Für einen versuchten Wohnungseinbruch-Diebstahl im September 2017 muss ein 31-jähriger Mann aus dem Landkreis Haßberge für zwei Jahre und zwei Monate ins Gefängnis. Das Schöffengericht unter Vorsitz der Amtsrichterin Marion Aman konnte wegen eines Geständnisses buchstäblich kurzen Prozess machen.

Hintergrund des Einbruchsversuches in ein Einfamilienhaus in Knetzgau war die Drogensucht des Angeklagten, der glaubte, im Keller des Anwesens Cannabisprodukte wie Haschisch oder Marihuana zu finden. Keine ganz aus der Luft gegriffene Annahme, wie ein Polizeibeamter aus Haßfurt bestätigte. So hatten Hausdurchsuchungen schon mehrfach Rauschgift bei den Söhnen der Hausbesitzerin aufgestöbert.

Der Angeklagte hatte eine erschreckend eindrucksvolle "Drogenkarriere" vorzuweisen, die von Alkohol und Ecstasy über Crystal Meth und Speed bis hin zu Cannabis und Heroin reichte. Es wurde so schlimm, dass er seine Berufsausbildung abbrach, zeitweise sogar obdachlos wurde.


DNA am Einbruchswerkzeug

"Ich hatte nur noch Scheiße im Kopf, mir war alles egal." Überführt hatte den Angeklagte eine DNA-Spur am Einbruchswerkzeug. Das bestätigte ein Gutachten des Landeskriminalamtes.

Mit einer Spitzhacke, die er in einem Geräteschuppen auf dem Grundstück gefunden hatte, hebelte er "mit brachialer Gewalt" (Richterin Aman) die Kellertüre so auf, dass an dieser und dem Türrahmen ein "nicht unerheblicher Sachschaden" von rund 1700 Euro entstand, wie Staatsanwalt Stephan Schäl betonte. "Den zahlt wohl keine Versicherung."

Im Inneren des Gebäudes kam der Angeklagte aber nicht mehr dazu, Beute zu machen. Der Krach hatte einen Hausbewohner aufgeweckt. So ergriff der Angeklagte die Flucht.


15 Vorstrafen

Bereits seit 17 Jahren beschäftigt der Angeklagte die Justiz. Vor allem an seinem "Heimatgericht" Haßfurt, das ihn wegen zahlreicher Vergehen zu Jugendarresten, Geldstrafen und Freiheitsstrafen verurteilt hatte. Aber auch an den Amtsgerichten in Bamberg, Bad Kissingen, Wunsiedel und Leipzig kennt man den Angeklagten. Die Palette der 15 Vorstrafen reicht von Hausfriedensbruch, Sachbeschädigung, Diebstahl, Beleidigung, Körperverletzung, uneidlicher Falschaussage, Führens einer verbotenen Waffe, illegalen Besitzes und Einfuhr von Betäubungsmitteln bis hin zum Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte.

Auch hinter Gittern hatte der ungelernte Bauarbeiter, diesmal verteidigt durch Rechtsanwalt Andreas Dräger (Strullendorf), schon mehrfach gesessen. So sind die Untersuchungshaft in der JVA Bamberg und die Ersatzfreiheitsstrafe anstelle einer nicht bezahlten Geldstrafe keine neue Erfahrung für ihn.

In den zwei Jahren und zwei Monaten ist auch die letzte Verurteilung von einem Jahr und drei Monaten eingerechnet, die Amtsrichterin Aman im November 2017 wegen räuberischen Diebstahls und Körperverletzung ausgesprochen hatte. Der 31-Jährige will nun eine Drogentherapie angehen.