Das zurückliegende Jahr war für Julia aus Zapfendorf im Kreis Bamberg geprägt von Klinikaufenthalten, Rückschlägen, Fortschritten, Hoffnung und Angst. Im März 2025 erhielt sie die Diagnose Leukämie, die als aggressiv eingestuft wurde. Nach einer Chemotherapie benötigte die heute 24-Jährige eine Stammzelltransplantation, um weiterleben zu können.
Zunächst testete man ihren Bruder, der letztlich nicht als Spender infrage kam, wie sie im Gespräch mit inFranken.de am 24. April 2026 berichtet. Nach dem Test von Geschwistern sei dann die Suche nach einem Fremdspender an der Reihe, wie sie erklärt. In Franken fanden daraufhin zahlreiche Registrierungsaktionen statt. Doch Julia hatte großen Therapiedruck und Ärzte sagten ihr, dass die Auswertungen wohl zu lange dauern würden.
Nach Stammzelltransplantation: Julia aus Zapfendorf übersteht weitere "Negativspirale"
Da in den Datenbanken kein Spender zu finden war, "haben sie meine Eltern getestet", erinnert sich Julia. Beide passten zur Hälfte mit den Merkmalen ihrer Tochter überein. Die Wahl fiel schließlich auf ihre Mutter. Auf ihrem Instagram-Account postete Julia am 28. Mai 2025 dann ein bewegendes Video aus einem Rückblick auf ihre Kindheit bis zum Ultraschallbild. Darüber steht: "Deine Mutter schenkt dir zum zweiten Mal das Leben."
In einem Text schrieb sie: "Heute ist es endlich so weit, ich bekomme die Stammzellen von meiner Mama. Ich kann's einfach nicht glauben und hoffe, damit kann die Leukämie endlich langfristig behandelt werden." Sie sei ihr "für alles, was sie tut, so unglaublich dankbar" und sehe den 28. Mai als ihren zweiten Geburtstag an. Die Transplantation verlief im Großen und Ganzen gut, doch es sollten weitere sieben kräftezehrende Monate im Krankenhaus folgen. Julia fing sich im August wohl über das Essen einen Ehec-Virus ein, der sie in eine "Negativspirale" brachte.
Julia musste unter anderem eine Darmentzündung und ein Nierenversagen durchleben und benötigte viele Blutspenden. "Wenn ich sie nicht bekommen hätte, wäre ich heute nicht mehr da", sagt sie und macht auf die große Bedeutung von Blutspenden aufmerksam. Antikörper ließen Julia allmählich genesen und seit etwa einem Jahr ist sie krebsfrei. Die 24-Jährige kann ihrem Biochemiestudium wieder nachgehen und sich endlich wieder auf einen gemeinsamen Urlaub mit ihrem Freund freuen. Am 8. März schrieb sie auf Instagram: "Es sind immer noch viele Höhen und Tiefen, aber ich bin total stolz auf meinen Körper." Weitere Nachrichten aus Bamberg und Umgebung findest du in unserem Lokalressort.