"Wenn die sich schon die Mühe machen und so einen Festzug planen, da geht man hin." Das steht für Christl Hastreiter fest. Sie und ihr Mann Theodor sind zu Schwester Margit gegangen, weil deren Haus an der Festzugsstrecke liegt. Logisch, dass das Anwesen geschmückt ist, wie bei einem hohen Feiertag und wie alle anderen an der Strecke auch.

Der Kernort der Marktgemeinde feiert sein 900-jähriges Bestehen und mit ihm alle Gemeindeteile mit ihren Vereinen, dazu die aus den Nachbargemeinden und jede Menge Prominenz: aus Politik und öffentlichem Leben, Feuerwehren und Polizei. Für zwei freilich ist es ein Heimspiel: Landrat Johann Kalb als "Altbürgermeister" und Schirmherr sowie der Chef der Landpolizei, Albert Häfner, ebenfalls ein stolzer Sohn der Marktgemeinde Buttenheim.

Zwar ist Kalb als Landrat fest- und schirmherrschaft-erprobt. Aber dies hier bewegt ihn persönlich und vor allem auf emotionaler Ebene. "Den nächsten solchen Umzug gibt es vielleicht in 100 Jahren."
Monatelang hat der Festausschuss alles in Bewegung gesetzt, um das Jubiläumsjahr zu einem wirklich besonderen werden zu lassen und eine ganze Reihe Highlights kreiiert. Der Festzug sucht wohl seinesgleichen. An allen Fäden gleichzeitig zieht hier einmal mehr Hansi Schuberth als Feuerwehrkommandant und Gemeinderat.

So viele Besucher auch da sind, so kennt man sich doch. Buttenheim ist eine große Familie. Die Irmi von der Gunzendorfer Disco gehört da auch dazu, wie die Rufe an den dicht bestandenen Straßenrändern deutlich machen.

Familiär und dennoch international, das geht hier: Die Teilnehmer aus der italienischen Partnergemeinde Ronzo Chienis marschieren strahlend mit, singen und freuen sich ganz einfach; so wie die etlichen tausend Zuschauer. Die kriegen auch einiges geboten. Neben klingender Vielfalt der gemeindlichen und angrenzenden Gesangs- und Musikvereine marschieren im Zug Hunde der Jäger mit, aber auch Haflinger und sogar ein Kaltblut-Viererzug, die sich für die Brauereien ins Geschirr legten. Ordentlich zu schleppen haben die Modellflugzeug-Träger, die ihre kostbaren Stücke sonst eher von der Friesener Warte aus in die Lüfte schicken.


Lob für die Leistung

"Toll, was die hier auf die Beine stellen", schwärmt Hallstadts Bürgermeister Thomas Söder. "Traumhaft", finden Christl Hastreiter und ihr Mann Theodor den Umzug. Sie scherzen mit Besuchern am Zaun und müssen sich fragen lassen, wie viele Kerzen sie wohl gestiftet hätten, für so ein Wetter. Er habe es geordert, verrät der Landrat scherzhaft an anderer Stelle, bevor man sich zum Ausklang im Festzelt trifft. Denn auch das ist Ehrensache: "Als Buttenheimer schaut man beim Festzug zu und geht ins Festzelt." Da wurde ausgiebig weiter gefeiert.