• Betrugsvorwürfe bei Corona-Teststellen: Tests abgerechnet, aber nicht durchgeführt
  • Bayerischer Gesundheitsminister Holetschek (CSU) kündigt harte Konsequenzen an
  • Spahn bei Anne Will: Gesundheitsämter sind zuständig für Kontrollen 
  • Fränkische Behörden stark verwundert: "Nicht unsere Aufgabe"

Fränkische Gesundheitsämter weisen Zuständigkeit für Kontrollen von Corona-Testzentren von sich: Nachdem vergangene Woche Betrugsvorwürfe gegen Corona-Teststellen in Bayern und Nordrhein-Westfalen bekannt wurden, konferieren die Gesundheitsminister heute am Montag (31.05.2021) um mögliche Lösungsansätze zu besprechen. Doch wer überprüft die Corona-Teststellen in Deutschland? Gesundheitsminister Jens Spahn (CSU) gab am Sonntag in der ARD-Sendung "Anne Will" an, dass die Testzentren von Berlin aus nicht zu kontrollieren sein, das sei die Aufgabe der Gesundheitsämter vor Ort. 

Kontrollen in den Testzentren? Fränkische Gesundheitsämter stark verwundert

Das stößt bei den Gesundheitsämtern in Franken vor allem auf Verwunderung. "Diese Verantwortung obliegt dem Gesundheitsministerium", heißt es vonseiten des Gesundheitsamts Nürnberg gegenüber inFranken.de. Das Landratsamt Bamberg äußert sich ebenfalls zu den Vorwürfen: "Bisher war die Überprüfung nicht unsere Aufgabe", so die Behörde auf Nachfrage, "wir werden abwarten, was heute bei der Konferenz herauskommt." Die Pressestelle des Landratsamtes Hof konnte sich dazu ebenfalls nicht sonderlich ausführlich äußern. "Wir wissen es schlichtweg nicht", so eine Sprecherin gegenüber inFranken.de. Bei den Ämtern herrscht nach dem Talkshow-Auftritt von Jens Spahn also vor allem eines: große Unsicherheit. 

Zentraler Streitpunkt bei den Verhandlungen heute wird sein, wer in Zukunft die Zahl der ausgeführten Tests in den Testzentren kontrolliert. Wie die Deutsche Presseagentur berichtet, kündigt der bayerische Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) schon vor der Konferenz Konsequenzen an: "Wer sich an der Corona-Pandemie mit kriminellen Machenschaften bereichern will, gehört konsequent bestraft", sagte er, "Bayern setzt sich dafür ein, dass alle Vorwürfe rasch aufgeklärt werden."

Bekannt wurden bislang Verdachtsfälle in Nordrhein-Westfalen und Bayern. Dem bayerischen Gesundheitsministerium sei "konkret ein Fall bekannt, in dem die Behörden ermitteln", sagte ein Ministeriumssprecher am Sonntag der Deutschen Presseagentur. Um welche Teststelle es sich handelt, wollte er wegen des laufenden Ermittlungsverfahren aber noch nicht bekannt geben. 

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