Bevor sich Oberbürgermeister Frank Rebhan (SPD) mit dem städtischen Gremium den Anliegen der Bewohner von Fürth am Berg, Plesten und Horb bei der Bürgerversammlung widmete, informierte er zunächst über bereits schriftlich eingegangene Belange: Die Anfrage, was mit den Allee-Bäumen in Fürth am Berg nun passiere, dieses Vorgehen werde bei einer Begehung mit den Behörden, dem Bauhof, den Ortsbetreuern und dem Obst- und Gartenbauverein angegangen, sicherte OB Rebhan zu.

Der Horber Ortssprecher Thomas Büchner (Stadtrat, ÖDP) hatte moniert, dass die Löschwasserreserven für den Neustadter Ortsteil derzeit nicht ausreichend seien. Dazu sagte OB Rebhan: "Das Stadtbauamt hat, nachdem das mitgeteilt wurde, ab Mai des vergangenen Jahres leider vergeblich versucht, einen geeigneten Standort für diesen Ort zu finden, um ihn zu erwerben. Die Grundstücke waren bislang entweder ungeeigne (weil nicht immer zugänglich), zu klein oder von der Ortsmitte zu weit entfernt - oder sie wurden uns halt nicht verkauft." Ein Flurstück sei übriggeblieben, das grundsätzlich tauglich erscheine. "Das wird jetzt näher untersucht, und dann muss man im Stadtrat diskutieren, wann und wieviel Geld dafür da sein wird".

Die Straße nach Birkig werde begutachtet, versprach Rebhan. Dort breche der Straßenbelag der rechen Seite weg. "Müssen wir uns halt anschauen", so Rebhan.

Auf die schriftliche Anfrage, ob das Werbeschild der Stadt für "Bauen in Neustadt" noch sinnvoll sei, antwortete der OB: "Das (Bauland)geht momentan tatsächlich weg wie warme Semmeln, mit Reservierungen, die erfahrungsgemäß nicht zum Zuge kommen. Wir werden auch darüber diskutieren, dass künftig nicht mehr so lang reserviert werden darf, wenn der Bedarf so hoch ist. Parallel dazu werden weitere Gebiete kommen, zum Beispiel Kemmater Wiesen oder Wildenheid, so dass weiterhin Neubauland zur Wohnbebauung zur Verfügung stehen wird".

Das werde zunehmend schwieriger, weil die Regierung Neubaugebiete nicht mehr gerne sehe. "Dass das Werbeschild stehen bleiben soll, ist ein langfristiger Hinweis, dass man in Neustadt günstig, gut und schön wohnen kann, es bleibt natürlich bestehen." Übrigens gebe es auch im Kernstadtbereich Lücken, die vom Bauamt angeboten werden.

Zur nächsten schriftlichen Anfrage, wie viele Läden und Objekte zurzeit im Stadtgebiet leerstehen, sagte OB Rebhan: "Das ändert sich ständig. Was erheblich abgenommen hat, sind leerstehende Gewerbeobjekte. Da gibt es einen Run. In manchen Bereichen machen uns Läden allerdings Sorgen, beispielsweise im Steinweg." Man sei dem Wunsch der Geschäftsinhaber gefolgt und habe den Verkehr dort wieder zugelassen.

"Aber es ist trotzdem ein hartes Brot, in Zeiten von Amazon mit kleinen Läden noch Erfolg zu haben. Das ist schwierig. Die Stadt kann lediglich Umfeld schaffen". Eines davon werde sein, den Marktplatz wiederherzurichten und schön zu machen, so Rebhan.

Wo es dann brannte und klemmte: Gebhardt Roschlau sprach die Staatsstraße 2708 von Fürth am Berg nach Neustadt an: "Die wird immer schlechter." OB Rebhan antwortete darauf: "Ich kann das Neueste dazu sagen: Wir haben im staatlichen Bauamt nachgefragt. Dieses informierte, dass aufgrund von Personalmangel in Kronach diese Maßnahme weiter von der Planungsabteilung in Bamberg bearbeitet wird." Die Entwurfsunterlagen sollen 2018 für den Bereich bis Horb gefertigt werden. Diese sollen auch mit der Stadt Neustadt abgestimmt werden. 2019 soll diese Maßnahme so weit vorbereitet werden, dass möglicherweise noch 2020 der Ausbau des ersten Abschnittes erfolgen kann, ergänzte der OB.

