Irgendwann ist fast jeder Bamberger mal auf ein Stück Pizza bei "Mario" hängengeblieben, nach der Schule, am Ende einer Kneipentour oder als Zwischenstopp in einer Disco-Nacht. Über die Jahrzehnte ist Carmine D'apolito damit zu einer Bamberger Institution in der Generalsgasse geworden - und hat viele Freunde gewonnen.

"Ich war das erste Mal dort, als ich etwa 17 Jahre alt war", erinnert sich Markus Kohlmann. Über die Jahre sei eine richtige Freundschaft entstanden, man habe gemeinsam gegessen, sei im Schrebergarten gesessen und habe 1992 sogar Carmines Verwandtschaft in Avelino besucht. "Mei Mario war a Schlack. Und er hatte viel für andere Menschen übrig." So habe er Sepp, einem stadtbekannten Landstreicher, immer wieder zu essen gegeben und ihn auch bei sich übernachten lassen. Seit wann es den Imbiss genau gab, kann Kohlmann nicht sagen. "Ich weiß nur, dass Mario vorher Türsteher beim Scotch Club war."


Peter S. erinnert sich wie viele bei Facebook an einen nächtlichen Mario-Besuch: "Wir waren wohl so überhopft, dass Mario dachte, ne blanke Pizza wird"s nicht richten bei uns." Er zeigt dazu das Bild einer Pizza mit Äpfeln und Bananen. Christina R. schreibt: "Wir waren nach der Schule bei ihm gesessen und haben Hausaufgaben bei ihm gemacht. Er hatte immer ein Stück Pizza für uns, selten einen so guten Menschen getroffen." Sandra D. erinnert sich an nächtliche Imbisse zu Zeiten des "Downstairs", der Club war in den 1980ern Marios direkter Nachbar. Ulrich S. kommentiert: "Lieber Mario, du warst ein herzensguter Freund, eine Bamberger Institution, der man vergessen hat, den Status des Ehrenbürgers zu verleihen und der beste Pizzabäcker aller Zeiten. Wir werden dich, deine launischen Reden und dein großes Herz vermissen."

 


Jahrzehntelange Tradition


Manche Gäste kamen 35 Jahre lang immer wieder auf eine Pizza vorbei. Und auch Politikwissenschaften-Student Oliver Urbanke durfte Mario noch kennenlernen: "Er hat mir ein Stück Pizza geschenkt, weil er fand, dass ich dem Papst ähnlich sehe."

 

Zum Nachruf auf dem Trauerportal von inFranken.de

 

Bevor Carmine D'apolito, der in Bamberg als Mario bekannt war, nach Italien überführt wird, können sich seine Freunde und Bekannten am Freitag von 16.30 bis 18 Uhr noch von seiner Urne verabschieden. "Es wird keine Trauerfeier geben, aber wer sich mit ihm verbunden fühlt, kann eine Rose niederlegen oder ihm noch ein paar gute Gedanken widmen", sagt Felix Neuner vom Bestattungsinstitut Friede im Paradiesweg. Neuner organisiere den Abschied unentgeltlich, "weil ich mir gedacht habe, wenn einer so bekannt in Bamberg war, sollte er nicht einfach so sang- und klanglos verschwinden".