Die oberfränkische Gemeinde Oberhaid im Landkreis Bamberg gliedert sich in die fünf Ortsteile Johannishof, Oberhaid, Sandhof, Staffelbach und Unterhaid. Auf einer Fläche von 27 Quadratkilometern wohnen rund 4600 Einwohner. Der Ort trug im Dreißigjährigen Krieg große Schäden davon, konnte sich danach aber rehabilitieren.


Umweltbildung in Oberhaid

Die Gemeinde Oberhaid engagiert sich mit viel Mühe um die Umweltbildung der Gemeindemitglieder und ihrer Besucher. Zwei Projekte stehen hierbei im Mittelpunkt des Geschehens. Zum einen kann hier der Kreislehrgarten Oberhaid erwähnt werden. Im Jahr 2008 öffnete der Verein für Gartenbau und Ortsverschönerung seinen Vereinsgarten für die Öffentlichkeit.

Gemeinsam mit dem Kreisverband für Gartenbau und Landespflege Bamberg wurde ein Kreislehrgarten geschaffen, der Gartenfreunden eine Quelle der Inspiration und Besuchern eine grüne Oase sein soll. Liebevoll gestaltete Hinweisschilder erklären die Besonderheiten und Eigenschafter alter Nutz- und Zierpflanzensorten und stellen die verschiedenen, auf dem Gelände gepflanzten Bäume und Sträucher vor

Längst vergessene Sorten stehen hierbei vor allem auf der Streuobstwiese mit alten Obstsorten im Mittelpunkt. Und auch für die Fauna ist gesorgt: zum Schutz der immer seltener werdenden Insekten wurde ein Insektenhotel mit Nistplätzen für die verschiedensten Insektenarten installiert. Um die Jugend mit ins Boot zu holen wurde die Gärtnerjugend gegründet, die auf dem Gelände sogar ihr eigenes Plätzchen hat.

Ein weiteres Projekt ist das Naturwaldreservat Seelaub, das einen in Oberfranken einmaligen Naturraum erschuf. Ziel der Initiative ist die Wiederansiedelung von Bibern und anderen vom Aussterben bedrohten bayerischen Tierarten wie dem Kammmolch durch bewusste Wiedervernachlässigung eines etwa 13 Hektar großen Gebietes. Indem man das Areal sich selbst überlässt, reaktiviert man die natürliche Eigendynamik und schafft so ein Stück unberührtes Land mit einzigartiger Flora und Fauna. Von einem Steg aus kann man diese beobachten und einen Einblick in das Leben im Reservat erhalten. Das Gelände kann frei begangen oder im Zuge einer fachkundigen Führung besichtigt werden.


Sehenswertes

Neben den Einrichtungen für Umweltbildung gibt es in Oberhaid ein breit gefächertes Angebot für Sportler. Großer Beliebtheit erfreut sich das Nordic Walking Zentrum Maintal-Hassberge, das ein Gemeinschaftsprojekt der Gemeinden Oberhaid, Kemmern, Lauter und der Stadt Baunach ist. Dank ihrer aller Lage im Naturpark Haßberge und dem Flußparadies Franken lag die Idee eines Naherholungsgebietes nahe. Entstanden ist hierbei ein Nordic Walking Zentrum mit insgesamt 115 Kilometern Wegstrecke und Touren unterschiedlicher Schwierigkeitsgrade. Schilder mit Details zu den einzelnen Strecken und weiteren nützlichen Informationen finden sich an Start- und Endpunkt der Wege. Radfahren und wandern kann man im Ortsgebiet Oberhaid auch. Besonders schön ist die Brauereien- und Bierkellertour. Dieser Radweg hat sich die kulinarischen Freuden zum Ziel gemacht und führt durch die bierreiche Genusslandschaft Frankens. Auf insgesamt 200 Kilometern sind unzählige Brauereien und Bierkeller zu erreichen.

Architektonische Schätze der Gemeinde sind unter anderem die katholische Pfarrkirche St. Bartholomäus mit dem schönen Satteldach aus dem 15. Jahrhundert und die katholische Friedhofskapelle Mater dolorosa aus fränkischem Sandstein. Der Saalbau mit kleinem Spitzhelm ist ein Neugotischer Bau aus dem 19. Jahrhundert. Ebenfalls sehenswert sind die zahlreichen typisch fränkischen Sandstein-Bauernhäuser, die sich im Ortskern mit malerischen Fachwerkgebäuden abwechseln. Insgesamt ist das Ortsbild Oberhaids ein klassisch fränkisches.

von Vanessa Höfner