben Angeklagte, die sich wegen diverser Straftaten im Bamberger Rotlicht-Milieu verantworten mussten. Die Brand- und Buttersäureanschläge auf einen Bordellbetrieb und Autos hatten von Sommer 2016 bis Januar 2017 für Aufsehen gesorgt. Wie nun das Landgericht Bamberg auf Nachfrage unserer Zeitung mitteilt, haben drei der zu mehrjährigen Haftstrafen Verurteilten mittlerweile Revision beim Bundesgerichtshof eingelegt.
Auch der 55-jährige Winfried E. (Namen der Angeklagten wurden geändert), den die Große Strafkammer als Drahtzieher hinter den Anschlägen sah und zu sechseinhalb Jahren Gesamtstrafe verurteilte, akzeptiert das Urteil nicht. Er legte über seinen Anwalt Stefan Tierel ebenso Rechtsmittel ein wie Michael Löwe und Jahn-Rüdiger Albert, die Verteidiger des 27-jährigen Rüdiger D., und Marcus Ladewig für seinen Mandanten Stefan D., bei dem das Gericht eine größere Vorstrafe mit einbezogen hatte.


Rein formales Verfahren

Wie Alexander Baum, stellvertretender Pressereferent am Landgericht Bamberg, mitteilt, muss die Revision binnen Monatsfrist begründet werden. Der Bundesgerichtshof prüft, ob das Urteil materiell-rechtlich richtig ist und auch an der Verfahrensführung nichts zu beanstanden ist. Die Revision ist damit ein rein formales Verfahren, nur in seltenen Fällen kommt es überhaupt zu einer Revisionshauptverhandlung, in der ebenfalls wieder nur Rechtsfragen zu erörtern wären. Eine gegen das Urteil im vollen Umfang gerichtete Revision beinhaltet zumeist den Antrag, das Urteil aufzuheben und zur erneuten Verhandlung an eine andere Kammer des Gerichts zurückzuverweisen.
Der sogenannte Rotlicht-Prozess hatte 17 Verhandlungstage gedauert. Von der Eröffnung Ende Februar bis zur Urteilsverkündung am 18. Juli verging fast ein halbes Jahr.