Die Pfarrei St. Wenzeslaus in Litzendorf begeht 2018 die 300-Jahr-Feier ihrer berühmten Dientzenhofer-Pfarrkirche. Aus diesem Anlass beschlossen Pfarrer Marianus Schramm und der Pfarrgemeinderat bei einer Silvesterfeier in das Jubiläumsjahr hineinzufeiern. Der Knaller schlechthin war dabei ein fränkisches "Dinner for One" mit dem Pfarrer in einer der beiden Hauptrollen.
 

 


Rund 120 Gäste hatten sich angemeldet, unter ihnen auch Monsignore Edgar Hagel aus der Lichteneiche und Litzendorfs Bürgermeister Wolfgang Möhrlein mit Gattin Luitgard. Zur Silvesterfeier ins Pfarrheim gelangte man zum ersten Mal über den barrierefreien Zugang von der nördlichen Kirchenseite aus. Der Abend begann mit einem großen Salatbuffet, an das sich dann das Menü mit kalten und warmen Speisen anschloss. Ein reichhaltiges Dessert bildete den Abschluss. Bei Musik eines Diskjockeys legten einige Paare ein kesse Sohle aufs Parkett.

Den Höhepunkt des Abends gestalteten in dem Sketch "Dinner for One" Pfarrer Marianus Schramm als Miss Sophie - nun Mastera - und der Leiter der Litzendorfer KAB-Theatergruppe, Albert Knoblach, als Butler James alias Banger. Schon als beide stilecht gekleidet in das Zimmer mit dem Löwenfell kamen, ernteten sie Beifallstürme. Auf die Frage der Mastera, ob alle da seien, berichtete der Banger, dass der Knechtla Hans, der Wochners Babist, der Schneiders Görch und der Lischneiders Schorsch da seien, wie jedes Jahr.

 

 


Lieber Bier aus dem Ellertal

Anstelle von Wein hatte die Mastera aber lieber die Biere des Ellertales. So kamen alle Brauereien der Fränkischen Toskana zu den Gerichten von Blauen Zipfel bis zu fränkischen Sauerbraten dran. Vorneweg gab es natürlich eine fränkische Suppe, die der Mastera aber nicht so schmeckte. Um so mehr lobte sie am Schluss den Schnaps vom Knoblachs Michel aus Schammelsdorf, der ihr schließlich die nötige Bettschwere bescherte. Dazwischen aber die perfekt imitierten Stolperer des Banger samt den Szenen mit den vier geladenen Gästen.

Perfekt, köstlich, klasse - die Kommentare der Litzendorfer, Melkendorfer, Ellerer und der anderen Ortsteilbesucher wollten kein Ende nehmen. Entsprechend kräftig war auch der Applaus für die beiden Schauspieler, wobei die Partygäste natürlich die Frauenrolle ihres Pfarrers besonders würdigten. Interessant war die Frage, woher er die exquisiten Kleidungsstücke habe. Jutta Uzelino, die Vorsitzende des Deutschen Katholischen Frauenbundes von Litzendorf dazu: "Der Frauenbund hat mit der Garderobe des Pfarrers nichts zu tun!" Auf die neugierige Frage des Reporters, welch edles Geschäft in Bamberg er denn empfehlen könne, gab es nur ein vielsagendes Lächeln. Die Paparazzi des Ellertales werden also im neuen Jahr noch viel zu tun haben, um dieses Geheimnis zu lüften.

Zur Stärkung der Bauchmuskeln standen auf dem Buffet dann verschiedene Käsesorten zur Auswahl. Dem schloss sich dann in der Kirche eine kurze Andacht vor Mitternacht an, Reflexion über das vergangene und Meditation über das neue Jahr. Auf dem Platz vor Rathaus und Kirche warteten alle gespannt auf die Uhrschläge bis zum Neuen Jahr, das auch mit vollem Glockenklang begrüßt wurde. Mit einem Glas Sekt wünschten sich alle ein Gutes Neues Jahr 2018 und schauten sich die vielen explodierenden Feuerwerkskörper über Litzendorf an.

 

 


Feuer in den Büschen

Die plötzlich einsetzende Feuerwehrsirene erschreckte alle, zumal man nicht weit entfernt Rauch aufsteigen sah. Aber rasch verbreitete sich die Nachricht, dass nur einige Büsche brannten, die aber Jörg Walter, der Hausmeister der Litzendorfer Schule mit einem Feuerlöscher löschen konnte. Der Fortsetzung der Feier im Pfarrheim stand also nichts im Wege.