Viele Musikveranstalter des Klassikbereichs stehen ebenso wie die großen Symphonieorchester in den Startlöchern für die neue Saison, wissen aber noch nicht, wie weit sie mit der Auslastung ihrer Aufführungsorte gehen dürfen. Bleibt die derzeit genannte Zahl von maximal 200 Personen bestehen (unabhängig von der Saalgröße), so wird es für alle schwierig bis unmöglich, einen halbwegs realistischen Konzertbetrieb zu organisieren. Selbst bei einer Höchstzahl von 400 oder 500 Personen - so wie jüngst eine Ausnahme für die Münchner Staatsoper gemacht wurde - wird das keine leichte Aufgabe sein.

Der Musikverein Bamberg, der nun schon seit 150 Jahren die Pflege klassischer Musik in Bamberg prägt, kann da etwas gelassener bleiben, denn Kammermusikreihen sind nun einmal nicht saalfüllend. Der Keilberthsaal bietet also genügend Platz angesichts eines Zuspruchs, der meist zwischen 300 und 500 Zuhörern liegt. Freilich könnte es je nach Lage der Zugangsbeschränkung sein, dass keine Gästekarten verkauft werden. Insofern darf man auf die Vermutung, dass die Vorsichtigen unter den Kammermusikfreunden ihr Abonnement möglicherweise auf Eis legen werden, mit einem lachenden und einem weinenden Auge reagieren.

Ausgefallene Konzerte werden nachgeholt

Trotz Corona fällt die Saison des Musikvereins diesmal besonders üppig aus, und das hat einen einfachen Grund: Ausgefallene Konzerte aus der Vorsaison müssen nachgeholt werden. Statt der üblichen sieben Kammermusikabende werden deshalb diesmal neun angeboten. Darunter befinden sich auch das Solorezital des gefeierten Pianisten Martin Helmchen (am 26. Januar) und der Gastauftritt des südkoreanischen Klaviertrios "Lux", das als ARD-Preisträger besonderes Interesse erwecken wird.

In dem vielfältigen Saisonprogramm kommen Quintett-, Trio- und Duobesetzungen ebenso vor wie ein Liederabend und der Auftritt eines Streichquartetts, heuer sogar eines besonders prominenten: des "Jerusalem Quartet". Saisonbeginn ist am 26. September mit dem Monet-Bläserquintett, dessen Mitglieder ausnahmslos Preisträger bedeutenden Wettbewerbe sind. Die vokale Rolle fällt mit Konstantin Krimmel einem deutsch-rumänischen Bariton zu, der 2019 gleich zwei hochkarätige Liedwettbewerbe gewann. Er wird von Marcelo Amaral begleitet (27. November). Zum Saisonfinale am 7. Mai kommt mit Yaara Tal und Andreas Groethuysen eines der weltweit führenden Klavierduos nach Bamberg.