Die kleine Gemeinde Reckendorf im oberfränkischen Landkreis Bamberg gliedert sich in fünf Ortsteile, die sich auf etwa 13 Quadratkilometer erstrecken. Die knapp 2100 Einwohner Laimbachs, Obermanndorfs, Reckendorfs, Untermanndorfs und Zeitzenhofs genießen die Nähe zum Naturpark Hassberge und die zahlreichen Sehenswürdigkeiten und Attraktionen, die der Ort zu bieten hat.

In den Auen des Bachnachtals gelegen, ist Reckendorf vor allem bei Radfahrern und Wanderern beliebt. Doch auch die Bürger der Gemeinde mögen ihr Reckendorf, bietet es ihnen doch eine gut ausgebaute Infrastruktur und Wohnkomfort.


Leben im Ort

Vor allem das Neubaugebiet im Osten des Dorfes zieht junge Familien und neue Bürger an. Aber auch die Annehmlichkeiten der Gemeinde und das rege Gemeindeleben locken. Die einmalig idyllische Lage und das wunderschöne Ortsbild, das durch die Folgen der Städtebauförderung und das Eigenengagement der Bevölkerung noch malerischer wurde, sind nur zwei Punkte, die für Reckendorf sprechen.

Den Bedürfnissen junger Familien mit Kindern kommen die Kindertagesstätte, die Grundschule und die Etablierung einer Jugendbeauftragten entgegen. Die Jugendbeauftragte Frau Schmitt kümmert sich exklusiv um die Sorgen und Belange der jungen Gemeindemitglieder und vertritt diese im Gemeinderat. Für Lesestoff sorgt die im Pfarrheim Reckendorf untergebrachte Bücherei, die Bücherliebhaber zum Lesen und Schmökern einlädt.

Zahlreiche Vereine heißen ihre Mitglieder und Interessierte zum geselligen Beisammensein ein. Ob leidenschaftlicher Gärtner, motivierter Imker, Hasenzüchter oder feuriger Tenor - in Reckendorf findet jeder seinen Verein. Den Dorfbewohnern steht sogar ein Veranstaltungsraum der ganz besonderen Art zur Verfügung: Das Haus der Kultur ist die ehemalige Synagoge der früher ansässigen jüdischen Gemeinde Reckendorfs und kann für Konzerte, Vorträge, Familienfeiern, Schulungen und ähnliches gemietet werden. Das ab dem Jahr 1727 erbaute, geschichtsträchtige Gebäude bietet einen festlichen Rahmen für Feiern aller Art.


Jüdische Gemeinde in Reckendorf

Das wahrscheinlich eindrucksvollste Relikt jüdischen Lebens ist der jüdische Friedhof unweit von Reckendorf. Die Grabanlage, die mit ihrer ungewöhnlichen gen Westen gerichteten Lage der strengen Ostung normaler jüdischer Friedhöfe trotzt, wurde wahrscheinlich Anfang des 19. Jahrhunderts errichtet. Zu dieser Zeit betrug der Anteil jüdischer Mitbürger in der Gemeinde etwa 40 Prozent.

Zahlreiche berühmte Juden in Amerika stammen aus Reckendorf, unter ihnen der bekannte Gründer des Museums Haas-Lilienthal-House in San Francisco Wolf Haas. Die Geschichte der Juden in Reckendorf kann bis in die frühe Neuzeit zurückverfolgt werden. Das Ortsbild Reckendorfs zeugt heute noch von der Anwesenheit zahlreicher jüdischer Mitbürger.

Im Ortskern sind viele Häuser zu sehen, die die für jüdische Wohngebäude typischen Halbwalmdächer haben. Des Weiteren besteht die Mikwe der ehemaligen Synagoge noch immer und es gibt eine Judenschule von 1835, einen der Schule angeschlossenen Schulgarten und ein Lehrerhaus. Das ehemalige Schlachthaus der jüdischen Gemeinde, das früher zum Schächten genutzt wurde, wird heute bewohnt.

Die Abwanderung der Juden nach Amerika und in größere jüdische Gemeinden begann bereits im 20. Jahrhundert, daher gab es zu Zeiten des dritten Reiches kaum noch ortsansässige Juden. Die Wenigen, die zur Reichspogromnacht am 9. November 1938 noch übrig waren, standen gemeinsam mit engagierten Ortsbewohnern schützend vor der Synagoge und verhinderten so das Brandschatzen des Gebäudes. Die Innenausstattung wurde zerstört, aber das Haus an sich konnte dank des Mutes und Zusammenhaltes der Reckendorfer gerettet werden.

von Vanessa Höfner