Mit einer viertel Stunde Verspätung begann der heutige Verhandlungstag im Chefarzt-Prozess, und nach etwa einer viertel Stunde war er auch schon wieder beendet. Länger dauerte es nicht, was der Vorsitzende Richter Manfred Schmidt bekannt gab und kurz mit den Prozessbeteiligten besprach.

Der Angeklagte habe sich in der Justizvollzugsanstalt mit einem Hexenschuss krank gemeldet. Die Anstaltsärztin hätte Heinz W. erst um zehn Uhr vormittags untersuchen können, wie der Richter erläuterte. Deswegen habe er sich an Amtsarzt Winfried Strauch gewandt. Der fuhr direkt in die JVA und stellte fest: Der Angeklagte ist heute (6.10.15) nicht vernehmungsfähig. Richter Schmidt zitierte den Amtsarzt mit den Worten: Heinz W. zeige Krankheitssymptome, die nicht willkürlich beeinflussbar seien. Es sei außerdem auch nur zu 50 Prozent wahrscheinlich, dass der ehemalige Chefarzt beim morgigen Prozesstag dabei sein könne.


Auch am Mittwoch fällt der Termin aus

Es folgte eine kurze Diskussion zwischen einigen Rechtsanwälten von Heinz W.s möglichen Opfern und dem Gericht. Eine Nebenklage-Vertreterin konnte sich auch manche Spitze gegen die Verteidigung der Chefarztes nicht verkneifen. Doch schnell war klar: Nicht nur heute wird die Hauptverhandlung unterbrochen, auch der nächste Verhandlungstag am 7. Oktober fällt aus.

Das bringt erneut den Terminplan des größten Verfahrens am Bamberger Landgericht durcheinander. Etliche Zeugen müssen nun neu geladen werden. "Das ist extrem ärgerlich. Wir haben Ärzte als Zeugen, die in Krankenhäusern arbeiten und das erst organisieren müssen", merkte Richter Schmidt an.

Nach aktuellem Stand geht die Verhandlung am 13. Oktober um 9 Uhr weiter.