Für den Veranstalter, den Ortskulturring, war es ein Faschingsumszug der Superlative. Es gab noch nie so viele Zugteilnehmer, knapp 500, und die Zahl der närrischen Zuschauer war mit rund 1500 noch nie so groß. Alle waren im Faschingsfieber.

Wie immer führte der gemeindliche Faschingswagen den Zug an. Hier wurde der Schienenersatzverkehr aufs Korn genommen. "Statt Bahnanschluss zentraler Busbahnhof Ebinger Straße", lautete das Motto des Wagens. Mit Sorgfalt waren alle Stationen des Schienenersatzverkehrs aufgelistet. Der Zustand des Torhauses mag beklagenswert sein, aber ganz so marode wie es auf der anderen Seite des Wagens dargestellt wurde, ist er doch nicht.


Der Pfarrer als Teufel

Aber es ist ja Fasching, da passiert es auch, dass Pfarrer Reinhold Braun als Teufel erscheint. Da kommen die Wikinger aus Hohengüßbach nach Rattelsdorf. Sie warnten "Ihr Franken nehmt euch gut in Acht, das Meer hat die Wikinger nach euch gebracht".

Die Narren kamen nicht nur aus Hohengüßbach. Aus Baunach kamen ein Disco-Bus und der Stammtisch "No Problem". Die Ebensfelder Landjugend glossierte mit: "Aldi, Lidl und Co machen die Bauern k.o." den Wettbewerb auf dem Lebensmittelmarkt.

Auch Birkach, Zapfendorf und Uetzing unterstützten die zahlreich vertretenen Rattelsdorfer, "Abicher" und Medlitzer Vereine. Darunter der Musikverein, der Werbung für sein 50. Jubiläum zusammen mit dem Kreismusikfest machte. "Happy Birthday" gratulierten sich die phantasievoll verkleideten Musiker vorsichtshalber selbst schon mal. Bei dem Riesenspektakel mussten sie sich gegen die Wagen durchsetzen, auf denen ebenfalls mit lauter Musik aus der Konserve Party gefeiert wurde.


Auch die Kleinsten hatten ihren Spaß

Sehr zahlreich vertreten waren die Kinder aus der Gemeinde. Angefangen bei den Krippenkindern, die den Gaudiwurm mit erstaunten Augen aus ihren Krippenbussen heraus musterten, schlossen sich die kostümierten "Itz Kids" und die Kindergartenkinder aus Rattelsdorf und Mürsbach an. Sie brauchten nicht, wie die übrigen Zuschauer Helau rufen, ihr Helau stand praktischerweise auf Schildern.

Mit dem Hinweis auf die deutsche Meisterschaft im Mai liefen sehr viele Tänzerinnen der Garde- und Showtanzgruppe im Zug mit. Für ihre tänzerischen Einlagen erhielten sie jede Menge Beifall.


Fußballer mit Galgenhumor

Viel Spaß bei ihrem Auftritt hatten auch die jüngsten Fußballer mit ihren Trainern. Mit Galgenhumor kommentierte dagegen die erste Fußballmannschaft ihren Tabellenplatz in der Kreisliga: "Kreisliga Champions-League auf dem Platz an der Theke". Der Platz sei ihnen wurscht, meinten sie und feierten ihren Durst.

Da passt es doch gut, dass auf einem anderen Wagen an "500 Jahre Reinheitsgebot" erinnert wurde. Ausgeschenkt von den Wagen wurde der Gerstensaft in Plastikbechern. Dazu gab es Bonbons, Popcorn und Faschingskrapfen in großen Mengen. Ganz neu war die Faschingsgaudi für die Flüchtlinge aus der Rattelsdorfer Notunterkunft und aus Medlitz, die als Gäste am Straßenrand amüsiert das Spektakel verfolgten.