Eine Veranstaltung in Hallstadt (Kreis Bamberg) sorgt aktuell für reichlich Gesprächsstoff. Am vergangenen Mittwoch (25. Februar 2026) war US-Superstar Jason Derulo im Club Vamos zu Gast. Bereits Wochen im Voraus hatten die Veranstalter den Auftritt des Sängers im Netz beworben. Versprochen wurde eine "exklusive Clubshow", die "so nah, so intensiv und so direkt wie selten zuvor" sein werde. Zudem hatte das Vamos damit geworben, dass sich der Superstar nach seinem Auftritt noch reichlich Zeit für Fotos und Autogrammwünsche nehmen und anschließend mit den Gästen weiterfeiern werde.
Zahlreiche Fans wollten sich diese Gelegenheit offensichtlich nicht entgehen lassen. Dementsprechend schnell waren die Tickets ausverkauft, die Vorfreude war riesig. Im Nachgang der Veranstaltung überwiegt nun jedoch die Enttäuschung. Wie ein inFranken.de-Leser berichtet, sei der Abend eine "absolute Katastrophe" gewesen. Das Vamos war demnach "extrem überfüllt" und der Auftritt habe, entgegen der ursprünglichen Ankündigung, nicht um 23.30 Uhr, sondern erst um 2.20 Uhr begonnen. "Das geht doch so nicht", fasst er die Veranstaltung auch mit Verweis auf die beachtlichen Ticketpreise von 40 Euro aufwärts zusammen. Mit seiner Kritik ist er nicht alleine.
Nach Jason Derulo-Desaster in Hallstadt: Veranstalter äußern sich zu heftiger Kritik
Im Netz machen etliche Konzert-Gäste ihrem Ärger Luft und üben mitunter heftige Kritik an Künstler und Veranstalter. Nicht wenige von ihnen fordern zudem eine Rückerstattung des Ticketpreises. Unsere Kollegen vom Fränkischen Tag waren am vergangenen Mittwoch im Vamos vor Ort und konnten sich selbst ein Bild von der Veranstaltung machen. So erlebten sie die Veranstaltung. Demnach hatte Jason Derulo seine Fans tatsächlich zunächst für mehrere Stunden in Ungewissheit warten lassen, ehe er dann eine rund 20-minütige Playback-Darbietung ablieferte und den Club anschließend wieder verließ. Viele Besucher fühlten sich deshalb abgezockt. Auch, weil vom Veranstalter zuvor ein anderer Ablauf des Abends versprochen worden war.
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Mittlerweile haben sowohl die veranstaltende Marketing Gruppe Bamberg GmbH als auch das Vamos auf die Kritik reagiert und sich über die sozialen Medien zu Wort gemeldet. "Zunächst möchten wir uns für die von euch wahrgenommene fehlende Kommunikation entschuldigen", heißt es in einem Post auf der Instagram-Seite des Vamos. "Uns ist bewusst, dass die Verzögerung für viele enttäuschend und nervenaufreibend war", so die Veranstalter. Demnach hatte man jedoch selbst "bis zur tatsächlichen Ankunft keinerlei verlässliche Informationen, wann Jason eintreffen wird". Stattdessen sei man "im 30– bis 45-Minuten-Takt vertröstet und immer wieder seitens des Managements hingehalten" worden.
"Besonders schade war für uns, dass die vereinbarten Fotos mit den Gästen im Anschluss nicht stattgefunden haben", heißt es vonseiten der Veranstalter. Vom Verhalten des Sängers war man demnach ebenso überrascht und enttäuscht, wie die vielen Gäste. Man sei deshalb aktuell noch immer dabei, "intern sowie mit dem Management aufzuarbeiten, was genau zu der Verspätung geführt hat". Die enttäuschten Fans erhalten als Entschädigung ein kostenloses Tagesticket für ein bekanntes Festival nahe Nürnberg, wie das Vamos im Nachgang mitteilt. Der Künstler selbst weist unter einem anderen Beitrag des Clubs derweil jegliche Schuld von sich.
"Keinen Einfluss darauf, was ein Club euch erzählt": US-Superstar wehrt sich gegen Vorwürfe
"Ich habe keinen Einfluss darauf, was ein Club euch erzählt", schreibt Jason Derulo zu der Kritik an seinem Auftritt. "Ich bin auf Tour und spiele, wie ihr wisst, zweieinhalb Stunden lange Konzerte in Arenen", so der Sänger. Die Clubbesuche seien für ihn lediglich Aftershow-Partys. "Lasst euch bitte nicht mit falschen Infos abzocken, ihr werdet von mir in einem Club niemals ein volles Tourset bekommen", wendet er sich an seine Fans. Vor 1 Uhr in einem Club zu sein, sei für ihn zudem gar nicht möglich, da er erst um Mitternacht bei seiner Arena-Show von der Bühne gehe und sich dann noch duschen und fertig machen müsse.
Wie Mathias Jopert, zuständiger Promoter und Geschäftsführer der veranstaltenden Marketing Gruppe Bamberg, unter dem Kommentar des US-Superstars klarstellt, stehe diese Aussage allerdings im krassen Widerspruch zu den vertraglichen Abmachungen, die man im Vorfeld mit dessen Management geschlossen habe. Demnach hat man Jason Derulo explizit für eine Club-Show und eben nicht für eine Aftershow-Party gebucht. Zumal der Sänger am vergangenen Mittwoch (25. Februar 2026) gar kein Arena-Konzert gespielt hat, nach dem es einer Aftershow-Party bedurft hätte.
Wie Jopert berichtet, sei zudem vertraglich vereinbart worden, dass Derulo um 23.30 Uhr auf die Bühne gehen und mindestens 1 Stunde und 20 Minuten mit den Menschen im Vamos feiern werde. An diese Vereinbarungen habe er sich letzten Endes jedoch nicht gehalten. Stattdessen seien am Tag der Veranstaltung mitunter skurrile Forderungen gestellt worden, die "fast unmöglich zu erfüllen" gewesen seien.
"Nicht professionell": Veranstalter berichtet von skurriler Forderung
Jopert zufolge hatte Jason Derulos Management nämlich kurz vor der Show insgesamt 32 Flaschen Premium-Champagner und -Tequila angefordert, die in Bamberg schlichtweg nicht erhältlich gewesen seien. Um dem Künstler den Wunsch zu erfüllen, sei man kurzerhand "zweimal in die nächstgelegene größere Stadt gefahren". Dennoch habe man letztendlich nur 28 der 32 bestellten Flaschen auftreiben können.
"Diese Produkte müssen vorbestellt werden und das wurde im Vorfeld nicht kommuniziert", so Jopert. Derulos Manager habe dafür jedoch kein Verständnis gezeigt und aufgrund der vier fehlenden Flaschen "eine Szene gemacht". Die Veranstalter seien sogar damit unter Druck gesetzt worden, dass Jason Derulo unter diesen Voraussetzungen nicht erscheinen werde.
"Das ist nicht professionell", ärgert sich Jopert. Zumal die Flaschen letzten Endes nicht mal für die Show verwendet, sondern einfach in den Tour-Bus geladen worden seien. "Wir haben die Vereinbarung eingehalten und alles getan, um einen gelungenen Abend zu ermöglichen", heißt es vonseiten des Veranstalters. Aufseiten des US-Superstars habe das jedoch leider anders ausgesehen. Der Sänger selbst hat sich bislang nicht weiter zu den Vorwürfen geäußert.
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