Wir lassen im Bamberger Stadtverkehr drei Mitarbeiter mit Auto, Fahrrad und Bus gegeneinander antreten. Es geht vom Klinikum zum ZOB (Strecke 1) und von dort zum Ertl-Zentrum (Strecke 2).

Hier schreiben sie, was sie unterwegs erlebt haben.

Platz 3: An einer Ampel verliert der Bus viel Zeit

von Selina Helmrich

Zeiten: Strecke 1 (Klinikum - ZOB): 15:00 Minuten; Strecke 2 (ZOB - Ertl-Zentrum): 20:00 Minuten Mit der Linie 901 starte ich am Klinikum um 14.40 Uhr. Bereits vor dem Einsteigen setze ich die Maske auf - und denke daran, wie angenehm es wohl im Auto ohne Maske wäre.

Die Fahrt ist entspannt, der Bus nicht überfüllt. Zwischenzeitlich staut es sich allerdings zwischen der Haltestelle Schulplatz und Schranne. Ich zweifle, ob der Bus die Ankunft am ZOB pünktlich schafft. Aber der Fahrer gibt etwas Gas, schlängelt sich durch die engen Straßen und kommt schließlich pünktlich um 14.55 Uhr am ZOB an. Dort muss ich elf Minuten warten und in die Linie 904 in Richtung Hallstadt steigen.

Der Bus ist bereits um 15.03 Uhr an der Haltestelle und öffnet die Türen für die Fahrgäste. Um 15.07 Uhr startet der Fahrer den Motor und fährt pünktlich um 15.08 Uhr los.

Auch in dieser Linie bekommt jeder Fahrgast ohne Probleme einen Sitzplatz. Die Fahrt läuft flüssig, es geht durch die Lange Straße, über den Markusplatz bis zum Margaretendamm. Dort muss der Bus einige Ampelschaltungen abwarten, bis er nach rechts in die Magazinstraße einbiegen kann.

Danach fährt der Bus umso zügiger weiter, um die verlorenen Minuten wieder einzuholen. Um 15.27 noch ein Stopp vor dem Media-Markt und dann schnell weiter zum Ertl-Zentrum. Doch es hilft alles nichts, der Bus kommt mit vier Minuten Verspätung an.

Damit hat er für die Strecke ZOB-Ertl, mit zwölf Haltestellen, 20 Minuten gebraucht. Insgesamt dauerte die Busfahrt vom Klinikum über ZOB zum Ertl somit 35 Minuten - ohne Wartezeit.

Platz 2: Falschparker bremst Radler

von Markus Klein Zeiten: Strecke 1 (Klinikum - ZOB): 9:45 Minuten; Strecke 2 (ZOB - Ertl-Zentrum): 12:45 Minuten obald das Zweirad am Kaulberg so richtig ins Rollen kommt, ist drei Mal Bremsen angesagt. Einmal abrupt, als mir ein abbiegendes Auto keinen Platz zum Vorbeifahren lässt. Einmal den Ehrgeiz, weil ich zwar schneller als die Kollegin im Auto sein, aber das Tempolimit 30 nicht überschreiten will. Und schließlich auch, weil ich eine teure, geliehene Mini-Kamera dabeihabe. Bis zur Oberen Pfarre komme ich entspannt voran, doch um die Schranne stauen sich die Autos weit hinauf (Zwischenzeit: 6:25 Minuten). Also nehme ich eine Abkürzung übers Pfahlplätzchen. Wären die Absperrketten wie angedacht beiseite geschafft, hätte ich mich beim Abbiegen sicherer gefühlt. Denn die Gegenfahrbahn ist wegen der langen Autoschlange schwer einsehbar. An der Polizeiwache Schranne vorbei sehe ich eine Fußgängermasse durch die Karolinenstraße rollen und entscheide mich für den Geyerswörthsteg. Ums Schloss durch die enge Baustelle ist Schritttempo angesagt, ebenso über den Brucknersteg. Zum Glück ist nichts los.

In der Generalsgasse zwingt mich ein geparktes Lieferfahrzeug zum Absteigen. Trotz äußerster Vorsichtig ernte ich in der Keßlerstraße ein paar böse Blicke von Fußgängern, an der Ecke Franz-Ludwig-Straße zieht dann aber ein rabiat-hupender Autofahrer die Wut auf sich. Nach insgesamt 9:45 Minuten komme ich am ZOB an. Weiter geht's langsam durch die Fußgängerzone. Dann Slalom an der Kettenbrücke zwischen Baustellen-Absperrungen und Fußgängern. In der Siechenstraße bremsen mich mehrere auf dem Radweg geparkte Autos.

Ab Laubanger bis zum Ziel atme ich den Diesel der vorbeiziehenden Lastwagen ein, die Menschenmuskeln kommen gegen die Pferdestärken nicht an, spätestens jetzt dürfte die Kollegin im Auto einen Vorsprung haben. Im Kreisel muss ich länger warten als nötig, weil drei entgegenkommende Autos blinken nicht für nötig erachten. Vom Klinikum über den ZOB bis zum Ertl habe ich mit dem Rad 22:30 Minuten gebracht. Das geht besser, Fahrradstadt Bamberg!

Platz 1 (ohne Parkplatzsuche): Flott mit dem Auto unterwegs

von Lea Schreiber Zeiten: Strecke 1 (Klinikum - ZOB): 9:00 Minuten; Strecke 2 (ZOB - Ertl-Zentrum): 11:00 Minuten Am Klinikum starte ich mit dem Auto. Mit Tempo 30 mache ich mich auf den Weg in die Stadt Richtung Kreuzung Friedrichstraße und Willy-Lessing-Straße. Hier stoppe ich die Zeit, um eine Vergleichbarkeit zu bekommen. Ich folge dem kürzesten Weg - jedenfalls laut Google Maps.

Der Münchener Ring ist relativ leer, ich muss nur an der roten Ampel Richtung Rhein-Main-Donau-Damm kurz halten. Stadteinwärts ist wenig Verkehr, ich überhole viele Radler. Nur am Wilhelmsplatz-Kreisel staut es sich und der Verkehr fließt nur zäh. Hier werde ich nun wieder reihenweise von Radfahrern überholt. Nach gut neun Minuten bin ich in der Innenstadt am ZOB.

Von dort starte ich in Richtung Ertl-Zentrum nach Hallstadt. In der Willy-Lessing-Straße lasse ich einige Radler hinter mir, die mich allerdings in der Luitpoldstraße wieder einholen. Bevor ich am Bahnhof links in die Ludwigstraße abbiege, staut es sich noch einmal kurz. Über die Kronacher Straße fahre ich zügig ins Industriegebiet. Etwas nervenaufreibend sind dort die vielen Autos, die sich von den unzähligen Parkplätzen zurück in den fließenden Verkehr einordnen wollen. Hier verliere ich etwas Zeit.

Über die Hallstadter Straße geht es schließlich zum Ziel: Nach insgesamt 20 Minuten erreiche ich schließlich, wie von Maps vorhergesagt, das Ertl-Zentrum. Mit einer besseren Ampelschaltung allerdings, hätte ich mir sicher etwas Zeit sparen können.