"Mit 130 würde man ihn quälen", sagt Michael Höllein. Diese Geschwindigkeit will der Bamberger seiner Edelkarosse lieber nicht antun. Auch wenn der Oldtimer, ein englischer Riley Baujahr 1935 mit seinen vier Zylindern und 70 PS das hergeben würde. Bei der "Rosenhut Oldtimer Rallye" dürfte Hölleins Fahrzeug wohl eines der ältesten gewesen sein. Schaulustige und Fans alter Nobelautos waren am Samstag schon sehr früh auf den Schlüsselfelder Marktplatz gekommen, um die 85 Oldtimer gebührend zu bewundern. Der rechts gesteuerte englische Wagen befinde sich seit etwa zwanzig Jahren im Familienbesitz, erzählte Höllein. Der Lenker des Cabriolets hatte nicht nur eine flotte Beifahrerin, sondern sich selbst auch in schicke Klamotten geworfen, die im Stil haargenau zum Fahrzeug passten.

Ganz anderes hat Christian Gößwein mit seinem Oldtimer im Sinn. Der junge Mann aus Uttenreuth bei Erlangen hat sich ein altes Feuerwehrfahrzeug zugelegt. "Das ist halt mal was anderes. Damit fällt man auf", sagte er. Außerdem könne er alle seine Freunde und noch einen Kasten Bier transportieren. Der "Opel Blitz" ist Baujahr 1953 und war schon mal zehn Jahre lang außer Gefecht gesetzt, bevor Christian Gößwein sich in das alte Mannschaftsfahrzeug verguckte. Anders als die meisten Oldtimer ist das knallrote Feuerwehrauto ganzjährig mit einem normalen Kennzeichen zugelassen. "Ich muss ja auch mal im Winter einen Biereinsatz fahren", sagte der junge Besitzer.

Bürgermeister Georg Zipfel schickte die nostalgischen Fahrzeuge auf die 85 Kilometer lange Bildersuchfahrt. Berühmte Namen - vom Alfa Romeo über Jaguar bis zur Borgward Isabella rollten da - glänzend aufpoliert - über den historischen Marktplatz des Steigerwaldstädtchens. Ziel war der Marktplatz von Volkach in Unterfranken, wo sich die Nobelfahrzeuge vor der Kulisse des historischen Rathauses sicher ebenso gut ausnahmen.

Den Namen "Rosenhut" hat die Oldtimer-Ralley übrigens von der gleichnamigen Vereinigung für edle Schnapsbrände entliehen.