Eine Erfolgsbilanz prägte die letzte öffentliche Ratssitzung für das Jahr 2017 Gemeinde. Memmelsdorf, so viel wurde nach den Berichten der Tourismusmanagerin Bianca Müller und des Jugendbeauftragten Lukas Meter deutlich, bleibt als Destination für Reisende spannend und anziehend, aber auch für Familien, die Jugend und die Senioren. Von der gemeindlichen Jugendarbeit wussten Carmen Somrei und Daniel Dummert Erfreuliches zu berichten und Hugo Druck, der Seniorenbeauftragte des Memmelsdorfer Rates, konnte ebenso wie Damaris Martin ein Erfolgsjahr für die Senioren und die Familien in der Gemeinde bilanzieren.

Da passte der kurze Rückblick mit Blick nach vorn von Bürgermeister Schneider so recht ins Bild von einer quicklebendigen Kommune, in der auf allen Ebenen die Weichen in eine erstrebenswerte Zukunft gestellt sind. "Am Weingarten" so Schneider ganz konkret, werde in Memmelsdorf ein Wohngebiet entwickelt, in dem Zukunft stattfinde. Nicht einfach nur Wohnschachteln wolle man da realisieren, vielmehr schon intelligentes Wohnen und Zusammenleben von Jung und Alt.

Schneider führte dann einige Glanzlichter der Arbeit in Rat, Verwaltung und bei den Gemeindewerken an. Der DSL-Ausbau wurde 2017 vorangetrieben und die digitale Erneuerung des Rathauses erfolge systematisch, so Schneider. 40 000 Euro habe man für die Ausstattung der Wehren ausgegeben, damit die Floriansjünger ihren lebensrettenden Dienst an der Gemeinschaft möglichst ohne Eigengefährdung leisten könnten. Zwanzig Spielplätze seien in der Großgemeinde optimiert worden, für die Kita St. Martin seien 20 000 Euro Vorauskosten aufgebracht worden. Das sei freilich nicht viel, wenn man darauf sehe, dass die Maßnahme am Ende eine halbe Million Euro kosten werde. Für die Seehofhalle habe man Geld in die Hand genommen, um die Fenster und die Beleuchtung zu erneuern.


Jugendarbeit am Puls der Zeit

Auch in den Pavillon der Jugend in Drosendorf seien am Ende etwa 11 000 Euro geflossen, knüpfte Schneider an die Berichte über die Jugendarbeit von Carmen Somrei, Daniel Dummert und Lukas Meter an, um zu verdeutlichen, dass man im Rat und in der Verwaltung die gute Entwicklung in diesen Bereichen gerne unterstützt. Das Sommerferienprogramm, so konnte Meter berichten, habe 471 junge Teilnehmer auf die Beine gebracht. Wichtig sei auch bei der Jugendarbeit, so Meter, Dummert und Somrei übereinstimmend, dass man mit den Angeboten sozusagen am Puls der Zeit sei. Und natürlich verstehe man sich auch als Brücke zu den Vereinen.


Schwellenängste abbauen

"Wir wollen Schwellenängste beseitigen, zu Aktivitäten inspirieren, Möglichkeiten kommunizieren und realisieren helfen", fasste Damaris Martin den Ansatz der Seniorenarbeit in der Horst-Bieger-Begegnungsstätte "Mittendrin" zusammen. Hugo Druck, der Seniorenbeauftragte, wollte das gerne unterstreichen, ehe Martin einen ganzen Blumenstrauß gelungener Einzelveranstaltungen wie auch institutionalisierter Angebote ausreichte.

Man werde den Vertrag mit der Tourismusmanagerin Bianca Müller unbedingt verlängern, positionierte sich Schneider auf Müllers vorsichtige Nachfrage hin, wie es mit dem Tourismusmanagement "Fränkische Toskana" ab 2019 weitergehen werde, sehr deutlich. Müller habe für die Tourismusregion enorm viel erreicht, legte Schneider nach. Wie in der Stadt und im Landkreis Bamberg seien auch in Litzendorf, Strullendorf und Memmelsdorf die Übernachtungszahlen in den vergangenen zehn Jahren deutlich nach oben gegangen.

Wegen der geringen Anzahl an gewerblichen Übernachtungsbetrieben beruhten die Zahlen für Memmelsdorf auf Meldungen der Betriebe, nicht aber auf einer amtlichen Statistik, erläuterte Müller die Erfolge bei den Übernachtungszahlen. Die führe Strullendorf mit einem Zuwachs von 249 Prozent an. Zählte man dort im Jahr 2006 noch gut 7000 Übernachtungen, waren es 2016 schon knapp 25 000 Übernachtungen. Da spiele der Bettenausbau in Strullendorf mit rein, so Müller, und die Eigeninitiative der Beherbergungsbetriebe.

Müllers Informationen führten dann gar zur Nachfrage aus dem Rat, ob sie eine Erfolgsprognose für ein weiteres Hotel in Memmelsdorf abgeben wolle. Das tat die Tourismusmanagerin differenziert und schloss mit der Einschätzung, dass ein Drei- oder Vier-Sterne-Haus wohl eine gute Auslastung haben könnte. Memmelsdorf sei verkehrstechnisch gut angebunden, erläuterte Müller, und es könnte natürlich auch profitieren, wenn die Winterpause von Schloss Seehof verkürzt würde.
Wandern und Radfahren gefragt
Dass Kunst- und Kulturangebote etwas bringen, konnte Müller mit den Erfolgen beim Kunst- und Skulpturenweg oder bei der Internationalen Woche "Festival der Kulturen" belegen. Über die anhaltende Nachfrage nach Angeboten zu "Wandern und Radfahren" freute sich Müller, und die Maßnahmen zum Thema "Bierkultur, Genuss und Gastlichkeit" zeitigten gerade im Jahr 2017 durchschlagende Erfolge, so Müller. Das alles werde gepusht und begleitet von umfangreichen und vielfältigen Marketing- und Kommunikationsmaßnahmen.

Müller hatte schließlich noch ein Zuckerl obendrauf. Man habe sich beim Wettbewerb "100 Genussorte in Bayern" beworben, erklärte Müller. Mit viel Aufwand und mit dem naheliegenden Thema Bier, wenn man sich da auch in einer harten Konkurrenz gesehen habe. "Aber wir waren erfolgreich", sorgte Müller für eine begeistert aufgenommene Überraschung. Im März finde in München die Prämierung statt und da werde Memmelsdorf dann in einer Reihe mit Aufseß, Bamberg und Coburg genannt werden, aber auch in einem Atemzug mit dem Winzerort Iphofen und dem Tegernseer Tal.