So einen Deal hat es nicht aller Tage. Nur 20000 Euro musste der Markt Hirschaid ausgeben, damit im Ortsteil Rothensand wieder ein Kinderspielplatz zur Verfügung steht.

Die Rechnung hätte auch gut doppelt so hoch ausfallen können, wenn die Ortsbewohner nicht einmal mehr ihren Gemeinschaftssinn unter Beweis gestellt und die Ärmel hochgekrempelt hätten.
Einen verbrauchten, alten Spielplatz abräumen und binnen Jahresfrist einen neuen anlegen, das macht man auf dem Land auch heute noch freiwillig.

Vor allem, wenn jemand etliche Kästen Getränke spendiert und das Essen: Zehn Kilo Leberkäse und zwei Kilo Wurst hatte der Ortssprecher Thomas Nagel fürs Protokoll festgehalten.


29 Tonnen Sand

Unter anderem wurden 29 Tonnen Sand von Hand bewegt, 13 Tonnen Boden und 57 Tonnen Kies. Nur für dreieinhalb Stunden musste man einen Bagger einsetzen. Die unentgeltliche Arbeitsleistung summierte sich auf 383 Stunden.

Diese freiwillige Leistung wurde denn auch von Bürgermeister Klaus Homann und Marktgemeinderat Gerhard Lieberth gebührend gelobt, als der neue Spielplatz neben dem schmucken Dorfgemeinschaftshaus eingeweiht worden ist.

Genau: Während scheinbar ganz Deutschland darüber diskutiert, ob in bayerischen Landesbehörden ein Kreuz hängen darf, kommt in der fränkischen Provinz tatsächlich noch der zuständige Pfarrer und bittet um Gottes Schutz und Segen für die Kleinen, die auf diesem öffentlichen Gelände im Spiel Freude finden, Geschicklichkeit trainieren, Mut und Kraft schöpfen können.


Geld gut angelegt

Pfarrer Matthias Steffel aus Hallerndorf leitete eine kleine Andacht und besprengte dabei auch das Spielgerät mit Weihwasser. Und dann spielte im Dorfgemeinschaftshaus die Blaskapelle, feierten vier Generationen Rothensander bei Kaffee und Kuchen den Mai und erprobten die Kinder des Dorfes, ob das auch was taugt, was da an Geräten in den Sand gesetzt worden ist. Bürgermeister Homann konnte mit Freude feststellen: "Unsere 20000 Euro für die Geräte sind hier gut angelegt!"