In diesem Jahr können die Stackendorfer Gläubigen ein ganz besonderes Jubiläum feiern. Vor 50 Jahren, am 14. Juli 1968, wurde die kleine Dorfkirche zu Ehren des Hl. Andreas geweiht.

Stackendorf ist ein Ortsteil der Gemeinde Buttenheim mit heute rund 280 Einwohner. Es liegt sehr idyllisch gelegen "hinter dem Senftenberg in einem schönen Tal, welches man auch Kleintirol nennt, wegen des Kranzes von Bergen, der das Dorf umgibt", wie es des frühere Pfarrers Grandinger in seinem Buttenheimer Heimatbuch beschrieben hat. Kirchlich gehörte Stackendorf ursprünglich zur Pfarrei Buttenheim und seit 1922 zur Kuratie Gunzendorf.

Die Stackendorfer wünschten sich schon immer ein eigenes Gotteshaus. Insbesondere im Marienmonat Mai, wo täglich zum Angelus eine Andacht von einem Vorbeter an der "tausend Jahre alten Dorflinde" abgehalten wurde. Die Gläubigen knieten meist auf mitgebrachten Kartoffelsäcken vor einem großen Feldkreuz, das an der Linde angebracht war, oder saßen aufgereiht auf einer um die mächtige Linde herumlaufenden Bank, zum Teil standen sie auch auf der Straße. Die Hauptstraße macht im Bereich der Dorflinde eine Kurve und wurde als Gebetsstelle immer gefährlicher, weil der Verkehr immer mehr wurde.

Die Gläubigen wurden beim Gebet auch häufiger nass, denn die Unwetter vor allem im Mai häuften sich, "zumindest gefühlt". 1962 wurde ein Baugesuch zum Kapellenbau von der damals noch selbstständigen Gemeinde Stackendorf beim Landratsamt Bamberg eingereicht. Das dazu passende Grundstück in der Mitte des Dorfes schenkte die heute 84-jährige Gertraud Büttner der Gemeinde. Doch das Baugesuch wurde abschlägig behandelt. So hieß es: "Wir bedauern, dem Kapellenvorhaben der Gemeinde Stackendorf nicht zustimmen zu können. Ein echtes seelsorgerliches Bedürfnis kann nicht geltend gemacht werden."


Mit viel Eigenleistung

Die Stackendorfer wollten sich damit aber nicht abfinden. 1964 kam es trotzdem zum ersten Spatenstich und mit unzähligen Stunden Eigenleistung und vielen Sachspenden, wie Bauholz und Zement, konnte das Gotteshaus realisiert werden. Letztendlich wurde St. Andreas dann doch am 14. Juli 1968 feierlich geweiht.

Von außen erscheint St. Andreas als ein ganz normales Gotteshaus im Stil der 60er Jahre. Betritt man aber den Kirchenraum so ist man beeindruckt von der modernen Innenausstattung, die seit der Innenraum-Modernisierung 2010 hier Einzug gehalten hat. Insbesondere die von Diether F. Domes entworfene Altarwand aus Glas hätte man hier nicht vermutet. Die aus vier Einzelteilen zusammengesetzte Altarwand besteht aus durch Sandstrahlung mattiertem Sicherheitsglas und ist von hinten seitlich beleuchtet. Sie symbolisiert den göttlichen Auftrag an den Hl. Andreas: "Komm und folge mir nach! Ich werde dich zum Menschenfischer machen." Hergestellt wurde die Glas-Altarwand von Bernd Engel bzw. der Glasmalerei Sattler aus Scheuring. Dazu passend der von Hubert Kaltenmark geschaffene Altar und der Ambo. Aus Sandstein gehauen, bestechen sie durch ihre klare und eindeutige Form.

Nicht bei allen Gläubigen fand die moderne Gestaltung einhellige Zustimmung.2011 kam eine von ihm geschaffene Marienfigur aus Kalkstein dazu. Die Mutter Gottes wird hier nicht mehr mit Jesuskind auf der Arm dargestellt, sondern mit Jesus der gerade laufen lernt. Dazu korrespondierend die Darstellung des Hl. Josef, mit Winkelmaß und Zimmermannsbeil, der in sich gekehrt wirkt, als ob er bereits wissen würde, was auf ihn zukommt.

Schon bei der Altarweihe 2010 gab es erste Anregungen, das künstlerische Gesamtkonzept mit einem Kreuzweg abzuschließen. Dieser sollte ebenfalls wie die bereits vorhandene Altarwand aus Glas gestaltet sein. Nach einem ersten Entwurf von Diether F. Domes war den Verantwortlichen klar, dass dieser das Budget der Kirchengemeinde sprengen und gleichzeitig den Kirchenraum überfrachten würde. Jedoch konnte die Idee den Kreuzweg auf nur sechs Glasplatten a 60 x 40 cm zu verteilen, realisiert werden.

Am Kirchweih-Sonntag, 8. Juli, zelebriert Domvikar Prof. Kodziel um 10 Uhr den Jubiläums-Festgottesdienst in St. Andreas. Um 16 Uhr gibt es eine Führung in der Kirche. Die Kirchweih wird wie immer von Samstag bis Montag zünftig am Gemeinschaftshaus gefeiert.