Wenn am Dienstag, 5. Juni, ab 16 Uhr die Stadträte zur Konversionssenatssitzung zum Bamberger Rathaus kommen, werden sie am Maxplatz von einem Infostand des Vereins "Kulturquartier Lagarde" empfangen. "Wir haben den Stand primär für Stadträte, damit sie sich informieren können", sagt Maximilian Mende vom Verein, der aus Ehrenamtlichen des Bürgervereins Ost und Kulturschaffenden besteht. Sie wollen den Stadträten nochmals verdeutlichen, was sich die Mitglieder unter dem Motto "eine Mitte für den Bamberger Osten und ein Quartier für die ganze Stadt" vorstellen.


Verein sieht Studie positiv

Anlass für die Aktion ist, dass in der Senatssitzung eine Machbarkeitsstudie des Büros Eloprop aus Regensburg im Hinblick auf ein mögliches Kulturquartier auf dem Lagarde-Gelände im Osten der Stadt vorgestellt wird. Der Verein sei froh, dass es zur Machbarkeitsstudie gekommen ist, so Mende. "Das zeigt, dass man in die richtige Richtung geht." In dem Verfahren sollen sämtliche Akteure beteiligt worden sein.

Auch Mende findet, dass sich darin das Grobkonzept des Vereins aus dem Jahr 2017 ganz gut wiederfindet. Damit verbunden ist die Hoffnung, dass "die Stadt jetzt die nächsten Schritte in Richtung eines Kulturquartiers macht."

Konkret geht es dem 22-Jährigen und seinen Mitstreitern darum, dass nicht nur einzelne Räume für Kultur zur Verfügung gestellt werden sollten. So wünscht sich der Verein einen größeren Veranstaltungsort, etwa für Konzerte, in der ehemaligen Reit- oder Posthalle. Beide Hallen werden auch vom Gutachterbüro für die Nutzungen als Markt-/Eventhalle (Reithalle) oder Multifunktionsfläche (Posthalle) in der Studie empfohlen.

Außerdem sollte aus Sicht des Vereins auf dem Lagarde-Gelände Platz für weiteres kulturelles und bürgerschaftliches Engagement geschaffen werden. Konkret sollten sich Vereine oder andere Gruppen in Büros einmieten können, Proberäume oder künstlerische Werkstätten eingerichtet werden. Diese Nutzung empfiehlt das Gutachten für die ehemaligen Reitstallgebäude an der Weißenburgstraße/Zollnerstraße.


Chance auf Quartiersmitte

Auch die Verwaltung sieht in dem Projekt "Kulturquartier Lagarde", "die Chance eine attraktive Quartiersmitte für den Lagarde-Campus zu schaffen", heißt es in der Sitzungsvorlage. Jedoch ist derzeit noch offen, wie die konkrete Nutzung, mögliche Betriebsformen oder eine städtische Beteiligung aussehen könnten. Eine Entscheidung darüber ist am Dienstag noch nicht zu erwarten.

Vielmehr soll die Machbarkeitsstudie der Verwaltung als Grundlage dienen, um das Programm "Nationale Projekte des Städtebaus" umsetzen zu können. Darin stellt der Bund der Stadt unter bestimmten Voraussetzungen eine Förderung für die Errichtung eines Vorplatzes zur Reithalle im Rahmen eines Kulturquartiers Lagarde von bis zu zwei Millionen Euro in Aussicht.

Der Verein "Kulturquartier Lagarde" würde aber eine frühzeitigere Festlegung auf konkrete Nutzungen begrüßen. Dazu gehöre auch, dass ein Businessplan erstellt werde. "Wir sagen zwar, dass ein Kulturquartier Geld kosten wird, aber das wird kein Fass ohne Boden", betont Mende. Außerdem hofft der Verein, dass Zwischennutzungen auf dem Gelände an der Weißenburgstraße leichter möglich werden. "Die Hürden für Vereine und Veranstalter sind noch zu hoch", findet Maximilian Mende.

Das sei nicht so einfach, entgegnet Stadtsprecherin Ulrike Siebenhaar. Die grundsätzlich betont, dass man mit den Kulturschaffenden in einer Richtung unterwegs sei. "Wir wollen dort auch ein Kulturquartier haben." Auch Zwischennutzungen seien ja bereits möglich gemacht worden, diese seien aber nicht immer ganz so einfach umzusetzen. Für Veranstaltungen auf dem Lagarde-Areal müsste derzeit aufwendig eine Infrastruktur geschaffen werden. Außerdem soll im nächsten Jahr mit der Entwicklung des Geländes begonnen werden. "Dann ist dort Baustelle", schildert Siebenhaar die Schwierigkeiten.

Der Infostand des "Kulturquartier"-Vereins soll am Dienstag bereits ab 14 Uhr am Maxplatz stehen. Außerdem will "Kontakt - Das Kulturfestival" ab 15 Uhr eine Kundgebung veranstalten und dem Wunsch einer raschen kulturellen Nutzung des Geländes Nachdruck verleihen.