In großer Harmonie und getragen vom gemeinsamen Willen, der Stadt optimale Voraussetzung für eine gute Zukunft zu verschaffen, hat der Stadtrat den Etat 2012 auf den Weg gebracht. Der umfasst ein Volumen von über 28  Millionen Euro. Den Vermögenshaushalt bestimmen auf die Zukunft gerichtete Maßnahmen zur Stadtentwicklung. Werden wirklich alle beschlossenen und anstehenden Projekte umgesetzt, sind 2015 die Rücklagen aufgebraucht, zeigten die Hochrechnungen von Kämmerer Markus Pflaum. Wie nachfolgende Redner hob auch er hervor, dass Hallstadt den Landkreis "finanziert": mit fast zehn Millionen Euro, die man als Kreisumlage und Gewerbesteuerumlage abgibt.

Übersichtlich präsentierte Pflaum die Eckdaten des Haushaltes 2012, ein ansonsten fast 340 Din-A4-Seiten füllendes Werk. Dass dieses dennoch vergleichsweise schnell abgesegnet werden konnte, dafür hatten Besprechungen im Vollrat ebenso wie im Hauptverwaltungsausschuss gesorgt. Daraus ergaben sich die Anträge der einzelnen Fraktionen, die der Kämmerer nun entsprechend eingearbeitet hatte.

Stabil geblieben


Der Haushalt hat demnach ein Gesamtvolumen von 28 761 700 Euro. Der laufende Aufwand (Verwaltungshaushalt) schlägt dabei mit 22 119 400 Euro zu Buche, der investive (oder Vermögens-) Haushalt umfasst 6 642 300 Euro. Stabil geblieben ist der größte Einnahmeposten, das heißt die Gewerbesteuereinnahme mit elf Millionen Euro. Pflaum geht davon aus, dass dies auch im kommenden Jahr noch einmal so bleiben wird. Für die Folgejahre rechnet Pflaum jedoch wegen der Brose Ansiedlung in Bamberg mit Einbußen. Die Einkommensteuerbeteiligung stellt mit 3,2 Millionen Euro die nächsthöheren Einnahmen dar. Neben den eingangs erwähnten Abführungen an den Kreis sind die Mittel für das Museum in der Fischergasse, für die Gemeindestraßen und für eine Sporthalle mit jeweils einer halben Million Euro die teuersten Einzelvorhaben dieses Haushalts. Gemeinsam hatten sich übrigens CSU und SPD für die Aufnahme des Projektes Sporthalle eingesetzt.

Die nächstteuerste Investition gilt dem derzeit zentralen Vorhaben der Stadtentwicklung, der Marktscheune. Für die sind in diesem Etat 425 000 Euro vorgesehen. 75 000 Euro weniger als im ursprünglichen Ansatz. Nach diversen Anträgen erfolgten Umschichtungen: 25 000 Euro als Anschub für die Gestaltung des Marktplatzes und 50 000 Euro für das Jugendcafé.

Aus der allgemeinen Rücklage - 22 706 261 Euro und damit bisheriger Rekordstand -  werden in diesem Jahr 3 277 900 Euro entnommen. Bereits im Jahr 2014 wird sie bis auf unter einer Million Euro geschmolzen, 2015 aufgebraucht sein. "Wenn alle Maßnahmen verwirklicht sind", prognostizierte Pflaum. "Das wird nicht kommen", gab er zugleich Entwarnung. Es ging ihm dabei nur darum, aufzuzeigen, dass alle beschlossenen und anvisierten Maßnahmen durch Rücklagen abgesichert sind.

Dank an den Kämmerer


Wie alle weiteren Redner dankte Bürgermeister Markus Zirkel (SPD) dem Kämmerer für die "knackige Präsentation und die entsprechende Vorarbeit. Zirkel stellte fest: "Der Haushalt ist geprägt vom festen Willen, Projekte anzugehen, die der Zukunftsentwicklung dienen." In Richtung Rücklagen äußerte, "es wird nicht alles so schnell kommen wie hier dargestellt". Namens des Bürgerblocks nannte Zweiter Bürgermeister Ludwig Wolf die auf die Zukunft gerichteten Schwerpunkte des Haushaltes wichtig und richtig, "Hallstadt muss nicht wieder zu erkennen sein", schwelgt er angesichts der Vorhaben.

Auch Thomas Söder (CSU) befürwortet die Weichenstellung "wir haben viel vor", allerdings mahnte er auch an, bei jeder Maßnahme immer die Kostenfrage im Auge zu behalten, "damit wir möglichst viel umsetzen können". Top-Priorität sieht auch er in Marktscheune, Lichtenfelser Straße. Ein bisschen Sorge bereiten ihm die Personalkosten, die nicht weiter nach oben gehen dürften. Unter diesem Aspekt konnte Hans-Jürgen Wich (SPD) der Brose-Ansiedlung in Bamberg abgewinnen, wäre sie in Hallstadt erfolgt, hätten "die Mitarbeiter der Verwaltung nicht gereicht". Er zeigte sich zufrieden, dass die Anträge der SPD im sozialen Bereich eingearbeitet sind. In Sachen Rücklagen sieht auch er keine Gefahr, da die Vorhaben schrittweise abgearbeitet würden. Hans Partheimüller (CSU) wähnt in der Brose-Ansiedlung in Bamberg durchaus auch Chancen für Hallstadt. Ganz konkret hat er die Einkommensteuerbeteiligung im Blick: Denn die neuen Mitarbeiter in Bamberg werden sicherlich hochwertigen Wohnraum benötigen. Genau hier komme die Stadtentwicklung Hallstadts mit Stärkung und Ausbau der Infrastruktur ins Spiel, gab er zu verstehen.

Einstimmig verabschiedet


Nach der einstimmigen Verabschiedung des Haushalts ging es gleich konkret um die Marktscheune. Hier sorgt mittlerweile die darunter vorgesehene Tiefgarage wegen des Grundwassers für Vorbehalte. Dennoch brachte der Stadtrat das Projekt wieder einen Schritt weiter, indem unter anderem der Abbruch des alten Rewe-Marktes und Versetzung bzw. Neubau des Trafohäuschens beschlossen wurde. Damit kann die Verwaltung den oberirdischen Abbruch ausschreiben.