Es sollte der Höhepunkt für den 1. FC Eintracht Bamberg in der Vorbereitung auf die Regionalliga-Saison 2009/10 werden: Zu Gast war der Fußball-Zweitligist SpVgg Greuther Fürth . Sonnenschein, angenehme 22 Grad, die Spieler machten sich schon warm, etwa 600 Zuschauer freuten sich auf das Freundschaftsspiel - es war alles angerichtet und dennoch gab es an diesem 22. Juli 2009 ein großes Problem.

"Dieser Platz", erinnert sich Christoph Starke , "das war eine Blumenwiese, aber sicher kein Fußball-Rasen." Der damalige Eintracht-Trainer weiß bis heute nicht, wer "gedacht hatte, dass auf dieser Wiese gespielt werden kann, und das Mähen vergessen hat". Er und sein Fürther Gegenüber, Benno Möhlmann , waren sich einig: Auf diesem Platz ist die Verletzungsgefahr für die Spieler zu groß. Doch was tun? Das Spiel 15 Minuten vor dem geplanten Beginn absagen? Es wurde etwas hektisch. "Irgendwo haben wir dann doch einen Rasenmäher und einen Fahrer herbekommen", erinnert sich Starke. Warum der Rasenmäher ein Fürther Nummernschild hatte, weiß er dagegen bis heute nicht. Es war ihm auch egal, vielmehr wies er den Fahrer an, welche Stellen er sich genau vornehmen sollte. Denn der Mitarbeiter der Stadt Bamberg musste Vorsicht walten lassen: Während er mit seinem Mäher die Kreise zog, wärmten sich auf dem Platz auch noch die Spieler auf.

"Die Fürther hatten fürs Aufwärmen nur einen kleinen Streifen", sagt Starke. "Aber die Profis waren nicht hochnäsig, es gab keine Beschwerden." Ganz im Gegenteil: Gerade Möhlmann zeigte sich sehr humorvoll und tauschte sich intensiv mit Starke aus. Dabei ging es um den Fußball allgemein, Trainingsmethoden und den aktuellen Stand der Vorbereitung. "Er hat fleißig aus dem Nähkästchen geplaudert", sagt Starke. "Es war ein toller Austausch, für den wir unter normalen Umständen keine Zeit gehabt hätten."

Doch dann war der Rasen gemäht, das Spiel auf dem nun stumpfen TSV-Platz in der Memmelsdorfer Straße (das Gelände gehört heute der Firma Brose) konnte mit einer halben Stunde Verspätung losgehen. "Ich glaube, wir haben ordentlich gespielt", sagt Starke. "Aber das Ergebnis? Die Rasenmäher-Aktion habe ich deutlich besser in Erinnerung, denn sowas habe ich in meiner Karriere nicht mehr erlebt."

Die Partie endete mit einem 3:0-Erfolg für den Favoriten. Youssef Mokhtari (36.) hatte die Fürther mit einem Freistoß in den Winkel in Führung gebracht, Dani Schahin (60.) und Nicolai Müller (76.) legten in der zweiten Halbzeit zwei Treffer für die Fürther nach.