Thomas Szadzik, Fürther Ortssprecher, fragte, ob es vom Wasserwirtschaftsamt einen neuen Kenntnisstand über die Bärenklau-Felder (Giftpflanze des Jahres 2008!) gebe. Dazu informierte OB Rebhan, man habe sich mit den Verantwortlichen von Wasserwirtschaftsamt, Umweltbehörde, Landratsamt Sonneberg und Stadt Neustadt zu diesem Thema getroffen und verständigt habe, die gefährdeten Stellen zu kartieren: "Und zwar überall da, wo es unmittelbar Kontakt mit Menschen und vor allem mit Kindern geben könnte."

In Absprache solle ein freier Unternehmer beauftragt werden, die Pflanzen zu bekämpfen. "Unser Ansatz war, immer wieder darauf hinzuweisen, damit es nicht in Vergessenheit gerät", so Rebhan. Der OB nahm den Hinweis von Marina Zarske gerne auf, dass Rinder eingesetzt werden könnten, die den Bärenklau fressen, was ohne Chemikalieneinsatz zur Beseitigung machbar sein könnte.

Stadtrat Walter Thamm (CSU) sagte, unbefriedigend sei der Fahrradweg (Kies/Schotter) von Fürth am Berg zum Ort Mupperg für Fußgänger und Radfahrer neben der kleinen Straße. Er sei nicht begehbar. "Ich habe im Bauausschuss des Landkreises einen Antrag gestellt, weil ich es als regionale Lösung sehe, das ist landkreisverbindend. Der Landkreis gibt ganz viel Geld für Fahrradwegschilder. Ich denke, wenn man da nichts macht, kostet das dann richtig viel Geld." Ulrike Molketeller fragte nach, ob dieser Weg nur als Fußweg deklariert sei. "Zählungen haben ergeben, dass dies nicht zuschussfähig ist, weil die Pkw-Zählung zwei Drittel zu gering ist. Unter solchen Voraussetzungen werden Radwege nicht bezuschusst", sagte der OB.

Es sei sicher kein Radweg, wie man sich ihn vorstelle. Er sei jedoch in bestimmten Situationen eine bessere Alternative als die Straße und ein Schutz für Kinder. Doch die meisten Radfahrer würden die Straße benutzen, so der OB. Ärgerlich zeigte sich Rebhan, als Stadtrat Thamm auf die Notwendigkeit pochte. "Herr Kollege, Sie wissen genau, der Staat fördert das nicht. Ich wünschte es mir, es wäre anders" und Rebhan verwies darauf, dass selbst Thamms eigene Fraktion ihn bei dessen Antrag nicht unterstützt habe.

Martina Zarske fragte, ob eine Baumbestattung den Friedhofbereich bereichern könnte. "Das würde ja zu einer Belebung des Friedhofs beitragen und dann würden sich ja lauter Fremde dort beerdigen lassen. Wir wollen das nicht", schmunzelte der OB.

Steffen Haida als 1. Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr Fürth am Berg/Horb holte sich die Erlaubnis, in der Bürgerversammlung die Personalsituation in der Feuerwehr anzusprechen. "Wir haben 22 Aktive. Das reicht gerade aus, kann aber auch passieren, dass wir zu wenig Leute haben". In der Gesellschaft werde erwartet, wenn man die Feuerwehr anrufe, dass diese auch gleich erscheine. Nur mitmachen möchte niemand. Von den Bewohnern seien gerade mal unter fünf Prozent bei der Feuerwehr.

Das müsse sich ändern. Man werde jetzt von Tür zur Tür gehen und bitten, mitzutun, "weil wir auf Dauer so nicht funktionieren können. Für mich das Mittun bei der Feuerwehr Bürgerpflicht und die steht für mich noch vor der Wahlpflicht", sagte der Kommandant. "Wir können jeden gebrauchen, kriegt den Hintern hoch! Wir sind für euch da, jetzt zeigt, dass auch ihr für uns da seid"!

Wolfgang Zarske bat die Stadt um Hilfe bei der Ausbesserung des bereits gebauten Storchennests. "Wir haben hier für Störche die besten Bedingungen", so Zarske. "Jetzt bin ich zuständig, dass der Storch nach Fürth am Berg kommen kann", konnte OB Rebhan sich das Schmunzeln nicht verkneifen.