Das Waldkompetenzzentrum Scheßlitz hatte zu einem Tag der offenen Tür eingeladen unter dem Motto: "Wald - Spaß - Erlebnis". Nicht nur für Waldbesitzer, sondern auch für Familien und interessierte Besucher wurde viel geboten. Auch die bayerische Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) war vor Ort, sie eröffnete die Veranstaltung.

Im Zentrum Scheßlitz hat die Bayerische Forstverwaltung des Amtes für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) Bamberg ihren Sitz. Sie berät und fördert die privaten und körperschaftlichen Waldbesitzer, ist für die Landkreise Bamberg und Forchheim zuständig, aber auch für die Waldpädagogik und überregional für Naturschutz und Natura 2000. Auch die Bayerischen Staatsforsten, die sich unter der Leitung von Guido Auer um die Bewirtschaftung des Staatswaldes im Revier Scheßlitz kümmern, sind in dem Haus einquartiert. Büros haben hier die Waldbesitzervereinigung Bamberg als Selbsthilfeorganisation der Waldbesitzer, die Forstwirtschaftliche Vereinigung Oberfranken und der Bayerische Waldbesitzerverband. Mit den fünf Waldorganisationen unter einem Dach findet man hier geballte Forstkompetenz.

Melanie Huml warb in ihrer Rede für einen gesunden und aktiven Lebensstil. "Dazu gehört ausreichend Bewegung, am besten in frischer Luft, und ausgewogene Ernährung. Gerade im Wald gibt es viele Möglichkeiten, aktiv zu sein." Wissenschaftliche Untersuchungen zeigen: Der Wald lindert Stress, stärkt das Immunsystem und hebt das Selbstwertgefühl schon innerhalb kürzester Zeit. Prävention und Gesundheitsförderung seien wichtige gesellschaftliche Aufgaben, ergänzte die Ministerin. Sie verglich das Scheßlitzer Zentrum mit einem starken Baum.

Über ihren Besuch und ihre Rede freute sich besonders der Leitende Forstdirektor des AELF Bamberg, Hans-Rüdiger Schmittnägel. Er moderierte nicht nur den ganzen Nachmittag, sondern kümmerte sich zusammen mit Forstdirektor Michael Kreppel und vielen weiteren Bediensteten und Helfern um die Besucher.

Wolfgang Schultheiß als Vorsitzender der Forstwirtschaftlichen Vereinigung Oberfranken und Josef Ziegler als Präsident des Bayerischen Waldbesitzerverbandes wiesen auf den Wert des Waldes mit seiner Biodiversität, aber auch auf den Klimawandel und seine Folgen hin.

Als Vorsitzende der Waldbauernvereinigung Bamberg hielt Angelika Morgenroth die Laudatio auf zwei verdiente Waldmänner. Alfred Deinlein aus Neudorf/Scheßlitz wurde als Gründungsmitglied der Forstbetriebsgemeinschaft Bamberg Ost, jetzt WBV Bamberg, geehrt. "Du bist Sprachrohr für den Wald und seine Belange", sagte sie weiter. Auch Walter Beringer aus Busendorf war viele Jahre in der Organisation tätig. "Als Gründungsmitglied der Interessengemeinschaft Edellaubholz hat er sich weit über Bayern hinaus einen Namen gemacht", führte Morgenroth aus. Beide hätten in ihren eigenen Wäldern zusammen mit ihren Familien auch die Umwandlung in klimatolerante Mischbestände vorgenommen und auch deshalb die Ehrung voll verdient, schloss sie. Neben der Überreichung der Urkunde durch Gesundheitsministerin Huml bekamen die Geehrten je einen Baum als Geschenk.
Nach Grußworten von Landrat Johann Kalb (CSU) und Bürgermeister Roland Kauper (CSU) sprach noch die Bayerische Waldkönigin Johanna Gierl aus dem Bayerischen Wald. Mit dem Zepter aus zwölf verschiedenen Hölzern in der Hand und der Krone im Haar repräsentierte sie sich als Perle des Waldes.

Den männlichen Wanderfalken "Onkel Samuel" aus England und den weiblichen Wüstenfalken "Tante Emma" aus Spanien stellte dann Matej Mezovskj vor. Da er besonders die Kinder in seine Ausführungen einbezog, hörten diese aufmerksam zu und bekamen als Belohnung eine große Falkenfeder.

Bei der Waldpädagogik zeigte Michael Bug mithilfe dreier gespannter Seile, wie fragil und empfindlich das Gleichgewicht des Waldes ist. Es zu erhalten, sei die Aufgabe aller, die mit dem Wald zu tun haben.

Mit ihrer Vorführung des Sägens von gespanntem Holz informierten Bedienstete den richtigen Einsatz von Kettensägen. Sie zeigten anschließend auch an einem danebenstehenden Baum, wie man hoch hinauf in den Wipfel Baumes klettern kann. Dies geschieht nicht mehr mit Steigeisen, die man früher benutzte, sondern mittels hinauf geschossener Seile und der Technik, wie sie auch Bergsteiger benutzen. Auch die Tannen- und Fichtenzapfen werden so in luftiger Höhe eingesammelt.

Eine Holzkegelbahn, Bastelaktionen, Rätsel- und Ratestände in den Pavillons rund um den Hof sorgten dafür, dass es niemand langweilig wurde. Infotafeln hier und im Haus zeigten weiterhin viele Geheimnisse des Waldes und seiner Tiere. Bei einer Computersimulation konnte jeder seinen Wald neu pflanzen mit Fichte, Kiefer, Ahorn und anderen Bäumen. Auf Klick sah man dann sofort, wie sich der angedachte Wald in 10, 50 oder 100 Jahren entwickeln würde. Dabei konnte man als Standort beispielsweise den Hauptsmoorwald auswählen oder andere Gebiete in Bayern. Es zeigte sich nach dieser Veranschaulichung, dass weder reiner Nadel- noch reiner Laubwald ideal seien, sondern eine richtige Mischung beider.

Forstdirektor Schmittnägel und alle Helfer waren am Abend sehr erfreut über den Verlauf: "Es war eine tolle Resonanz auf den Infotag mit vielen Besuchern. Erwachsene und Kinder zeigten sich sehr wissbegierig und folgten unserem Programm mit viel Freude."