"Wir verstehen das einfach nicht", sagt Jan Giersberg, Sprecher der Stadtwerke Bamberg, am Montag (16. März 2026) im Gespräch mit inFranken.de. Wie die Gewerkschaft Verdi ankündigte, soll am Donnerstag (16. März 2026) erneut der öffentliche Nahverkehr bestreikt werden - und das auch in Bamberg. Die Stadtwerke informieren in einer Mitteilung bereits: Der reguläre Verkehr steht dann still, es gilt erneut ein Notfahrplan.
Im Netz macht der Sprecher seinem Ärger Luft: "Am Donnerstag (19.3.) legt Verdi ein weiteres Mal den ÖPNV in Bamberg lahm. Ziel der Gewerkschaft ist es, vollkommen irreale Tarifforderungen durchzusetzen", schreibt er in den sozialen Medien. Darunter Lohnsteigerungen von bis zu 25 Prozent und eine Arbeitszeitreduktion bei vollem Lohnausgleich.
"Verstehen das einfach nicht": Stadtwerke Bamberg empört über Streik-Ankündigung
Das große Problem aus der Sicht des Stadtwerke-Sprechers, wie er gegenüber unserer Redaktion betont: "Der Streik geht zulasten der Fahrgäste." Zum einen kämen diese am Donnerstag nicht wie gewohnt an ihr Ziel. "Zum anderen, weil die maßlosen Forderungen von Verdi zwangsweise zu steigenden Ticketpreisen und einer Verschlechterung des ÖPNV in Bamberg führen würden", betont Giersberg in seinem Beitrag. Auch eine Ausdünnung des Angebots wäre aus der Sicht des Sprechers dann die Folge.
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Dennoch biete man nun "wieder mit großem Aufwand" einen Notfahrplan an, "um den Fahrgästen weiterzuhelfen, die dringend auf den Bus angewiesen sind“. Wie das Unternehmen mitteilt, gilt dieser für die Route der Linien 935, 936, 937 und 938. Diese Busse verkehren demnach zwischen der ersten Abfahrt am ZOB um 6 Uhr und der letzten Abfahrt am ZOB um 20 Uhr im Stundentakt.
Die Schulbusse der Firma Basel fahren zudem regulär, während der Schulbus zur Wunderburgschule und die Verstärkerfahrten, die zum Schulbeginn durch die Stadtwerke Bamberg durchgeführt werden, entfallen.
Mehr Geld wegen gestiegener Lebenshaltungskosten: Das steckt hinter den Verdi-Forderungen
Die dritte Verhandlungsrunde mit dem Kommunalen Arbeitgeberverband (KAV) Bayern am 9. März 2026 blieb laut Verdi ergebnislos. Daher wolle man nun vor der nächsten Runde am 23. März 2026 den Druck durch erneute Streiks erhöhen.
Verdis Forderungen sind auch in den gestiegenen Lebenshaltungskosten begründet. Die Gewerkschaft betont in der entsprechenden Mitteilung: "Ohne relevante Lohnerhöhungen könnten sich die Kolleg*innen das Leben dort, wo sie den Verkehr täglich am Laufen halten, bald nicht mehr leisten." Zudem sei die Arbeit im Schichtbetrieb kräftezehrend, hier brauche es Entlastung.
Gestreikt werden soll daher an mehreren Orten in ganz Deutschland - in Franken nach aktuellem Kenntnisstand laut der dpa in Bamberg, Nürnberg und Bayreuth.