Zwei Jahre lang wurde über die Verlagerung des Dientzenhofer-Gymnasiums (DG) in den Landkreis debattiert. Wenige Tage vor dem Beginn der Schulanmeldung ist dieser Streit nun endgültig beigelegt. Der Verwaltungsrat des Zweckverbands Gymnasien demonstrierte den Schulterschluss und bekannte sich einstimmig zum Standort in Bamberg-Ost.

Gleichzeitig gaben die Politiker auch ein Signal für das ebenfalls in die Jahre gekommene Kaiser-Heinrich-Gymnasium (KHG), für das es ebenfalls Verlagerungsüberlegungen gibt, allerdings nur für die Stadt.

Priorität genießt aber das DG. Der erste Schritt wird deshalb sein, bis nach der Sommerpause zu klären, wie es an der Feldkirchenstraße weitergeht: Ist ein Neubau neben der alten Schule oder eine Generalsanierung der Bestandsgebäude der richtige Weg? Oder macht eine Kombination aus beidem Sinn? Aus heutiger Sicht sind offenbar alle drei Szenarien auf dem Schul-Grundstück denkbar. Ein Konzept soll deshalb klären, wie es um die Kosten, die Fördermöglichkeiten und die pädagogischen Aspekte bestellt ist.

"Die Verlagerung in den Landkreis ist nicht der richtige Schluss. Doch wir dürfen hier nicht stehen bleiben. Es ist wichtig, dass wir ein öffentliches Signal geben, wie es mit dem Dientzenhofer-Gymnasium weitergeht", stellte Bambergs Oberbürgermeister Andreas Starke (SPD) zum Beginn der Sitzung klar.

Dazu muss man wissen: Die Verlagerungsdebatte hat bereits Wirkung gezeigt. Die Anmeldezahlen sind für das DG vor einem Jahr empfindlich eingebrochen; sie sind der wichtigste Gradmesser für die Beliebtheit einer Schule. Mit den nun gefassten Beschlüssen besteht die Erwartung, dass es für das Gymnasium wieder aufwärts geht.

Das hofft auch die Schulleiterin Brigitte Cleary: "Für die Schulgemeinschaft ist es das Wichtigste, dass die Phase der Unsicherheit zu Ende ist. Wir können nun davon ausgehen, dass das DG dort bleibt, wo es steht", sagte sie vor den Verbandsräten. Und forderte, dass die Schulgemeinschaft bei den weiteren Planungen intensiv eingebunden wird.

Über die Empfehlung des Gutachters für den bewährten Standort im Bamberger Ostern freute sich auch der Bamberger Schulreferent Bürgermeister Christian Lange (CSU). Nach den Erneuerungsmaßnahmen für das Franz-Ludwig-Gymnasium, das Clavius-Gymnasium und das E.T.A.-Hoffmann-Gymnasium strebe man nun Planungssicherheit für das DG und das KHG an.


Doch keine Schnapsidee?

Anders als Helmut Müller, der Fraktionschef der städtischen CSU, der die Verlagerungsüberlegungen kürzlich als Schnapsidee bezeichnet hatte, verteidigten OB Starke (SPD), Bürgermeister Lange und der Bamberger Landrat Johann Kalb (beide CSU) unisono die umstrittene Untersuchung der Schülerströme. Sie hatte eineinhalb Jahre gedauert. Dennoch sei sie goldrichtig gewesen, sagte Kalb. So habe man wertvolle Erkenntnisse über die möglichen Entwicklungen an allen Bamberger Gymnasien gewinnen können.

In der Tat enthält das Zahlenwerk, das Christian Rindsfüßer vom Augsburger Büro "Sags" vorstellte, weitreichende Prognosen für sämtliche sieben Bamberger Gymnasien. Dank gestiegener Geburtenzahlen, starker Zuwanderung (siehe Grafik) und der Wiedereinführung des neunstufigen Gymnasiums wird allen Gymnasien kräftiges Wachstum vorhergesagt.

So soll das DG im Jahr 2027 wieder den Sprung über die 1000-Schüler-Marke schaffen. Im Aufwind befindet sich den Vorhersagen zufolge auch das KHG, ebenfalls ein Sanierungskandidat, dessen Erneuerung viele Millionen Euro kosten dürfte. Für die Schule am Fuß der Altenburg versuchte Verwaltungsrat Martin Pöhner (FDP) dem Gremium einen weiteren konkreten Sanierungsbeschluss abzuringen. Doch Helga Geheeb, Christian Weghorn (beide CSU), Rainer Kretschmer (SPD) und Bruno Kellner (FW/ÜWG) bremsten "die Euphorie". Sie plädierten angesichts der zu erwartenden Kosten für das DG einen schrittweisen Kurs. Immerhin: Die Verwaltung soll auch für das KHG einen Vorschlag ausarbeiten, wie es weitergehen könnte.

Bestätigt fühlten sich durch die Ergebnisse des Gutachtens Bambergs Grüne. Ursula Sowa sprach von einer "Zitterpartie, die nicht nötig gewesen wäre". Auch das Ergebnis des jetzt in Auftrag gegebenen Konzepts ist aus ihrer Sicht bereits absehbar: "Eine Kombination von Sanierung und Neubau ist das Sinnhafteste."