Bamberg
Regel-Verstöße

Harte Strafe nach Corona-Partys: Bamberger muss 17 Tage hinter Gitter

Zu Beginn der Corona-Pandemie herrschten im Freistaat strenge Ausgangsbeschränkungen. Doch nicht alle Menschen hielten sich an die Regeln. Einige Unbelehrbare wanderten sogar in den Knast. Darunter auch ein Mann aus Bamberg, der schließlich mehr als zwei Wochen Zeit zum Nachdenken hatte.

Wegen Verstößen gegen Ausgangsbeschränkungen in Bayern während des Lockdowns im Frühjahr 2020 hat die Polizei landesweit in 191 Fällen Personen in Präventivhaft genommen. Unter ihnen auch einen unbelehrbaren Mann aus Bamberg.

Nachdem ein 34 Jahre alter Mann aus Bamberg innerhalb kurzer Zeit fünf "Corona-Partys" gefeiert hatte, wanderte der Unbelehrbare Anfang April in den Knast. Der Mann lud während der geltenden Ausgangsbeschränkung mehrfach Bekannte zu sich nach Hause ein, um Alkohol zu konsumieren, hieß es damals von der Polizei. Als die Beamten zum fünften Mal in der Wohnung des 34-Jährigen erschienen, nahmen sie den Wiederholungstäter am 2. April kurzerhand in Gewahrsam.

17 Tage im Gefängnis

Auf richterliche Anordnung musste der Mann aus Bamberg bis zum damaligen Ende der Ausgangsbeschränkung am 19. April 2020 im Gefängnis bleiben. Somit hatte der 34-Jährige 17 Tage Zeit, um über sein Verhalten nachzudenken.

Einen Augsburger ereilte wegen 15 Verstößen gegen das Infektionsschutzgesetz und der Missachtung von Platzverweisen das gleiche Schicksal. "Er war völlig uneinsichtig", berichtet die Deutsche Presse-Agentur und beruft sich auf eine Aussage des Ministeriums. Auch er wanderte für 17 Tage hinter Gitter.

In den meisten anderen Fällen von Verstößen gegen das Distanzgebot zum Infektionsschutz waren die Betroffenen meist nach weniger als 24 Stunden wieder aus der Präventionshaft und somit auf freiem Fuß. Das geht laut dpa aus einer Antwort des Innenministeriums auf eine Anfrage der Grünen im bayerischen Landtag hervor. 

Mehr als 40.000 Anzeigen in fünf Wochen 

Der Statistik zufolge, die bis zum Stichtag 28. April 2020 reicht, wurden in weiteren Fällen Personen - darunter auch Jugendliche - zwischen eineinhalb und zwölf Tagen festgehalten. Den Angaben des Ministeriums zufolge wurde im Zuge der Pandemie zwischen dem Erlassen der Ausgangsbeschränkungen am 21. März bis zum besagten Stichtag landesweit 42.245 Anzeigen wegen Ordnungswidrigkeiten erstellt.

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Nach Meinung von Katharina Schulze, der Chefin der Grünen im Landtag, zeigen diese Zahlen, dass die Polizeibeamten zu Beginn der Ausgangsbeschränkungen, wegen der man nur aus triftigen Gründen das Haus verlassen durfte, in einigen Fällen überhart reagiert hätten. Die bayerische Staatsregierung hätte die Polizisten "zunächst scharf losgeschickt", wird Schulze von der dpa zitiert. 

Derart "massive Grundrechtseingriffe" dürften sich nicht wiederholen, betonte Schulze weiter. Dass Menschen teils mehrere Tage weggesperrt wurden, obwohl sie keine Straftat begangen hatten, sieht die bayerische Grünen-Chefin kritisch. 

 

dn/mit dpa

Symbolfoto: Arne Dedert/dpa